
Im August habe ich mir spontan eine kleine Auszeit vom Blog genommen, denn wir hatten Urlaub und wollten ihn auch nutzen. Natürlich kam wieder alles anders als geplant, weil meine Frau sich von einem Pferd auf den Fuss hat treten lassen (lange Geschichte). Wir hatten natürlich auch geplant im Urlaub etwas mehr zu spielen als normal, aber nun war nicht viel anderes möglich, weil viel laufen und rumstehen ja nicht ging, da haben wir die Zeit im August für so einige neue Spiele genutzt. Nicht nur brandneu, sondern auch ein wenig Kram, der schon etwas länger hier herumstand. Insgesamt war es doch ein schöner Urlaub, nur anders als gedacht. Ich habe den Urlaub dann nebenbei doch noch dafür genutzt meinen Solo-Schwerpunkt zum Abschluss zu bringen und hoffe das dabei einige Erkenntnisse für euch hängen geblieben sind. Insgesamt war es ja doch eine durchaus breite Palette von Solospielen, die ich besprochen habe. Folge dieses Urlaubs ist es jetzt jedoch, dass ich so ungefähr zwanzig Spiele im Vorlauf habe, über die ich gerne Rezensionen veröffentlichen möchte. Das ist allerdings sehr viel und ich schaffe das definitv nicht alles recht bald, denn im nächsten Monat ist ja schon wieder SPIEL und bis dahin möchte ich meine Top 100 fertigstellen, sowie natürlich wie jedes Jahr auch einen kleinen Überblick über für mich relevante und interessante Neuheiten vorbereiten. Also die beiden nächsten Monate habe ich wohl einiges vorzubereiten, lasst euch also überraschen was ich tatsächliche schaffe. Heute aber erstmal ein kleiner Überblick über den vergangenen Monat.

La Familia Hort – In einem Spieleladen ist meine Frau über dieses kleine Spiel gestolpert und hat sich direkt in Setting und Artwork verliebt. Natürlich wurde es mitgenommen und wir haben es direkt nach dem Einkauf auch gespielt. Wie ich feststellte ist das Spiel tatsächlich schon älter (2020) und stammt von einem spanischen Verlag namens Zombie Paella. An dem Karton klebte eine deutsche Anleitung und ich habe keine Ahnung seit wann es diese deutsche Version gibt, aber vielleicht ist sie noch nicht so alt und stand deshalb so prominent im Geschäft. Im Spiel geht es um kleine Gärten der Familie Hort, die wir versuchen müssen möglichst effektiv zu betreiben. Das Spiel endet so bald der Geist der toten Großmutter das dritte mal aufgetaucht ist. Irgendwie charmant und doch seltsam machte uns das Spiel aber dennoch Spaß und wir spielten gleich mehrere Partien, weil die Charaktere in der fortgeschrittenen Variante unterschiedliche Fähigkeiten haben und sich ein bisschen anders spielen. Optisch lustig und spielerisch nett. Rezension kommt nächsten Monat.

One-Hit Heroes – Steht schon ewig bei uns im Regal und ich hatte es ursprünglich mal angeschafft weil ich genau wusste, dass meine Frau es lieben wird. Dennoch hat es sehr lang gedauert bis es jetzt auf den Tisch kam und wir haben es gleich komplett durchgespielt. Das Konzept klingt erstmal krass, denn wir haben es hier mit einem Boss Battler zu tun und wir spielen Helden die jeweils nur einen Lebenspunkt haben und wenn sie getroffen werden ist das Spiel vorbei. Wir müssen als unsere Aktionen gut abstimmen um den Bossen und seinen Schergen zu entgehen. Das Spiel kommt gleich mit mehreren ungewöhnlichen Mechaniken daher und konnte uns überzeugen. Lebenspunkte, die wir den Bossen abziehen, wandern direkt in unsere Aggroleisten und steigern damit die Chance von ihm getroffen zu werden. Natürlich gibt es Wege den Lebenspunkt Verlust zu mitigieren: vor allem durch das Ablegen von Ausrüstung, die aber auch immer recht mächtig ist und eng mit den Mechaniken unserer Fähigkeitskarten verzahnt ist. Wirklich gutes und faszinierendes, sowie innovatives Spiel. Auch hier kommt die Review nächsten Monat.

7 Wonders – Auch 7 Wonders möchte ich an dieser Stelle nochmal mitaufgreifen und euch über das Online-Turnier berichten an dem ich auf der Brettspielarena teilgenommen habe. Über 2500 Teilnehmer*innen wetteifern noch heute um den Titel. Das offizielle Repos-Turnier welches auch mit einer Sonderedition des Spiels belohnt wird, dauert an und war für mich die erste rundenbasierte Turnier Erfahrung auf dieser Plattform und ich war begeistert dabei bin aber dennoch skeptisch es nochmal zu tun. Insgesamt habe ich die Vorrunde in der ich sieben Partien spielen musste, jede Woche eine, nicht überlebt. Nur die ersten vier einer jeden Gruppe sind in die KO-Phase vorgerückt. Das Problem, wenn du Leute dabei hast, die einfach nicht spielen oder irgendwann aussteigen, hast du keine Chance weit vorne zu landen. Ich hatte vier Partien in denen alles normal lief und ich jeweils Zweiter wurde. Eine Partie habe ich komplett vergeigt und die anderen beiden Partien lag ich jeweils auf dem ersten Platz, als Leute einfach ihre Zeitlimits nicht eingehalten haben und irgendwann rausgevotet wurden. Solche Partien werden dann für alle gleich, aber nicht als Sieg gewertet. Das ist ärgerlich, weil du so nicht weiter nach vorne kommen kannst. Das hat das Turnier am Ende für mich ein wenig kaputt gemacht.

Conservas – Zu Conservas habe ich ja inzwischen eine Review veröffentlicht und mich recht positiv über das Spiel geäußert. Ein Solospiel mit Bag-Building Mechanismus, der für mich inzwischen das gute Coffee Roaster abgelöst hat, weil es mir ein wenig mehr Abwechslung und Herausforderung bietet. Hinzu finde ich wurde das Setting mit dem ökologischen Ansatz auch ganz gut eingefangen und umgesetzt. Wer mehr wissen möchte sollte sich die erst kürzlich erschienene Review zu Gemüte führen.

Insurrection – Noch ganz neu und erst am letzten Wochenende auf den Tisch gekommen ist das schnell gespielte Kartenspiel Insurrection welches einen natürlich sofort an Fantastische Reiche erinnert. Dabei schafft es das Kunststück frapierend ähnlich und doch komplett anders zu sein. Auch hier sammeln wir Karten mit Fähigkeiten und Punktewerten auf unserer Hand. Nach sechs Runden werden es hoffentlich zehn sein und diese sollten dann nach Möglichkeit die meisten Punkte am Tisch bringen um zu gewinnen. Wir tauschen in den sechs Runden Karten mit der Tischmitte aus. Die Karten haben Initiativwerte und werden danach abgehandelt. Die große Unbekannte im Spiel sind allerdings die Korruptioonssymbole in der Mitte. Sollten irgendwann zehn Stück davon offen ausliegen, endet das Spiel viel früher als gedacht. Insurrection gefiel mir besser als meiner Frau, die aber auch Fantastische-Reiche-Ultra ist. Dennoch eine witzige Alternative. Eine Rezension wird kommen, ich verscuhe die irgendwann dazwischen zu schieben, sonst wird es noch dauern.

MicroMacro: Crime City – Meine Frau hat mir neulich etwas geschenkt mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte. Ich wusste nichteinmal das es das gibt und die Rede ist von einem MicroMacro Müsli. Ein Teil der Karte war auf die Dose gedruckt und du konntest wie auf der Spielschachtel selbst einen kleinen Fall lösen. Dazu gab es auch noch ein 500 Teile Puzzle und ich möchte euch sagen… das war schlimm. Alle Teile weiß mit kleinen schwarzen Figuren drauf… Hallo! Da erstmal einen Anfang zu finden ist ungeöhnlich aber irgendwann wurde es besser. Vielleicht ist das ja auch was für euch. Wollte ich nur mal erwähnen.

Die Anarchie – Hier halte ich mich mal bewusst kurz, denn erst vor ein paar Tagen ging die Review zu diesem Spiel online, in der ich mich über dieses, für mich, reine Solospiel auslasse. Der geistige Nachfolger von Hadrianswall hat mich total überzeugt und liefert genau das, was dieses schon vor Jahren abgeliefert hat in allen belangen ein wenig größer und komplexer. Ein Spiel welches mich überzeugen kann aber bestimmt nicht für jeden etwas ist.

Bloom Kingdom – Ein kleines Kartenspiel mit seltsamer Illustrationsentscheidung, welche mich zunächst etwas verwundert zurückließ. auch im Nachhinein ist mir nicht klar, was sich dabei gedacht wurde. Das Spiel an sich ist aber bei weitem kein Schlechtes und hat meiner Frau und mir in den Testrunden durchaus Spaß gemacht. Auch hier gibt es ein paar Parallelen zu Fantastische Reiche und Insurrection von weiter oben. Wir versuchen die Auslage so zu verändern, dass wir am Ende die meisten Punkte dafür bekommen. Das Spiel läuft dabei in mehreren Runden ab, die durch die Auslage immer weiter aufeinander aufbauen. Hat uns tatsächlich spielerisch ganz gut gefallen. Review kommt irgendwann zwischendurch, weil es ein recht kleines Spiel ist.

Kingdom Crossing – Über Kingdom Crossing wusste ich zunächst gar nichts, bis ich eine Beschreibung des Spiels las und fand das es wirklich interessant klang. Im Spielladen unseres Vertrauens stand es dann herum und wir nahmen es mit. Nach dem Regelstudium dachte ich noch, es klänge recht konstruiert und ich war mir nicht sicher, ob es sich gut spielen würde. Doch im Spiel schon wurde uns recht schnell klar, dass es sich hier um ein kleines Juwel handelt, welches uns nachhaltig beeindruckt hat. Lediglich die Sache mit dem Balloon war regeltechnisch etwas schwammig erklärt und sorgte für Irritationen. dieses Spiel wirkt niedlicher und harmloser als es tatsächlich ist. Lasst euch nicht davon hinter das Licht führen. Hier muss knallhart kalkuliert und auf viele Dinge Rücksicht genommen werden, um zum Erfolg zu kommen. Eine Rezension wird noch ein wenig auf sich warten lassen. Frühestens Richtung Messe nehme ich an.

Next Station: Berlin – Ich bin Fan der Reihe und vor allem der Erstling London hat mich nachhaltig begeistert. Tokyo fand ich dann deutlich schwächer und verkopfter während Paris im Anschluss mir wieder ganz gut gefiel. Nun also Berlin und die Bewertungen bei Boardgamegeek sind die niedrigsten der gesamten Serie bisher und das kann ich bislang überhaupt nicht nachvollziehen. Mag noch kommen, weil ich die Regeln für Sonderkarten bisher weder gespielt noch sie überhaupt gelesen habe. Ich habe bisher nur nach den Grundregeln auf dem neuen Plan gespielt und der gefällt mir besser als Tokyo und Paris, vielleicht sogar als London aber ich lass mich hier zu noch nichts hinreißen. Erstmal wird noch alles andere ausprobiert, bevor ein finales Urteil gesprochen wird, aber die Tendenz zeigt für mich bisher nach oben. Da ich mich kenne und die Reihe bisher immer recht schnell rezensiert werden konnte, kann ich mir vorstellen dass eine Rezension schneller erscheint als ich es momentan plane.

Paper World – Noch ein kleines Kartenspiel, welches meiner Frau im Regal auffiel, weil es ein sehr schmuckes Effektcover mit verschiedenen übereinanderliegenden Papierschichten aufweist und damit einfach optisch auf sich Aufmerksam macht. Nach dem Öffnen folgt dann aber eine kleine Ernüchterung, weil sich dieser schöne Stil nicht über alle Karten durchzieht sondern nur auf eingen wenigen zu sehen ist. Das Spiel ist dann aber doch erstaunlich gut wie wir fanden und eignet sich perfekt für den Urlaub. Klein aber fein. Eine Review von Paper World folgt natürlich auch demnächst.

Propolis – Alea ist ja für mich eigentlich immer eine Bank, wenn es um Neuerscheinungen geht und ich schaue mir ihre Spiele eigentlich immer erstmal an. Ich kann mich allerdings überhaupt nicht daran erinnern Propolis im vergangen Jahr mal gesehen zu haben. Es kam 2025 heraus und ist ein Spiel von dem bekannten Autorentrio, die auch schon Punktesalat zum Erfolg machten. Propolis kann nicht verheimlichen, dass es bei der Beschäftigung mit diesen Spielen nebenbei aus der Ideenschublade gepurzelt ist. Außerdem lehnt es sich deutlich an Splendor und anderen Ressourcen Buildern an. Ein wenig Eigenständigkeit dazu durch eine Prise Worker Placement, was auch zum Bienen-Setting passt und fertig ist der Retortenhit. Na ja, ich weiss nicht. Ist wahrscheinlich zurecht an mir vorbeigegangen. Das einzige für mich Unerklärliche ist die Tatsache, dass dieses Spiel bei Alea gelandet ist. Hier lass ich mir mal Zeit mit der Review kommt sonst nicht viel Positives bei heraus.

Storyfold: Schattenwald – Auch zu diesem sehr hübschen Spiel habe ich bereits eine Review vor nicht allzu langer Zeit veröffentlicht. Es handelt sich um eine spielerische Geschichte mit einer kleinen Kampagen von Szenarien, die wir nacheinander durchleben dürfen. Der Star ist tatsächlich die Optik und darüber hinaus lässt einen das Spiel auch nicht im Stich.

Wispwood – Für Wispwood galt für mich etwas Ähnliches wie für Propolis. Ich habe es im letzten Jahr nicht so richtig wahrgenommen und bin erst jetzt darauf aufmerksam geworden. Allerdings ist mein Eindruck hier ein völlig anderer. Während oben Verweise auf gute Vorgänger Spiele leider zu einem langweiligen Ergebnis geführt haben, ist die Prämisse hier erstmal ebenfalls nicht neu und Wispwood wirkt auf den ersten Blick wie das nächste Legespiel in einer langen Reihe von Legespielen. Erst beim Spielen entfaltet es seine nicht zu leugnende geniale Wirkung und ich bin mir tatsächlich nicht sicher etwas ähnlich Interessantes in diesem Bereich schonmal gespielt zu haben. Darüber werde ich natürlich in einer Review näher berichten, denn außerdem ist es faszinierend, dass Wispwood dieses Ergebnis durch einen sehr minimalistischen Materialeinsatz erzielt.
Damit wäre ich für dieen Monat auch wieder am Ende angekommen, aber ich finde im Vergleich zu den Vormonaten ist eine ganze Menge zusammengekommen.
