
Worum soll es denn wohl heute gehen? Da ich mich diesen Monat mal intensiv mit Solospielen beschäftigen wollte und so einige Spiele ausprobieren möchte, komme ich nicht drum herum mir auch ein paar Gedanken um das Solospiel an sich zu machen. In meinem Blogbuch schreibe ich ja Dinge auf, die mich persönlich als Spieler beschäftigen. Eigentlich spiele ich ganz gerne mal allein und probiere auch bei größeren Spielen, die über gar keinen Solomodus verfügen Dinge aus. Früher habe ich immer gedacht, ich wäre allein damit und hab das Verhalten auch gerne mal hinterfragt, bis mir langsam aufging, dass ich gar nicht so alleine damit bin. Generell musstest du dich früher auch gerne mal dafür verteidigen, dass du dich alleine vor ein Brettspiel gesetzt hast, selbst wenn es über einen Solomodus verfügte, was damals aber noch wirklich selten war. Inzwischen hat sich das allerdings komplett geändert.
Heutzutage gilt es ja schon fast als ein Makel, wenn ein Spiel über keinen Solomodus verfügt, weil die Spieler*innenschaft, die sich auch gerne mal alleine mit einem Spiel beschäftigt doch recht groß geworden ist. Vielleicht war das auch schon immer so, nur sie haben sich nicht getraut das zuzugeben, weil es von vielen so missbilligend betrachtet wurde. Allerdings glaube ich das es an der Gesellschaft an sich liegt, dass das Solospiel so boomt. In der ersten Welt ist es so weit gekommen, dass Menschen ja drohen zu vereinsamen. Familien werden immer seltener und die Menschen verlieren zunehmend ihre sozialen Fähigkeiten, weil sie nur noch alleine mit sich und der virtuellen Welt da draußen sind. Ich weiß, auch Kontakte über die sozialen Medien sind Kontakte, aber es ist nicht das Gleiche als mit einem Menschen von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren. Viel der Kommunikation geht verloren. Keine echten sozialen Kontakte führen da zu Einsamkeit. Dennoch spielen wir als Menschen gern.
Nicht alle spielen digital, sondern mögen es etwas richtig in Händen zu halten nicht nur einen Controller über den sie virtuelle Dinge steueren und ich glaube hier setzt irgendwo der Boom von Solospielen ein. Zudem erzeugen so Tendenzen ja auch immer Gegenbewegungen und da sind wir dann schon bei der Pandemie, die ein perfektes Beispiel dafür ist. Alle sitzen allein zu Hause und wollen etwas gemeinsam unternehmen. Eigentlich die perfekte Zeit für die sozialen Phobiker und Menschenetwas alleine zu unternehmen. Doch alle lächtzen nach Gemeinschaft. Brettspiele boomen so richtig, weil die Menschen die eben nicht alleine sind etwas gemeinsam unternehmen können und plötzlich doch Spaß haben und dann haben manche der Spiele auch noch einen Solomodus und ab geht die Lutzie. Kampagnenspiele haben eine Hochphase zu der Zeit, weil endlich mal alle die Zeit haben und sie auch alleine absolvieren können.
Also heutzutage Solobrettspiele zu spielen ist absolut nichts Außergewöhnliches mehr und das ist super. Die Industrie hat der Situation deutlich Rechnung getragen und so gibt es kaum noch Spiele, die nicht über einen irgendwie gearteten Solomodus verfügen. Okay manchmal sind diese nur angeflanscht und wirken uninspiriert, aber es gibt auch wirklich richtig tolle da draußen. Genauso wie richtig tolle Solospiele. Ich probiere im Moment einige aus und möchte feststellen ob es auch dort eine Weiterentwicklung gab. Deshalb werde ich mich in den nächsten Wochen hier mit Solospielen und Solomodi beschäftigen. Es ist mal an der Zeit auch dieses Thema ein wenig mehr zu beleuchten.
Um euch einen kleinen Ausblick zu geben, sei hier erwähnt, dass ich vorhabe etwas zum Solomodus von Bohemians zu schrieben, genauso wie ich mir das neue Storyfold anschaue. Die Anarchie steht hier auch herum, ist aber ein ganz schöner Brocken, den ich erst noch durchdringen muss. Ansonsten gibt es noch Conservas und Das Vermächtnis von Yu auf meiner To Do Liste. Zu Star Trek Captains Chair werde ich allerdings definitiv nicht mehr kommen. Vielleicht schaffe ich ja sogar noch eine kleine Topliste meiner Lieblings Solospiele, mal schauen.