Solstis – Der Berg ruft

Solstis

Ein Spiel, das bis vor kurzem an mir vorbeigerauscht war und eigentlich für 2 Spieler*innen gedacht ist, hat in der letzten Zeit viel meiner Spielzeit geklaut. Der Grund ist, dass ich es in der Boardgamearena entdeckt habe und es seitdem immer wieder mal anwerfe. Es hat mir aber auch so gut gefallen, dass ich mir dachte es könnte auch meiner Frau gefallen und so habe ich mir eine Kopie des Spiels von Frosted Games besorgt. Ich war dann doch über die „Größe“ der Spielschachtel überrascht und wie klein das Spiel auf dem Tisch insgesamt ist. Aber ein Spiel muss ja nicht groß sein um zu überzeugen. Was soll ich sagen, meiner Frau gefiel es auch und eine Partie dauert tatsächlich nur 15 Minuten mit Aufbau und da kann immer noch schnell eine Revanche gespielt werden. Solstis von Bruno Cathala und Corentin Lebrat, die auch schon Trek 12 zusammen erdacht haben, welches bei uns ebenfalls mit Bergthema recht gut ankam, gehört deshalb seit neuestem zu unserer kleinen Sammlung.

Worum geht es?

Beide Spieler*innen wollen die gleichen Regionen eines Berges für sich beanspruchen und erhalten dafür am Ende der Partie Punkte. Schaffen wir es die Leuchtfeuer auf dem Berg zu entzünden gibt es genauso Extrapunkte wie für Tiergeister die auftauchen, wenn wir zusammenhängende Bergteile für uns beanspruchen können.

Solstis – Plättchen Auslage zu Spielbeginn / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Solstis – Geisterplättchen / Foto: Spieltroll

In der kleinen Schachtel finden wir nicht viel Spielmaterial. Die Plättchen des Spiels zeigen uns den Berg in seine Einzelteile zerlegt. Die Teile sind farbig codiert und mit Nummern versehen. Die unteren Reihen bestehen aus zehn Plättchen und der Berg verjüngt sich nach oben natürlich. Jede Zeile der Plättchen hat eine eigene Farbe und die Nummerierung ist in einer Zeile fortlaufend von links nach rechte. Das bedeutet, dass jedes Plättchen ganz genau zugeordnet werden kann und nur einmal existiert. Diese Plättchen werden zum Spielstart verdeckt gemischt und zu einem Vorrat gestapelt. Sechs Plättchen werden verdeckt in eine Reihe als Auslage gelegt. Auf jedem wird danach ein offenes Plättchen gezogen. Die beiden Spieler*innen bekommen verdeckt jeweils drei Plättchen. Es gibt noch weitere Regenbogenplättchen, die ebenfalls bereitgelegt werden, sowie kleine Geister-Holztäfelchen, die ebenfalls verdeckt gemischt und als Stapel bereitgelegt werden.

Solstis – Beispielzug, mit der rosa 5 können entweder die rosa 8, oder 4, oder auch die rote 5 genommen werden / Foto: Spieltroll

Dann kann es losgehen. Wer an der Reihe ist muss zunächst ein Plättchen aus dem Vorrat nehmen. Dazu muss ein Plättchen aus der Hand ausgespielt werden, das eine Farbe oder Nummer mit einem Plättchen der Auslage teilt. Ich bekomme dann beide Plättchen und lege sie in meine eigene Auslage vor mich ab. Kann ich kein Plättchen ausspielen, dass dazu führt das ich eines aus der Auslage erhalte, spiele ich trotzdem eines in die Auslage und erhalte eine zweite Chance, indem ich ein weiteres Plättchen aus dem Vorrat verdeckt in die Auslage lege. Sollte dieses sich nun ausspielen lassen, muss ich das tun. Klappt es immer noch nicht, so erhalte ich einen Regenbogen, den ich als Joker überall in meiner persönlichen Auslage platzieren kann. Danach ziehe ich meine Hand wieder mit neuen Plättchen voll.

Solstis – Zusammenhängende Plättchen / Foto: Spieltroll

Sollte sich in meiner Auslage durch die Plättchen ein zusammenhängendes Plättchenfeld der Größe zwei Mal zwei ergeben haben, so muss ich einen Geist darauf platzieren. Es ist auch möglich, das sich mehrere solcher Cluster mit dem Platzieren der Plättchen bilden, aber ich lege immer nur einen Tiergeist aus. Ich darf dann einen der Tiergeister aus der Auslage wählen oder zwei neue vom Stapel aufdecken und dann einen von den beiden neuen Geistern wählen. Zu Spielbeginn liegen noch keine Geister in der Auslage. Die Geister erlauben mir weitere Plättchen zu legen oder zu ziehen oder sie ermöglichen mir weitere Punkte zu verdienen.

Punkte kann ich in Solstis auf verschiedene Arten erzielen. Die meisten Punkte erhalte ich für zusammenhängende Plättchen. Diese müssen sich dazu orthogonal berühren. Jedes Plättchen bringt mir so einen Punkt. Joker darf ich aber nicht mitzählen. Sie verbinden zwar Plättchen, aber zählen leider nicht. Leuchtfeuer bringen mir nur jeweils einen Bonuspunkt ein, wenn sie entzündet sind und dazu muss ich die komplette Spalte unter ihnen gefüllt haben. Dann bringen die Geister mir ebenfalls jeder einen Punkt und manche Geister bringen mit ihren Spezialfähigkeiten weitere Punkte. Der Marienkäfer zum Beispiel bringt Punkte für nicht entzündete Feuer, der Wolf für unterschiedliche nicht zusammenhängende Plättchen usw. Wer die meisten Punkte hat gewinnt.

Solstis – Der komplette Berg / Foto: Spieltroll

Solstis kann auch alleine gespielt werden.

Das Fazit

Solstis ist schnell gespielt und kommt mit interessanten Entscheidungen daher. Natürlich hängt es immer ein bisschen davon ab, was die Auslage hergibt, aber ich habe im Prinzip eine Menge Informationen, da ich ja weiß, welche Plättchen noch im Spiel sind und welche mein Gegenüber gern hätte, um Geister zu bekommen oder große Gebiete zu erschaffen. Solstis entfaltet dadurch eine Menge Spannung für so ein kleines Spiel.

Es eignet sich durch seine Größe auch für ein Spiel für die Reise, auch wenn es dann doch ein wenig Tischplatz benötigt, weil wir unsere Auslagen bauen, aber die Plättchen sind recht klein, so dass es auch auf einem kleinen Tisch gut bewältigt werden kann. Solstis ist ein schönes, interaktives und kleines Spiel um ein bisschen Zeit totzuschlagen.


  • Verlag: Frosted Games
  • Autor(en): Bruno Cathala, Corentin Lebrat
  • Illustrator(en): Manu Gorobeï
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Spieleranzahl: 1-2 Spieler*innen
  • Dauer: 15 Minuten

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