Spiel des Jahres 2026 – Die Nominierungen

Bis zum 12. Juli haben wir nun Zeit, bis die begehrten Preise in Berlin vergeben werden, darüber zu diskutieren und mit unseren Favoriten mitzufiebern. Welches der nominierten Spiele denn nun die besten Chancen hat, oder zu Recht oder Unrecht nominiert wurde. Welche Spiele fehlen auf der Liste der empfohlenen Spiele und ob die Juroren (wie immer) eigentlich bestechlich sind. Was ich persönlich erfreulich finde ist, dass es dieses Jahr, nach der Erklärung im letzten, keine größere Diskussion um einen „Expertenpreis“ gibt. Haben anscheinend mal ein paar Leute zugehört. In diesem Jahr musste natürlich auch wieder meine Kristallkugel aus dem Keller herhalten, um herauszufinden welche Spiele denn wohl von der Jury nominiert werden würden und ich muss sagen sie hat ziemlich gut funktioniert. Nur ein Spiel hatte ich überhaupt nicht auf der Rechnung, ja kannte es nicht einmal und war deshalb um so mehr überrascht. Was ich aber gestehen muss, die Kugel hat mir die richtigen Spiele gezeigt, aber ich bin da anscheinend doch ein wenig mit der Einordnung durcheinandergekommen. Hier eine Übersicht.

Kinderspiel des Jahres 2026

Die Nominierten

Der Vollständigkeit halber möchte ich natürlich auch die Nominierten Kinderspiele zuerst abhandeln. Allerdings kann ich hier nicht allzu viele Worte über diese verlieren, denn in diesem Bereich kenne ich mich einfach nicht mehr aus.

Buh Party (Florian Sirieix, Benoit Turpin/LOKI)

Eine Monsterparty ist im vollen Gang und diese verkleiden sich, um überhaupt auf die Party zu gelangen, müssen sich aber vor der Seherin in Acht nehmen. Ein Spiel bei dem die Kinder sich einiges merken müssen und herausfinden, wer unter welchem Kostüm steckt.

Die Insel der Mookies (Florian Sirieix/KOSMOS)

Autor Florian Sirieix hat in diesem Jahr gleich zwei Eisen im Feuer und ist doppelt für den Kinderspielpreis nominiert. Die Insel der Mookies ist dabei ein Spiel für „nur“ zwei Kinder, die jede Runde eine einfache Entscheidung treffen müssen, so lang bis ein Stapel leer ist. Sieht wunderhübsch aus und hat gute Chancen.

Verflixt verzaubert (Thomas Dagenais-Lespérance/Game Factory)

Ein ungewöhnliches Spiel bei dem ein Geist vier Gegenstände aus der Zauberschule entwendet. Die Kinder spielen hier in zwei Teams und müssen auf der einen Seite taktieren und bluffen, während die andere Seite deduziert und kommuniziert. Nicht unbedingt das, was von einem Kinderspiel erwartet wird und deshalb vielleicht auszeichnungswürdig.

Die Empfehlungsliste

  • Kleiner Stinker (Elan Lee, Ken Gruhl, Quentin Weir/Kitten Games)
  • Magische Spiegel (Kseniya Kuznetsova/Ravensburger)
  • Paleolino (Marco Teubner, Peter Rustemeyer/Hans im Glück)

Spiel des Jahres 2026

Die Nominierten

Cozy Sticker Ville (Corey Konieczka/Unexpected Games)

Den dümmsten Kommentar zu diesem Spiel las ich gestern in einem Forum, als sich jemand über diese Nominierung beschwerte, weil es ein Solospiel sei. Diese Aussage sagt so viel über diesen armen Menschen aus, das er mir fast Leid tut. Kann außerdem nur von einem Hardcore Gamer kommen, der natürlich nicht die Zielgruppe ist und keine Familie und Freunde hat mit denen er Spiele dieser Kategorie spielen kann, sonst würde so eine Aussage nicht kommen. Und selbst wenn es ein Solospiel wäre, was spräche dagegen? Cozy Sticker Ville wird von der Jury zu Recht gelobt und bringt Familien in einem spielerisch einfachen kreativen Prozess, der in der heutigen Zeit wahrscheinlich durchaus angebracht ist. Ich lag mit meinem Tipp also sehr richtig.

Dito! (Martin Ang/Game Factory)

Hatte ich auf der Rechnung, allerdings tauchte es bei mir auf der Empfehlungsliste auf. Dito! ist ein Wortspiel mit kleiner Taktikkomponente, damit es richtig spannend wird. Wir müssen hier erahnen, was unsere Mitspieler*innen wohl als Antwort auf eine Aussage geben würden. Wir spielen also gegeneinander, beschäftigen uns aber mit den Mitspielenden und lernen sie besser kennen. Darüber hinaus müssen wir die Antworten in einem drei mal drei Raster platzieren und versuchen darüber Extrapunkte zu bekommen. Ist nicht meine Art von Spiel, dich ich mag, aber klingt spaßig und neu genug, um die Nominierung zu rechtfertigen.

Morty Sorty Magic Shop (Markus Slawitscheck/Schmidt Spiele)

Auch dieses Spiel hatte ich auf der Rechnung, weil ich so viel Positives darüber gehört habe, dass ich nicht daran vorbeikam und es auch unbedingt gerne Spielen möchte. Bisher ist es aber noch nicht bei uns gelandet, weswegen ich nach wie vor nicht viel dazu sagen kann, aber eine Nominierung spricht schon fast für sich. Die Aufgabenstellung klingt sehr simpel und dennoch verlockend. Wir sortieren Zutaten in einem Zaubererladen unzwar aufsteigend nach Nummern, es gibt aber verlockende Angebote, die uns davon abhalten und zusätzlich ein Glücksmoment, das wir nciht gänzlich kontrollieren können. So entsteht eine Zwickmühle zwischen Verlockung und Zwang, welche das Spiel tragen soll. Ich werde es ausprobieren.

Die Empfehlungsliste

  • Hot Streak (Jon Perry/Strohmann Games)
  • Meister Makatsu (Reiner Knizia/Amigo)
  • Take Time (Alexi Piovesan, Julien Prothière/Libellud)
  • Toriki (Wojciech Grajkowski/Mirakulus)
  • Toy Battle (Paolo Mori, Alessandro Zucchini/Repos Production)
  • Wilmot’s Warehouse (David King, Ricky Haggett, Richard Hogg/CMYK)

Auch mit der Empfehlungsliste sieht es gar nicht so verkehrt aus, auch wenn da bei mir anscheinend so Einiges durcheinander geraten ist. Meister Makatsu und Take Time habe ich bei mir höher angesiedelt und sie direkt nominiert. Dafür waren Dito! und Morty Sorty Magic Shop auf meiner Empfehlungsliste. Bei Hot Streak war ich mir bei der deutschen Version nicht sicher wegen des Veröffentlichungstermins und habe es weggelassen, auch wenn es persönlich überhaupt nicht mein Spiel ist. Wilmot’s Warehouse hatte ich gedanklich auch gar nicht auf der Rechnung für diesen Jahrgang, weil es ja schon ein paar Jährchen verfügbar ist. Toriki ist für mich eine Überraschung und Toy Battle stand auch auf meiner Liste mit drauf. Insgesamt ein buntes Feld und für jeden Etwas dabei würde ich sagen. Partygames, Stichspiele, Puzzlespiel, Appunterstützung und ein Spiel für Zwei.

Kennerspiel des Jahres 2026

Die Nominierten

Boss Fighters QR (Michael Palm, Lukas Zach/Pegasus Spiele)

Zu Boss Fighters QR habe ich schon genug geschrieben. Gleich im letzten Jahr gehörte es direkt für mich zu den Favoriten auf den Preis. Wir haben das Spiel regelrecht durchgesuchtet. Ein paar Wochen lang immer wieder Abends dagesessen und uns an den Bossen versucht. Das hat richtig Spaß gemacht und tut es auch heute noch. Nur wenn du dann näher darüber nachdenkst, fällt dir auf, was mit so einem System alles möglich wäre und du hoffst auf Weiterentwicklung. Das ist mein gedanklicher Zustand mit dem Spiel heute. Das hat mit dem Preis hier gar nichts zu tun, für den ist es völliig zu Recht nominiert und ich habe das in meinem Vorbericht auch genauso vorausgesehen, aber ich kann es nicht ändern und hoffe weiterhin auf mehr und ausgefeilteren Content.

Moon Colony Bloodbath (Donald X. Vaccarino/Alea)

Zwei Preise hat er schon, das hier könnte sein dritter werden. Moon Colony Bloodbath hat nicht nur einen ungewöhnlichen Titel, den ich fast schon als Ausschlußkriterium gesehen hätte, es spielt sich auch ungewöhnlich, denn hier bauen wir auf um anschließend alles zu verlieren und wer sich am besten gegen die unausweichliche Katastrophe die Erhebung der Maschinen (Terminator und KI-Apologeten lassen grüßen) vorbereitet hat wird gewinnen. Aufgemacht wie ein fünfziger Jahre Schundroman ist es auch optisch absolut ungewöhnlich für den Verlag und die Jury. Dennoch habe ich auch das im Vorfeld geahnt, es nur nicht so hoch angesetzt, sondern auf der Empfehlungsliste geparkt. Mal schauen wo es landet.

Rebirth (Reiner Knizia/Frosted Games)

Unausweichlich stand dieser Titel für mich fest. Es gab keinen deutlicheren Kandidaten für mich und das bleibt Rebirth das auch jetzt noch. Für mich ist Knizia mit Rebirth immer noch der Gewinner in diesem Jahr. Das Spielprinzip ist so simpel wie es nur sein kann, hat aber durch die verschiedenen Plättchentypen einen enormen Tiefgang und fordert zu Überlegungen auf, die wir uns aber schon während der Züge der anderen zurecht legen, wodurch das Spiel nur so um den Tisch rast. Außerdem ist Rebirth mal wieder ein Spiel auf einem Brett, wo alle interagieren und das ist etwas, was in vergangenen Jahren ein wenig verloren scheint.

Die Empfehlungsliste

Meine Empfehlungsliste sah etwas länger aus, weil ich noch einigen weiteren Spielen Chancen einräumte, aber auch in diesem Jahr hält sich die Jury hier eher kurz. Oben schon erwähnt, sind Grundstein von Metropolis und auch Tag Team von mir in die Familienkategorie einsortiert worden, wobei ich im Falle von Tag Team schon den Hinweis gab, dass es auch in dieser hier landen könnte. Grundstein allerdings finde ich wirklich zu seicht für das Kennerspiel. Artengarten hatte ich persönlich als Nominierung gesehen aber finde auch das völlig nachvollziehbar. Eine riesige Überraschung ist Frosted Blooms für mich. Trotz das es von Cathala und Maublanc ist, kannte ich das Spiel bis gestern gar nicht und musste es mir ersteinmal anschauen, kann also auch überhaupt gar nichts dazu sagen, außer das ich es mir anschauen werde. Warten wir also ab, was in knapp zwei Monaten verkündet wird.

Bis dahin wünsche ich allen Nominierten viel Glück.

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