Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde – Mehr als nur ein Remake?

7 Wonders ist sicherlich eine der bekanntesten und auch erfolgreichsten Spiele-Serien in der Brettspielgeschichte. Als erstes Kennerspiel ausgezeichnet begann es vor Jahren seine Erfolgsgeschichte und fand erst vor ein paar Jahren sein vorläufiges Ende mit dem Familienableger 7 Wonders Architects. Da der Urvater leider für zwei Spielende keine zufriedenstellende Version darstellte holte sich Antoine Bauza, der Schöpfer von 7 Wonders Bruno Cathala mit ins Boot, der sich im Besonderen auf Versionen für zwei Personen versteht. 7 Wonders Duel stellte in der Spieler*innenschaft dann sogar den Urvater in den Schatten und galt als das noch viel gelungenere Spiel. Im letzten Jahr machte dann das Gerücht die Runde, dass es eine neue Version mit dem Herrn der Ringe Thema geben würde und der Hype war geboren. Auch ich, der ich 7 Wonders Duel sehr verehre und ein großer Herr der Ringe Fan bin, konnte mich einer gewissen Faszination nicht entziehen. Ich habe mir das Spiel besorgt und bin tatsächlich ziemlich überrascht über das was ich vorfand.

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Castle Builder – Zahlen(burg)mauer

Castle Builder

Kennt ihr die Zahlenmauern oder auch -pyramiden noch aus dem Matheunterricht? Grundschulkinder lernen mit ihnen die Addition. Da liegt dann immer ein Stein auf zwei anderen und die beiden unteren Zahlen müssen den Zahlenwert des Steins darüber ergeben. Dieses Prinzip scheint die Inspiration für dieses Spiel zu sein. Daniel Fryxelius ist ein Mitglied der spieleverrückten Familie aus Schweden, die rund um das Brettspielen ein Familienbusiness aufgebaut hat. Bisher war er nur als Illustrator aufgefallen, nun also sein erstes Spiel rund um das Thema Burgenbau. Ein Legespiel mit einer interessanten Optik und einigen Schauwerten. Es ist zwar nur ein recht kleines Spiel, aber wer an einem Tisch vorbei geht, an dem Castle Builder gespielt wird, bleibt aufgrund des Materials bestimmt kurz stehen und könnte dann auch, vom simplen und schnellen Spielfluss begeistert, etwas länger verweilen. Aber ich sprinte schon wieder zu weit voraus.

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Rajas of the Ganges: Cards & Karma – Drei ist die Zahl

Rajas of the Ganges: Cards & Karma

Sehr wenig habe ich bisher über die dritte Inkarnation von Rajas of the Ganges gelesen, gehört oder gesehen. Das ist verwunderlich, wenn ich bedenke, wie beliebt der große Urgroßvater war und ist. Rajas of the Ganges ist noch immer eines der beliebtesten Würfeleinsatzspiele überhaupt. Berühmt und berüchtigt für seine beiden entgegenlaufenden Siegpunkteleisten. Ganz großes Kino. Die Würfelspielvariante als Roll & Write (The Dice Charmers) gilt ebenfalls als sehr gelungen und konnte bei uns zu Hause den Urgroßvater sogar verdrängen. Schnell und elegant, so wie ein gutes Roll & Write sein sollte und trotzdem tauchten alle Elemente des großen Spiels hier wieder auf und wer Rajas of the Ganges kennt weiß, das sind einige. Nun also das dritte Spiel und wie sollte es anders sein, nachdem die Würfel hervorgehoben wurden sind nun die Karten an der Reihe. Cards & Karma ist der Titel und hier passiert etwas Außergewöhnliches, denn wir haben es hier mit einem Würfelspiel ohne Würfel zu tun und ich verrate nicht zu viel, wenn ich verspreche, dass auch hier wieder alle Elemente von Urgroßvater drin sind.

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Final Girl – Überleben unwahrscheinlich

Ich könnte bereits beim Schreiben dieser Zeilen dafür garantieren, dass sich durch diese Review wieder einige Fans getriggert fühlen. Dabei geht es mir gar nicht darum hier irgendwen auf die Palme zu bringen, sondern eher darum einige wenige, die vor einer Kaufentscheidung stehen könnten, vor Final Girl zu warnen, denn das Spiel ist definitiv nicht für jeden etwas. Hier kommt nur erschwerend hinzu, dass die Fancommunity keine Kritik zu dulden scheint und das Spiel mit Feuereifer gegen Widerstand verteidigt. Sie erlauben einem gerade noch die Meinung das Spiel nicht zu mögen, aber jegliche Kritik am Spielprinzip wird schon kaum geduldet. Ich möchte aber natürlich noch nicht alles vorwegnehmen. Es könnte beim überschwänglichen öffentlichen Echo aber der Eindruck entstehen, dass das Spiel eher geliebt als gehasst wird und eine sehr hohe Platzierung bei Boardgamegeek lässt Ähnliches vermuten. Doch es gibt auch genügend negative Stimmen, die allerdings in den Hintergrund gedrängt werden.

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Dungeon Designer – Schöner Wohnen

Dungeon Designer

Ein Spiel im Roll Player Universum ist ein Satz der inzwischen unter schon so einigen Spielen auftaucht. Roll Player ist ein Spiel mit einer einzigartigen Thematik, dass von uns forderte einen Rollenspielcharakter zu erstellen. Als Grundlage dient die Welt Ulos mit all ihren Helden, Völkern und Besonderheiten. In Der Kartograph waren wir für die Königin unterwegs um das Land zu erkunden und es zu kartographieren. In Aufbruch nach Ulos wetteifern wir um das Land und in Kerker versuchen wir eine schlagkräftige Truppe im Verlies zusammenzustellen. Die Aufgaben sind so vielfältig wie die Spiele. Nun gesellt sich auch Dungeon Designer dazu, indem wir, wie es der Name schon verrät, Innenarchitekt für ein Dungeon spielen. Ja, mal wieder eine Aufgabe wie im legendären Dungeon Keeper, aber diesmal ein wenig abstrakter und, so viel sei verraten, auch deutlich besser als viele andere Versuche etwas Ähnliches umzusetzen, auch wenn viele Bestandteile von Dungeon Designer nicht wirklich neu sind. Hier wird sich auf das Wesentliche konzentriert und das ist Spielspaß an der gestellten Aufgabe. Den hatten wir hier zu Hauf.

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3 Ring Circus – Zwei sind auf jeden Fall zu wenig

3 Ring Circus

Das Drei-Manegen-Prinzip der amerikanischen Zirkusprägung konnte sich in Europa nicht durchsetzen und deshalb wirkt das Thema, das allein durch den Titel schon vorgegeben wird, auf die meisten Europäer etwas seltsam. Aber der Titel passt definitiv zum Spielprinzip und sollte sich gleich etwas genauer darstellen, wenn ich dieses kurz skizziere. Ich bin aber dennoch sehr überrascht, dass KOSMOS das Spiel auf Deutsch herausgebracht haben. Es stammt zwar im Original von ihrem Partnerverlag Devir, aber es scheint mir dennoch nicht ganz in das Portfolio von KOSMOS zu passen. Egal, rein optisch muss ich sagen, macht 3 Ring Circus von außen erstmal was her und wirkt farbenfroh und bunt als auch ein wenig antiquiert. Schon mal ein Pluspunkt vorneweg. Nun muss mir ja nur noch das Spiel, das sich in der Schachtel verbirgt gefallen. Aber die Namen Fabio Lopiano, dessen Spiel Merw ich sehr verehre und Remo Conzadori, der mich erst vor kurzem mit Captain Flip sehr begeistern konnte, sprechen für das Spiel. Die Neugier war geweckt.

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e-Mission – Ein Klimawandel in der Brettspielbranche?

e-Mission

Im englischen Original heißt e-Mission Daybreak und der deutsche Verlag Schmidtspiele dachte sich das Wortspiel mit der e-Mission passt zum Thema, bei dem es doch auch um Strom und Emissionen geht. Kannste machen, musste aber auch nicht. Die e-Mission ist natürlich DIE Mission die für uns alle oben auf der Liste steht oder besser stehen sollte, denn es gibt ja genügend Realitätsverweigerer und -Innen da draußen, die den Klimawandel leugnen und noch immer so hohle Phrasen dreschen wie: „Das es wärmer wird ist doch schön!“ Da kannst du auch noch so oft erzählen, dass das eine nicht unbedingt was mit dem anderen zu tun hat. Die ganzen Stürme und Fluten, Sturzbäche vom Himmel etc. sind einfach Zufall oder wie es doch eine der amerikanischen Knallchargen der Republikaner behauptete durch Wettermanipulation der Demokraten gemacht. Da kann ich mir gar nicht so viel vor das Gesicht hauen wie ich möchte. e-Mission ist eines der raren Spiele, die sich spielerisch mit sehr realen Problemen auseinandersetzen und eine gewisse Aufmerksamkeit für ein Thema schaffen können. Ich sehne solche Spiele viel mehr herbei. Leider sind sie selten, weshalb wir sie viel publiker machen sollten, damit sie sich nicht nur in der Brettspielszene verbreiten.

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