Kleine Meldung in eigener Sache. Die diesjährige Top 100 ist nun als Dauerangebot auch oben im Menü abrufbar. Damit ist nun schon die sechste Hitliste dort eingezogen. Mensch wie die Zeit vergeht. Stöbert gerne mal durch, wie sich der Geschmack verändert hat und welche Spiele auch all die Jahre Dauerbrenner waren. Vielleicht sollte ich das ganze mal statistisch auswerten um meine Lieblings- Spielejahr, Autoren usw. herauszufinden. Vielleicht mal in der Zukunft. Viel Spaß beim Schmökern.
Es ist kalt geworden draußen. Eigentlich eine gute Zeit sich drinnen einzuigeln und in der warmen Wohnung ein paar Spiele auszuprobieren. Genügend Spiele wären auch vorhanden nur leider holt meine Frau und mich mal wieder die Arbeit zum Jahresende ganz schön ein. Zwei Projekte fordern viel Aufmerksamkeit von mir und führen zu langen Arbeitszeiten und somit zu wenig Freizeit um dem geliebten Hobby zu fröhnen. Eigentlich haben wir im letzten Monat nur recht wenig neue Spiele ausprobiert und insgesamt auch nur wenig gespielt. Wenn kam es eher vor, das ich mich noch mal alleine vor ein Solospiel gesetzt habe, weil meine Frau zu geschafft von der Arbeit war oder einfach keine Lust mehr hatte. Unsere gemeinsamen Hoffnungen liegen auf den freien Feiertagen und den Betriebsferien unseres Arbeitgebers, um ein paar größere Neuheiten des Jahres zu spielen. Da ich das Vorwort an dieser Stelle ja auch immer für ein paar Ankündgungen nutze, sei gesagt, das in den nächsten Tagen die Top 100 ins Dauerangebot des Menüs umziehen und das es natürlich, wie immer am Ende des Jahres auch meine Top 10 des Jahres geben wird. Momentan sichte ich das ganze Jahr nochmal und muss feststellen, dass ich gar nicht so viele Spiele rezensiert habe und neben ein paar Highlights auch viel Schatten in diesem Jahr dabei war.
Ich könnte bereits beim Schreiben dieser Zeilen dafür garantieren, dass sich durch diese Review wieder einige Fans getriggert fühlen. Dabei geht es mir gar nicht darum hier irgendwen auf die Palme zu bringen, sondern eher darum einige wenige, die vor einer Kaufentscheidung stehen könnten, vor Final Girl zu warnen, denn das Spiel ist definitiv nicht für jeden etwas. Hier kommt nur erschwerend hinzu, dass die Fancommunity keine Kritik zu dulden scheint und das Spiel mit Feuereifer gegen Widerstand verteidigt. Sie erlauben einem gerade noch die Meinung das Spiel nicht zu mögen, aber jegliche Kritik am Spielprinzip wird schon kaum geduldet. Ich möchte aber natürlich noch nicht alles vorwegnehmen. Es könnte beim überschwänglichen öffentlichen Echo aber der Eindruck entstehen, dass das Spiel eher geliebt als gehasst wird und eine sehr hohe Platzierung bei Boardgamegeek lässt Ähnliches vermuten. Doch es gibt auch genügend negative Stimmen, die allerdings in den Hintergrund gedrängt werden.
Heute möchte ich euch über meine Erfahrungen mit den beiden neuen Roll & Writes von Cascadia berichten. Ich fasse die beiden Spiele auch zusammen, weil sie im Grunde das gleiche Spiel sind und nur sehr minimale Unterschiede aufweisen, was nicht unbedingt heißen muss, dass du nur eins davon brauchst, aber dazu später mehr. An dieser Stelle nur schon mal vorneweg, wenn ihr überlegt es euch zuzulegen startet erstmal mit einem der beiden und wenn es euch gefällt ist immer noch Zeit das zweite dazu zu kaufen. Cascadia war und ist ein riesiger Erfolg gewesen. Das Spiel gewann 2022 den Preis für das Spiel des Jahres und wurde auch in zig anderen Ländern ausgezeichnet. Da war es klar, dass weitere Spiele unter seiner Flagge erscheinen werden und das Naturthema bietet sich da auch an. Roll & Writes lassen sich meist auch ganz gut zur Zweitverwertung heranziehen. Grundsätzlich bin ich ja auch ein Fan von Roll & Writes, da ich nicht immer Zeit habe mich für ein längeres Spiel mit meiner Frau hinzusetzen und da wird schon mal das ein oder andere Roll & Write ausgepackt. Hier war ich in der Tat sehr gespannt, ob es nur ein hohler Versuch war Geld zu verdienen oder ob da tatsächlich ein wenig Substanz hinter dem Spiel (oder auch den Spielen) steckt.
Im Moment stelle ich mir mal wieder des öfteren eine Frage, die mir die Spieler*innenschaft in zwei Lager zu spalten scheint. Amerika oder Europa? Thema oder Mechanik? Atmosphäre oder Spielgefühl? Auslöser dafür ist eine Review die ich gerade vorbereite über ein Spiel, dass ich ausprobiert habe, um etwas in Erfahrung zu bringen. Ich habe mir nach dem anfänglichen Impuls sehr viel Zeit gelassen. Hätte ich dem ersten Impuls nachgegeben, wäre ein sehr unfreundlicher Verriss entstanden, aus dem ich sehr viel Antipathie nicht hätte heraushalten können. Nun bin ich, so hoffe ich, etwas besonnener und in der Lage etwas besser abzuwägen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber bei dem Spiel geht es, wenn ich die Spielszene verfolge, um eines der angeblich atmosphärischten und thematischten Spiele überhaupt. Die Kritiken sind sich dort überschwänglich sehr einig und auch ich muss da auf jeden Fall Zugeständisse machen. Das Spiel sagt mir dennoch überhaupt nicht zu, weil das zu Grunde liegende Spiel für mich einfach nur sehr schwach ist. Es sagt mir spielerisch überhaupt nicht zu und es ist mir unbegreiflich, warum das Spiel dennoch eine so große Fanbase hat.
Es war mal wieder soweit. Der beliebte Spieleabend im Kollegenkreis von dem ich hier mehr oder weniger regelmäßig erzähle fand mal wieder statt. Ich habe glaube ich noch nie erwähnt, warum ich ausgerechnet von diesem Spieleabend berichte? Nun ja, zum einen weil die Personen über die ich hier schreibe hier unter Garantie nicht nachlesen werden. Für den Fall das doch behandle ich sie trotzdem anonym. Wer das hier regelmäßig verfolgt, wird wissen das ich von der Kollegin und ihrem Sohnemann rede. Sohnemann Nummer Zwei ist der spielerfahrene Einspringer, wenn Sohnemann mal nciht kann. Ich fand es immer interessant von diesem Abend zu berichten, weil die beiden tatsächlich sehr gerne spielen, aber was moderne Brettspiele angeht zu Beginn noch total unbeleckt waren. Das ergab und ergibt für mich immer noch tolle, spannende Momente, in denen die gewieften Vielspieler*innen auf die Neulige treffen. Für uns ist das natürlich einerseits eine Übung, Menschen spiele näher zu bringen, die richtigen Spiele auszuwählen und zu sehen wie sie darauf reagieren. Zum Glück scheinen wir da ein gutes Händchen zu haben. Zudem „leidet“ Sohnemann auch unter einer Sehbehinderung, die zusätzlich für uns eine Herausforderung darstellt, keine Spiele mit zu fitzeligen Symbolen und zu uneindeutigen Farben zu wählen. Das nur mal für euch zur Erklärung, warum ich eigentlich ausgerechnet von dieser Runde berichte. Natürlich macht es auch noch tierisch Spaß.
Ich habe Majesty: deine Krone – dein Königreich tatsächlich mal gespielt, dennoch ist mir bis vor kurzem gar nicht bewusst gewesen, dass Media Aetas eine Neuauflage von Majesty aus dem Hause Hans im Glück ist. Eine überarbeitete zwar, aber dennoch hätte mir das auffallen können. Das ist aber nicht passiert und das obwohl ich in letzter Zeit sehr häufig Media Aetas gespielt habe und es mir auch sehr viel Spaß bereitete. Nein, ich nehme das Fazit jetzt mal nicht vorweg, aber ich muss schon irgendwie erklären, warum ich in meinem Monatsrückblick das „neue“ Spiel vom Splendor-Erfinder Marc André ein wenig abgefeiert habe. Also rudere ich an dieser Stelle mal halbwegs zurück und stelle fest: so neu ist Media Aetas nun also doch nicht. Es hat einen neuen Anstrich bekommen und auch das Spiel hat sich ein wenig verändert, denn da wo Majesty noch mit Karten hantierte wurden nun hübschen Plättchen gestaltet, die wie ein Säulendiagramm vor uns ausgelegt werden. Das ist optisch insgesamt tatsächlich so hübsch anzusehen, dass es ein wenig Aufmerksamkeit erregt, wenn du es auf einem Tisch siehst. Was hat es aber nun spielerisch zu bieten?