Whispering Woods – Pssst! Nicht so laut, der Hase denkt nach

Whispering Woods

Was hier so malerisch hübsch nebenan von einem meiner liebsten Künstler, Weberson Santiago, als Bild verewigt wurde, täuscht ein wenig durch sein pittoreskes Äußeres über seinen doch vorhandenen Hirnzwirbelfaktor hinweg. Wonderbow Games aus Hamburg sind ein kleiner, noch recht junger Verlag aus Hamburg und beweisen durch ihr Portfolio, in dem sich ausnahmslos hübsche Spiele befinden, ein wirklich gutes Händchen. Es sind vielleicht nicht immer die größten Spielehits, aber welche, die immer ihre Abnehmer und Liebhaber finden werden. Whispering Woods ist eine dieser kleinen Perlen, die ein wenig Aufmerksamkeit erregen, aber dann doch leise vor sich hin schlummern. Wir haben es hier mit einem Puzzlespiel zu tun, das ist jetzt vielleicht auch nicht das aufregendste Genre in der Brettspielwelt, aber eines, indem wir immer wieder kleine Meisterwerke finden, die und zu überzeugen wissen und ich glaube, wir haben es bei Whispering Woods mit einem solchen zu tun. Last euch überraschen von diesem kleinen aber feinen Spiel das eure grauen Zellen ganz schön zu fordern weiß.

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Auf den Wegen von Marie Curie – Eine Unze Radium

Auf den Wegen von Marie Curie

Sorry We Are French haben anscheinend vor eine kleine Serie zu produzieren. Auf den Wegen von Darwin kam insgesamt ganz gut an und wurde sogar mit einer Nominierung zum Spiel des Jahres geehrt, musste sich aber Sky Team geschlagen geben. Mir persönlich gefiel Auf den Wegen von Darwin auch recht gut, vor allem aber war ich von der Produktion und Aufmachung des Spiels beeindruckt, welches ich für den Familien-Sektor ganz beachtlich finde. Nun haben sie sich einer weiteren Ikone der Wissenschaft gewidmet und auch hier ein Spiel zu dem Leben passend entwickelt. Diesmal geht es um Physik und Chemie. Die Entdeckung des Radiums, welches sie mit dem Leben bezahlte, sowie ihr aufregendes Leben sind Thema des Spiels Auf den Wegen von Marie Curie. Wieder wurde versucht um ihr Schaffen ein Spiel zu entwickeln, welches Wissen vermittelt, für diejenigen die es interessiert und Spaß machen soll für Spieler*innen die nicht zu viel von einem Spiel erwarten.

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Life of the Amazonia – Quacksalber vom Dschungel

Life of the Amazonia

Life of the Amazonia hat viele Vorschusslorbeeren erhalten. Es sei das bessere, weil etwas komplexere, Quacksalber von Quedlinburg, welches sich weltweit einer großen Beliebtheit erfreut. Da werden die Fans des Push Your Luck Spielprinzips natürlich hellhörig und hoffen auf ein gutes Spiel. Bei uns gehören die Quacksalber auch zu den Lieblingsspielen und von daher war es klar, dass wir uns Life of the Amazonia anschauen würden. Aus meiner Sicht wird das dem Spiel aber gar nicht unbedingt gerecht und greift sogar ein wenig zu kurz. Hier ist ein wenig mehr los, als in einem Quacksalber von Quedlinburg und es gesellt sich eine deutlich präsente Puzzlekomponente hinzu, die für einiges an zusätzlichem Tiefgang sorgt. Es sei aber auch erwähnt, dass hier leider nicht alles Gold ist was glänzt. Die Materialqualität stand schon recht schnell im Fokus und ist, soviel sei vorweg schon mal gesagt, wirklich ein Schwachpunkt des Spiels und wird auch von Strohmann in einem Statement auf der Produktseite erklärt. Dem Spiel tut das natürlich nicht gut, aber dem Spielprinzip auch keinen Abbruch. Ich drösle das mal auf und versuche ein Urteil zu finden.

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Living Forest Duell – Sommer gegen Winter

Living Forest Duell

Da hau´ ich doch gleich noch eine Review zu einem Duellspiel raus. Nach Azul Duel nun noch eine Version für zwei von einem ausgezeichneten Spiel. Während Azul Duel eine etwas komplexere Version des Spiels des Jahres aus dem Jahr 2018 ist, wird diese Einordnung für Living Forest Duell nicht ganz so einfach. Living Forest wurde von Pegasus zunächst als Familienspiel gekennzeichnet, ist dafür aber tatsächlich ein bisschen zu umfangreich in seinen Möglichkeiten. Die Jury zeichnete das Spiel dann auch als Kennerspiel 2022 aus und die Schachtel wurde anschließend auch als Kennerspiel umgestaltet. Nun kommt mit Living Forest Duell eine kleinere Variante für zwei Spieler*innen heraus und Pegasus versucht es erneut mit der Optik eines Familienspiels. Ich nehme es mal vorweg: das ist eine ganz schlechte Idee, denn hier müssen die Kontrahenten noch mehr auf ihr Gegenüber Acht geben und ich würde es als deutlich komplexer als den großen Kennerspielbruder einordnen. Es sieht halt wieder tuffig nach Familienspiel aus, aber lasst euch davon mal nicht in die Irre lenken.

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YRO – Manga Symbiose

YRO

Ich bin kein ausgesprochener Manga Fan, auch wenn ich diese Kunstform sehr schätze. Umso überraschter war ich, als mich YRO erreichte und mir dieses mit Manga Zeichnungen illustrierte kleine Spiel eine Spielerfahrung bietet, die ich so nicht habe kommen sehen. YRO ist, und das nehme ich jetzt einfach mal vorweg, eine der für mich bisher größten Überraschungen dieses Jahres. Das Spiel hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und wurde im asiatischen Raum unter dem Namen Magnolia bekannt. Die nun überarbeitete neue Fassung YRO kam nun endlich auch zu uns. Das Spiel ist irgendwie typisch asiatisch und erinnert zumindest mich durchaus an Paper Tales, auch wenn es ganz anders funktioniert. Das verwundert jedoch nicht, denn Autor Masato Uesugi ist für beide Spiele verantwortlich. Das Spielziel ist allerdings ähnlich und wir stehen in diesem Spiel in direkter Konkurrenz zu unseren Gegenspieler*innen, indem wir uns mit ihnen Vergleichen. Engine Building ist das Stichwort und das wird in diesem kleinen, schnellen Spiel ganz groß geschrieben. Außerdem ist es das erste Spiel mit dem Buchstaben Ypsilon das ich bespreche, so dass der Buchstabe in der Übersicht endlich mal gefüllt wird.

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Zenith – Das große Planetenzerren

Zenith

An Zenith wäre ich tatsächlich genauso vorbeigelaufen, wie im Vorjahr an Captain Flip. Warum? Die Optik auf der Schachtel hätte mich jeweils nicht angesprochen und erst gar nicht dazu verführt es einmal auszuprobieren. Aber zum Glück gibt es ja ein vielfältiges Informationsspektrum. Im Fall von Captain Flip waren das diverse Blogs, die davon berichteten, dass dieses Spiel ungewöhnlich einfach und gut wäre. Warum ich gerade Captain Flip erwähne? Nun, es ist von einem neuen Verlag: PlayPunk. Dieser konnte gleich eine Nominierung zum Spiel des Jahres einfahren. Zenith ist das zweite Spiel von PlayPunk und landete in diesem Jahr auf der Empfehlungsliste für das Kennerspiel des Jahres. Nun mögen manche unken, der Jahrgang war gerade in diesem Segment auch nicht besonders gut gefüllt, aber ich empfinde das als starke Leistung für einen so jungen Verlag, hinter dem natürlich erfahrene Köpfe stecken. Zenith kam also ohne jedes Vorwissen über den Inhalt auf den Tisch, weil wir es einfach aufgrund des Verlags und seines Vorgängers ausprobieren wollten. Wir bekamen erneut etwas, dass wir nicht erwartet hatten.

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Agent Avenue – Bluff Boulevard

Agent Avenue

Bluffspiele sind eigentlich gar nicht so sehr mein Ding. Auch stehen so super konfrontative Spiele bei uns gar nicht hoch im Kurs und dennoch musste ich mir Agent Avenue zulegen, als ich zum ersten Mal etwas davon hörte und vor allem sah. Das liegt nämlich vor allem an der phänomenalen Optik, mit der die Illustratorin Fanny Pastor-Berlie dieses kleine Spiel versehen hat. Darüber hinaus ist hier aber auch ein Mechanismus verbaut, der Bluffspiele für mich ertragbar macht und den ich schon beim guten Hanamikoji sehr geliebt habe: „I Split, You choose“ nennen die Gamer diesen in ihrem Jargon. Zu Deutsch halt „Ich teile, du wählst“. Vielmehr braucht es dann auch schon fast gar nicht, um ein mehr als interessantes Spiel zu inszenieren. Das Ehepaar Christian und Laura Kudahl aus Dänemark liefert hier mit ihrem Erstling ein erstaunliches Debüt ab, mit dem ich vorher so nicht gerechnet hatte. Vielleicht ist es sogar ein Spiel, das wir in nicht allzu ferner Zukunft auch beim Spiel des Jahres in irgendeiner Form wiedersehen werden. Mal schauen.

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