Rune Stones

Rune Stones / Foto: Spieltroll

Rüdiger Dorn ist für mich ein recht zwiespältiger Spieleautor. Zum einen ist er für solch exzelente Perlen wie Istanbul verantwortlich, hat aber auch so schwache Spiele wie Waka Waka in seinem Portfolio, die mir so gar nicht zusagen und total uninspiriert wirken. Rune Stones gefiel mir aber sowohl rein optisch als auch von den Mechaniken über die ich im Vorfeld gelesen hatte recht gut. Ein zweiter Grund weswegen ich immer vorsichtig bin ist Queen Games, die für mich eine ätzende Verkaufsstrategie haben, auch wenn ich manche ihrer Spiele durchaus sehr mag. Einige Spiele von diesem Verlag kommen mir einfach immer unfertig und zerstückelt vor, so dass man den Eindruck hat, dass hier gute Spiele aus Vermarktungsgründen nicht als komplettes Spiel veröffentlicht werden, sondern erst durch einige Erweiterungen zu einem guten Spielerlebnis werden. Rune Stones wurde auch auf der Spiel bereits wieder mit der ersten Erweiterung zusammen verkauft.

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Klassiker – Civilization

Ein großer Teil der Spielerschaft mag das Genre der Zivilisationsspiele bis heute. Jedes Jahr erscheinen neue Versuche diesem Genre irgendwie neues Leben einzuhauchen und neue Ansätze das Thema in ein gangbares Spiel zu verwandeln. Die meisten Versuche scheitern dabei in meinen Augen recht kläglich, denn das Thema erfordert selbst bei einer flotten Umsetzung durchaus Zeit, denn man möchte ja auch den Aufstieg seiner Zivilisation gegenüber anderen in einem gewissen zeitlichen Rahmen beobachten können. Somit ist das Thema schon einmal hinderlich, um es in einem knackigen kurzen Spiel umzusetzen. Man sollte die Hoffnung nie aufgeben, aber in der Vergangenheit gab es durchaus schon Vertreter die einen richtig guten Job in der Umsetzung des Themas machten, nur leider blieb die Spieldauer dabei auf der Strecke und wir haben es oft mit Spieldauer-Monstern zu tun. Eines der besten Spiele, wenn nicht das beste, möchte ich heute in meiner kleinen Klassikerreihe vorstellen. Die Rede ist von Civilization, nein, nicht das Computerspiel von Sid Meier, sondern das Brettspiel von Francis G. Tresham, das wahrscheinlich den Anstoss zum Computerspiel geliefert haben dürfte.

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Pharaon

Pharaon / Foto: Spieltroll

Kurz vor der Spiel 19 in Essen bin ich letztes Jahr auf das Spiel Pharaon gestossen, dass sich für mich so interessant anhörte, dass ich mir gleich ein Exemplar in Essen sichern wollte. Das war tatsächlich auch überhaupt kein Problem, denn anscheinend war ich mit meiner Meinung fast alleine. Catch Up Games hatten schon im Jahr davor mit Fertility/Min-Amun ein Spiel mit ägyptischem Thema herausgebracht, was ich ganz gut fand. Pharaon schien mir auf den ersten Blick ein wenig komplexer und war vor allem schön anzuschauen, zumindest ließen das die ersten Bilder erahnen. Was Pharaon aber für mich zu einem wirklich interessanten Spiel macht, ist die Mischung des Ressourcen-Managements mit Worker-Placement-Mechanik. Soll heißen, in diesem Spiel sind die Ressourcen gleichzeitig auch unsere Arbeiter, die wir benötigen, um bestimmte Aktionen ausführen zu können. Darüber hinaus sollten alle Solospieler bei Pharaon hellhörig werden, denn es verfügt über einen phantastisch gut funktionierenen Solomodus, den man in verschiedenen Schwierigkeitsgraden absolvieren kann.

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Min – Amun

Min – Amun / Foto: Spieltroll

Min – Amun dürfte vielen aus dem Jahr 2018 bereits als Fertility bekannt sein, sorgte es doch im Familienspielbereich mit seiner farbenfrohen Aufmachung von Jeremie Fleury für ein bißchen Aufsehen. Zumindest ging es nicht in der Masse unter und sellte für Catch Up Games einen kleinen Erfolg dar. Das Spiel ist im Prinzip vom Material her sprachneutral, wurde aber dennoch in der Spieleschmiede auf deutsch lokalisiert, so dass auch die Anleitung auf Deutsch verfügbar ist. In diesem Zuge wurde das Spiel vom Kobold Spieleverlag unter dem Namen Min – Amun veröffentlicht. Warum das Spiel einen so abstrakten neuen Namen bekam entzieht sich meiner Kenntnis, aber wer eine deutsche Version von Fertility besitzen möchte, sollte sich nach Min – Amun umschauen. Rein spielerisch haben wir es mit einem Plättchenlegespiel zu tun, dass zwar ein paar Kniffe zu bieten hat, aber nicht übermäßig kompliziert daher kommt.

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Minecraft – Builders & Biomes

Minecraft Builders & Biomes / Foto: boardgamegeek.com

Das Minecraft-Brettspiel Builders & Biomes kam für mich auch ein bißchen überraschend. Auf der Spiel in Essen war es im Ravensburger-Shop zwischenzeitlich ziemlich schnell ausverkauft. Das muss natürlich absolut nichts heißen, denn die Marke Minecraft dürfte bei ziemlich vielen sofort gezündet haben. Minecraft ist in phänomenales Computerspiel, von dem schon so ziemlich jeder gehört haben dürfte, denn es ist das aktuell meistverkaufteste Spiel weltweit. Solche Massenphänomene gehen nicht spurlos an den Menschen dieser Welt vorbei. Ich wollte das aber dennoch erwähnt haben, falls hier doch der eine oder andere unter einem Stein gelebt hat. Ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, wie man das Spielprinzip von Minecraft in ein Spiel betten will oder ob man das überhaupt muss und nur ein Spiel in der Welt von Minecraft erschaffen will. Ulrich Blum hat sich damit befasst und ein in meinen Augen überraschendes Spiel geschaffen.

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Ecos – Der erste Kontinent

Ecos – Der Erste Kontinent / Foto: Spieltroll

John D Clair ist ein Spieleautor, den ich mir immer gerne anschaue, denn seit ein paar Jahren gehört er fest zu meinem Spielekosmos. Eines der Spiele, die bei uns sehr regelmäßig auf den Tisch kommen und das ich inzwischen auch als App auf dem Smartphone gegen Computergegner spielen kann, ist Mystic Vale. Ein Spiel bei dem er etwas total neues versucht hat, das Card-Crafting, und damit bei meiner Frau und mir ins Schwarze traf. Mit Ecos geht er diesmal aber einen anderen Weg. Er holt einen ziemlich alten Mechanismus aus der Versenkung hervor und strickt ein modernes Spiel drumherum. Die Rede ist von Bingo, ja richtig gelesen Bingo, aber bitte nicht gleich weitergehen, ihr könntet etwas verpassen. John D Clair versucht mit Ecos – Der Erste Kontinent diesem angestaubten Spielprinzip neues Leben einzuhauchen und nicht nur in meinen Augen schafft er das ziemlich gut.

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Klassiker – Junta

Eine Junta ist im spanischen Sprachgebrauch soetwas wie ein Regierungsrat, der aus verschiedenen Mitgliedern besteht und der die Geschicke einer Stadt, einer Region oder eines Landes lenken soll. Sind die beteiligten Personen hauptsächlich dem Militär zuzuordnen so spricht man auch von einer Militärjunta. Das Brettspiel Junta behandelt thematisch genau diesen Militärrat, der hier eine fiktive südamerikanische Republik lenkt: Republika de las Bananas. Bei Junta handelt es sich um ein satirisches Spiel, dass man nicht mit einem zu großen Ehrgeiz und vor allem Ernst spielen sollte, denn wenn man das tut, dann gehört es in die Kategorie von Spielen, mit denen man sich keine Freunde schafft und durchaus Beziehungen zerstört, was ich tatsächlich alles schon erlebt habe. Junta stammt aus dem Jahr 1978 von den drei Autoren Vincent Tsao, Ben Grossman und Eric Goldberg. Die ersten beiden haben bis heute keine weiteren Spiele veröffentlicht. Lediglich Eric Goldberg hat noch ein paar weitere strategische Konfliktsimulationen in seinem Portfolio, die aber alle kaum erwähnenswert sind, wenn man sie mit Junta vergleicht.

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