Abstimmung Deutscher Spielepreis 2026

Neben dem Spiel des Jahres haben wir ja hier in Deutschland noch einen weiteren angesehenen Preis für Brettspiele: den Deutschen Spielepreis, der jedes Jahr auf der Spiel in Essen verliehen wird. Das Besondere an diesem Preis ist, dass wir, die Brettspielfans ihn vergeben. Er ist kein Jurypreis, sondern ein Publikumspreis und deshalb könnt ihr alle mitmachen. Ihr müsst nur auf die Website der SPIEL gehen (folgt einfach dem Link) und könnt für eure Spiele des Jahrgangs abstimmen. Wohlgemerkt des Spielejahrgangs über den Jahreswechsel hinweg. Welche Spiele das waren, könnt ihr in einer alphabetischen Liste dort einsehen. Dann wählt ihr die fünf Spiele die euch am besten gefallen haben. Die Platzierung ist dabei von Belang, denn sie wird mit Punkten gewichtet. Platz ein bekommt fünf und Platz fünf bekommt einen Punkt. Bis Ende Juli kann abgestimmt werden, dann werden die Platzierungen vier bis zehn bekanntgegeben und das Treppchen dann erst auf der SPIEL enthüllt.

Ich habe mir natürlich auch Gedanken darüber gemacht und meine Top Five bis zu diesem Moment gewählt und werde sie hier auch mit euch teilen. Generell möchte ich zum aktuellen Jahrgang sagen, dass ich gerade im Familien- bis in den Kennerbereich den Jahrgang recht stark finde. Darüber hinaus wird es für mich echt mau. Die Dinge, die ich gespielt habe, fand ich meist nicht besonders gut oder nur so mittel und die paar Titel die mir gefallen haben erreichen die Klasse meiner Top 5 einfach nicht. Das schicke ich mal voraus, damit nicht gleich wieder alle Denken, der hat doch einen Vogel oder da sind ja nur seichte Spiele dabei. Der Deutsche Spielepreis ist eher als der Gamerpreis bekannt, da die Spielefans ihn ja verleihen haben hier auch komplexere Spiele durchaus eine Chance. Schaut oben gerne mal unter dem Menüpunkt Auszeichnungen, dort könnt ihr alle Preisträger und Listen anschauen. In diesem Jahr sieht es bei mir aber dann doch eher seicht aus.

Rebirth

Platz 1: Rebirth – Ist für mich das bisher beste Spiel des Jahrgangs, welches ich gespielt habe und ich setze da sogar noch einen drauf: es ist eines der besten Spiele der letzten Jahre. Einfache Regeln, die sehr schnell zu erlernen sind, einen mitreißenden Spielfluß auch in der Vollbesetzung. Elegant und mit einer zunächst ungeahnten Tiefe, die das Spiel mit einem ganz enormen Spannungsbogen versieht. Das Spielfeld wird durch die Mitspielenden immer enger und der Platz Plättchen zu legen verschwindet, was dazu führt das mir das Spiel weniger Möglichkeiten lässt, die aber weitreichendere Folgen haben können. Ich liebe es und Reiner Knizia stellt hier mal wieder seine Klasse unter Beweis.

Morty Sorty Magic Shop

Platz 2: Morty Sorty Magic Shop – Hier gehe ich in den Familienspielsektor und kann dieses Spiel, welches von vielen als langweilig und zu seicht und simpel angesehen wird, nicht genügend loben. Die gestellte Aufgabe mag zunächst simpel erscheinen und das führt auch dazu, das es leicht verstanden wird und jeder denkt die Aufgabe gut zu bewältigen. Wie verschachtelt das Spiel danna ber doch mit all den kleinen Dingen ist, auf die die Spieler*innen achten müssen, wird ihnen meist erst ganz natürlich während des Spielens klar. Die Einfachheit der Aufgabe führt dann aber ganz natürlich dazu, dass ein Lernprozess einsetzt und es besser gemacht werden will. Um es dann Schritt für Schritt komplexer werden zu lassen. Ein Spiel das mit seinen niedrigen Anforderungen dann noch mit dem geneigten Publikum mitwächst.

Flossenschlag

Platz 3: Flossenschlag – Von diesem Spiel habe ich überhaupt nichts erwartet und bin dann doch sehr positiv überrascht worden. Das nächste Spiel in der Flügelschlagreihe, diesmal mit Fischen und ein wenig seichter überzeugte mich ebenfalls auf voller Linie. Ihm gelingt ein kleines Kunststück. Sich vom Originalkonzept so weit zu entfernen, dass es anders sein kann, sich aber dennoch so nah dran zu bewegen, das es vertraut wirkt. Es erreicht sein Ziel anders und ist dabei leichter zu erfassen und einfacher zu spielen, büsst aber nicht von seinem Tiefgang(!) ein. Flossenschlag ist richtig gut, nur ich habe das Gefühl niemand registriert es.

Boss Fighters QR

Platz 4: Boss Fighters QR – Ende letzten Jahres überzeugte mich das Konzept des Spiels ungemein und wurde für meine Frau und mich zu einem neuen Suchtspiel, dass wir jeden Abend nach der Arbeit auspackten, weil wir die Bosse bezwingen wollten, die uns die App dort vor die Füße warf. Das wir dabei dennoch mit Karten und Lebenspunkten hantierten und unsere Decks immer wieder modifizieren durften gefiel uns ausgesprochen gut und sollte jeden Appkritiker davon überzeugen, dass hier dennoch ein richtiges Brettspiel gespielt wird, bei dem das Tablet samt App nicht alles übernimmt, sondern nur das Mittel zum Zweck ist, um nicht Tonnen von undurchsichtigem und fiddeligem Material auf dem Tisch rumliegen zu haben. Ein ganz großer Spaß für die ganze Familie.

Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft

Platz 5: Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft – Wenn ich eine Prognose abgeben sollte, würde ich das Spiel in diesem Jahr wohl ganz oben sehen, weil es so beliebt zu sein scheint. Matt Leacock hat sein Pandemie-System hier so perfekt in das Spiel integriert, dass es mir als großen Pandemie-Kritiker (das könnte irgendwie auch falsch verstanden werden…) sogar sehr gut gefällt. Die Story ist schön mit dem Spielprinzip verwoben und der kooperative Gedanke kommt hier sehr schön zum Tragen. Das einzige Haar in der Suppe ist für mich die Produktion, die einerseits superhübsch, andererseits aber auch irgendwie unfunktional ist. Das Spielfeld müsste noch viel größer sein, um sich nicht selbst im Weg zu stehen, ist aber bereits groß genug. Besonders hervorheben möchte ich bei diesem Spiel auch noch den hervorragenden Solomodus.

Das sind meine Favoriten, also los geht abstimmen!

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