Fantastische Reiche

Fantastische Reiche

Es hat ein wenig gedauert, bis dieses Kartenspiel den Weg über den großen Teich geschafft hat, aber es ist endlich soweit. 2020 zur Spiel.digital wurde Fantasy Realms, so der englische Titel vom neuen Verlag Strohmann Games auch in Deutschland veröffentlicht und wer es nicht vorbestellt hat, bekam es ersteinmal nicht. Es war sofort ausverkauft und erst in diesem Jahr wieder zu bekommen. Man scheint es zu mögen und ich hatte soviel Positives über dieses nur aus 53 Karten bestehenden Spiels gehört, dass ich es unbedingt ausprobieren wollte. Ihr seht ihn ja auch schon auf dem Cover prangen: der Spieltroll-Orden zeigt euch augenscheinlich, was ich von diesem Kleinod halte, aber ist das auch alles so gerechtfertigt und gibt es da auch noch ein paar Haare in der Suppe und warum ist Fantastische Reiche so gut? Fragen über Fragen, die ich versuchen werde zu beantworten.

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Gloomhaven – Die Pranken des Löwen

Gloomhaven – Die Pranken des Löwen

Noch im letzten Jahr hätte ich eigentlich gedacht, dass ich Gloomhaven mit einer Kneifzange nicht anfassen würde. Es interessierte mich schlichtweg nicht wirklich. Es war mir viel zu umfangreich. Es sah mir immer zu generisch aus. Es klang nie so aufregend, dass ich es unbedingt spielen wollte, obwohl es mich von meinem Fantasy-Rollenspielbackground her eigentlich hätte ansprechen müssen. Das einzige, was mich immer ein wenig erstaunte, war sein Erfolg. Ein Spiel dieser Größe (Der Karton wiegt 10kg und das Spiel kostet locker 150 Euro) ist normalerweise nicht so erfolgreich und es thront nun schon seit geraumer Zeit auf dem ersten Platz der Rangliste bei Boardgamegeek, was schon etwas heißt in unserem Spielehobby. Anders gesagt, Gloomhaven ist der heiße Scheiß der Brettspielszene derzeit. Nun kam im letzten Jahr eine Ergänzung, ein Prequel oder nennen wir es ein Tutorial für Gloomhaven mit dem Titel Jaws of the Lion auf den Markt. Feuerland setzte das wie gewohnt auf deutsch um und bei uns heißt es Die Pranken des Löwen. Ich dachte mir, das könnte die Chance sein, zu verstehen, was dran ist an dem Spiel, ohne zuviel in den Titel zu investieren. Ich habe es zusammen mit meiner Frau getestet und was soll ich sagen, ihr seht schon, was ich der Schachtel angeheftet habe… aber lest selbst.

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Paleo

Paleo / Foto: Spieltroll

Hans im Glück war bisher für mich ein Verlag, der im Jahr ein bis zwei Spiele herausbringt, die irgendwo zwischen tollem Familienspiel und niveauvollem Kennerspiel angesiedelt waren. In den letzten Jahren haben mich die Veröffentlichungen von Hans im Glück trotzdem eher selten angesprochen. In diesem Jahr aber biegen sie plötzlich mit einem kooperativen Spiel um die Ecke, etwas das sie bisher noch gar nicht in ihrem Portfolio haben, und überraschen mit einer schönen Aufmachung und einem bekannten Thema. Der Überlebenskampf der Steinzeit wird in Paleo spielerisch verarbeitet und das, wie ich finde (ihr seht es wahrscheinlich schon links auf dem Bild), ziemlich gelungen. Das, was Adventure Island einst sein wollte, weil The 7th Continent für viele zu unerschwinglich war, eine kooperative Überlebenserfahrung, bietet nun Paleo im Steinzeitsetting. Adventure Island ist für meinen Geschmack auf ganzer Linie gescheitert, aber Paleo macht einfach so wahnsinnig viel richtig.

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The Castles of Burgundy (Jubiläumsedition)

The Castles of Burgundy /
Foto: Spieltroll

Im März 2019 feierte die Marke Alea, die unter dem Ravensburger Spieleverlag ihre Spiele veröffentlicht, ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass veröffentlichte man damals eine neue Version von Vegas mit dem Titel Las Vegas Royale. Eine optisch aufgebohrte Version mit vielen Erweiterungen direkt in einer Box erhältlich. Eine Ankündigung folgte, dass Alea das auch mit weiteren Titeln vorhaben würde. Es schien ein wenig so, als hätte man sich die Kritik die Ende 2018 an der Optik und der Ausstattung ihres aktuellen Titels Carpe Diem sie ein wenig aufgerüttelt. Alea machen seit ihrem Bestehen mechanisch tolle und ansprechende Spiele, aber inzwischen sind sie in punkto Optik und Ausstattung ein wenig altbacken unterwegs. Nach der Ankündigung kam dann zur Messe im Oktober Teil 2 der Jubiläumseditionen und Die Burgen von Burgund sind als The Castles of Burgundy in einem neuen Gewand erschienen. Lange Jahre habe ich es nicht gespielt, bis es mich im letzten Frühjahr noch vor der neuen Version erwischte und ich eines der besten Brettspiele überhaupt kennenlernen durfte. Diese Review gilt aber natürlich der neuen Version die mit einigen Erweiterungen daher kommt.

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Ein Fest für Odin

Ein Fest für Odin

Nachdem ich in diesem Jahr bereits Caverna von Uwe Rosenberg nachgeholt habe und ziemlich begeistert war, musste ich mir unbedingt auch Ein Fest für Odin anschauen und ausprobieren, gilt es doch momentan als sein bestes Spiel. Ich bin aber ganz ehrlich, Bilder von diesem Spiel haben mich in den letzten Jahren immer ein wenig abgeschreckt. Nicht weil es häßlich wäre, dass ist es nicht, aber wenn man Bilder von Ein Fest für Odin sieht, dann sieht man massenhaft Spielmaterial und vor allem sieht man einen Einsatzspielplan für seine Arbeiter mit so wahnsinnig vielen Möglichkeiten, dass man zunächst einmal schlucken muss. Wer Rosenbergs große Spiele kennt, weiss aber, was einen erwarten könnte und das es wahrscheinlich alles gar nicht so schlimm ist, nur ziemlich abwechslungsreich und noch wahrscheinlicher, ziemlich umfassend. Man sollte sich bei diesem Meisterwerk – ich nehm es einfach mal vorneweg -, obwohl der Orden natürlich auch auf dem Bild prangt, aber nicht von der Optik abschrecken lassen. Warum, versuche ich mal kurz zu beschreiben…

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Klong!

Klong! – Ein Deckbau-Abenteuer / Foto: Spieltroll

Vor Kurzem habe ich mir endlich mal eine Kopie von Klong! besorgt, einem Spiel, dass ich schon seit ziemlich langer Zeit einmal selbst spielen wollte. Der Grund, warum ich bei Klong! schon immer etwas länger gezögert habe ist tatsächlich der saftige Preis. Der Inhalt der Schachtel ist durchaus überschaubar und 60 Euro ist da schon wirklich ein bißchen heftig. Aber, egal, ich lass den Preis ersteinmal außen vor, das Spielprinzip hat mich immer schon neugierig gemacht. Klong! ist ein Deckbuilder mit einer zusätzlichen Push Your Luck Komponente. Eigentlich könnte man sogar sagen Klong! als Spiel ist ein einziger Push Your Luck-Mechanismus, den man mit Deck Building spielt. Häh? Ja, genau so ist es!

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Paladine des Westfrankenreichs

Paladine des Westfrankenreichs / Foto: Spieltroll

Etwas länger hat es gedauert, bis ich die passenden Worte für mein Spiel des letzten Jahres gefunden habe. Die Paladine des Westfrankenreichs ist in seiner Gänze nicht leicht zu beschreiben und ich werde auch später in dieser Rezension nur in Details auf Dinge eingehen können, denn das Spiel umfassend zu beschreiben, wie ich es eigentlich sonst fast immer tue, sprengt definitiv den Rahmen. Das Spiel ist in all seinen Elementen tatsächlich sehr umfangreich, aber, das sei schon vorab erwähnt, spielerisch gar nicht mal so schwer zu verstehen. Wenn man die Erklärung und alle Elemente einmal erfasst hat, dann spielt es sich locker in einer angenehmen Spielzeit herunter. Die Paladine, den Rest lasse ich jetzt einfach mal weg, ist der zweite Teil in der zweiten Spiele-Trilogie von Shem Phillips und S J Macdonald. Den ersten Teil, die Architekten des Westfrankenreichs, habe ich im letzten Jahr bereits gebührend abgefeiert und mit diesem Werk legen sie ordentlich nach.

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