Was spielst du so? – Juli 2025

Der Vergleich zum letzten Monat könnte unterschiedlicher kaum sein. Urlaub und viel Zeit zum Spielen und damit verbunden eine Leichtigkeit und viel Spaß. Der Juli war für mich eher das Gegenteil. Viel Arbeit, sogar ein mehrtägiges Seminar haben wir besucht, und wenig Zeit für das geliebte Hobby. Das Seminar hat uns tatsächlich viel gebracht und was noch viel besser ist, ganz am Rand ging es sogar um ein Spiel, dass uns im Rahmen unserer Arbeit empfohlen wurde. Es heißt Rätselräume und ist ein ganz besonderes Spiel, dass ich irgendwann in der Zukunft hier auch vorstellen werde. Denn eines steht für mich fest, aufrund seiner Inhalte muss dieses Spiel ein bisschen mehr Verbreitung finden. Ich kann mir damit aber Zeit lassen, denn aktuell ist es eh vergriffen und wird erst am Ende des Jahres wieder verfügbar sein. In der nächsten Zeit ist hier eh genug los und viel für mich zu tun. Der Berg der zu besprechenden Spiele nimmt aber tatsächlich langsam ab. Ich schiebe nicht mehr so viele Spiele vor mir her. Die Top 100 entsteht allmählig im Hintergrund und ich hoffe, wie in jedem Jahr, dass ich rechtzeitig zur Spiel fertig werde. So viele Neuheiten haben wir alsoo im vergangenen Monat nicht auf den Tisch bekommen, aber ein altes Legacy-Projekt läuft derweil wieder an.

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#012 Blogbuch – Ausgrenzung

Wie mein Vater früher Tageszeitung gelesen hat, um auch über das Geschehen in der Nachbarschaft unseres Ortes informiert zu sein, lese ich jeden Tag in einer festen Routine diverse Blogbeiträge und versuche mich dabei ein bisschen breiter zu streuen. Blogs sind genauso unterschiedlich wie ihre Macher*innen und spiegeln verschiedene Haltungen wider. So versuche ich, wie einst mein Vater über die Nachbarschaft, über das spielerische Geschehen in meiner Nachbarschaft auf dem Laufenden zu bleiben. Auch der Blog Brett & Pad gehört seit geraumer Zeit dazu. Warum? Weil die beiden es sehr gut schaffen Emotionen zu transportieren und sich glaube ich gar nicht bewusst sind, wie sehr sie durch ihren Stil die männlichen Rezipienten ansprechen. Sie sind gefühlt die Fußballkumpels von nebenan, die in launiger Kneipenrunde immer von ihren Erlebnissen bei diversen Heim- und Auswärtsspielen erzählen. Aus diesem Grund finde ich es immer wieder spannend ihre Beiträge zu lesen. Ganz oft wegen der Emotionen, aber auch wegen der Kommentare ihrer Leserschaft und hier gendere ich jetzt ganz bewusst nicht. Der Beitrag „Was macht uns aus?“ erweckte in diesem Fall vor ein paar Tagen im Besonderen meine Aufmerksamkeit und bringt mich nun dazu diesen Beitrag hier zu verfassen. Ich hätte auch bei ihnen kommentieren können, aber habe mich doch zu einem eigenen Beitrag entschlossen.

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YRO – Manga Symbiose

YRO

Ich bin kein ausgesprochener Manga Fan, auch wenn ich diese Kunstform sehr schätze. Umso überraschter war ich, als mich YRO erreichte und mir dieses mit Manga Zeichnungen illustrierte kleine Spiel eine Spielerfahrung bietet, die ich so nicht habe kommen sehen. YRO ist, und das nehme ich jetzt einfach mal vorweg, eine der für mich bisher größten Überraschungen dieses Jahres. Das Spiel hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und wurde im asiatischen Raum unter dem Namen Magnolia bekannt. Die nun überarbeitete neue Fassung YRO kam nun endlich auch zu uns. Das Spiel ist irgendwie typisch asiatisch und erinnert zumindest mich durchaus an Paper Tales, auch wenn es ganz anders funktioniert. Das verwundert jedoch nicht, denn Autor Masato Uesugi ist für beide Spiele verantwortlich. Das Spielziel ist allerdings ähnlich und wir stehen in diesem Spiel in direkter Konkurrenz zu unseren Gegenspieler*innen, indem wir uns mit ihnen Vergleichen. Engine Building ist das Stichwort und das wird in diesem kleinen, schnellen Spiel ganz groß geschrieben. Außerdem ist es das erste Spiel mit dem Buchstaben Ypsilon das ich bespreche, so dass der Buchstabe in der Übersicht endlich mal gefüllt wird.

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Nova Era – Gute Ansätze, schlechte Interaktion

Nova Era

Ich mag ja Spiele, die sich mit Zivilisationen beschäftigen. Nicht unbedingt immer die genreüblichen Vertreter, die auf das 4X-Prinzip setzen und sich in Materialschlachten ergehen, nein, ich mag lieber diejenigen mit dem etwas anderen Ansatz. Zum Beispiel mag ich auch ein Tapestry, welches ja nicht zwingend ein Zivilisationsspiel im klassischen Sinne ist, sondern eher ein Eurogame mit Zivilisationsthema. Von daher trifft zum Beispiel auch ein Path of Civilisation meinen Geschmack oder auch ein Ancient Knowledge, dass sich nur auf das Wissen einer Zivilisation und das Vergessen desselben bezieht. Nova Era vom gebeutelten CMON-Verlag ist auch wieder einer dieser Eurogame-Vertreter und erweckte auch durch seine Optik meine Aufmerksamkeit. Im Vorfeld hörte ich das Spiel solle ein hohes Maß an Interaktion mit sich bringen. Interaktion ist für mich immer ein zweischneidiges Schwert und kommt sie negativ oder gar zerstörerisch daher ist sie für mich fast schon ein Ausschluss Kriterium. Auf der anderen Seite machen mir auch solitäre Spiele, die gemeinsam gespielt werden durchaus Spaß. Insgesamt war ich sehr gespannt auf Nova Era.

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Unsolved Case Files: Harmony Ashcroft

Unsolved Case Files: Harmony Ashcroft

Lange haben wir keines dieser Detektivspiele mehr gespielt. Wir waren ein bisschen überspielt, was dieses Genre angeht. Überall schossen ja plötzlich auch neue Serien dieses Genres aus dem Boden und das ist auch gar nicht verwunderlich, denn eigentlich sind diese Spiele nicht so schwierig herzustellen. Rein optisch sehen viele dieser Spiele auch sehr gut aus, aber dafür haben sie meist ein anderes Problem und das ist die Geschichte, der Fall an sich. Der muss nämlich durchaus spannend sein und ein paar Wendungen, Wirrungen und Schwierigkeiten aufweisen. Falsche Spuren und mehrere Verdächtige sind genauso wichtig wie die Gestaltung. Immersion ist und bleibt das Stichwort dieses Genres. Es sollte sich möglichst echt anfühlen. Die Unsolved Case Files waren für uns neu und wir fanden die Aufmachung erstmal sehr gelungen. Was den Rest betrifft mussten wir uns erst einen Überblick verschaffen.

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Spiele des Jahres 2025

Die Karten wurden gemischt und eine Wahl wurde getroffen. Die Spiel des Jahres Jury hat ihre Gewinner in den drei bekannten Kategorien verliehen. Gestern am 13.07.2024 wurden die Preise auf einer Veranstaltung in Berlin vergeben. Wie immer ein Ereignis, das rund um den Globus viele spielbegeisterte Interessierte. Inzwischen hat es sich eingebürgert alle drei Preise an einem Termin bekanntzugeben und ich kann es vorwegnehmen, es gab keine größeren Überraschungen. Die Favoriten setzten sich durch.

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Kauri – Chance vertan

Kauri

Ich gebe zu, Kauri ist mir im ersten Moment durch seine tolle Optik aufgefallen. Auch das Spielprinzip hat mich zunächst neugierig gemacht, da habe ich noch gar nicht so sehr auf das Thema geachtet. Es hieß immer, es sei ein Root im Kennerbereich. Das ist allerdings, wie ich finde, eine eher irreführende Aussage, obwohl Asymmetrie hier natürlich großgeschrieben wird und wir es hier auch mit einem Spiel zu tun haben, bei dem es um die Kontrolle von Gebieten geht. Da endet der Vergleich dann aber auch schon fast. Das Spiel stand dann aber bei uns etwas länger ungenutzt im Schrank herum. Die Jury vom Spiel des Jahres gab bei ihren Nominierungen für die Preise dann aber eine Empfehlung für Kauri im Kennerbereich heraus, was uns das Spiel am nächsten Wochenende sofort ausprobieren ließ. Seitdem habe ich mich viel mit ihrem Urteil und dem Thema von Kauri auseinandergesetzt und war lange am Ringen, wie ich meine Kritik formuliere. Kauri ist definitiv ein Spiel, das nicht unkommentiert hingenommen werden sollte.

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