Die Anarchie – So viele Kästchen

Die Anarchie

Er hat es also wieder getan. Bobby Hill, der Autor des wahrscheinlich expertigsten Flip & Writes auf dem Markt, hat erneut das Genre bedient und einen richtig schweren Klopper für uns vorbereitet. Wobei schwer hier auch durchaus wieder wörtlich genommen werden darf, denn die Garphil Games typische Schachtel wiegt wieder so Einiges und ist bis oben hin prall gefüllt. Ich bin Fan von guten Roll/Flip & Writes und der Vorgänger Hadrianswall gehörte für mich definitiv in diese Kategorie. Darüber hinaus war es aber noch etwas Weiteres, nämlich ein verdammt gutes Solospiel. Das Spiel ließ sich zwar mit bis zu sechs Leuten spielen, aber Interaktion war nahezu Fehlanzeige und alle knobelten still vor sich hin. Die Anarchie ist nun nur noch für vier Spieler*innen konzipiert und hat ein kleines bisschen mehr Interaktion im Gepäck, aber dennoch bleibt auch dieses Spiel für mich eindeutig ein eher solitäres Erlebnis, weswegen ich es als Abschluss meines Schwerpunkts über Solospiele noch gerne hier unterbringen möchte.

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Storyfold: Schattenwald – Ein optisches Meisterwerk

Storyfold: Schattenwald

Keine Panik, ich bin noch da, ich habe mir nur eine kleine Urlaubsauszeit gegönnt und wollte mal ein bisschen ausspannen. Mit frischem Schwung geht es direkt los mit einem echten Hingucker. Rein optisch macht Storyfold: Schattenwald schon mal alles richtig und bietet den geneigten Solospieler*innen eine stimmige Abenteuererfahrung. Sjoerd an der Linde aus den Niederlanden, der mir bisher völlig unbekannt war und von dem eine kurze Recherche ergab, dass dieses Spiel tatsächlich sein Erstling ist. Das ist aufgrund der Erscheinung und Reife mit der dieses Abenteuer daherkommt tatsächlich kaum zu glauben und eine wirklich starke Leistung. Hier hatte jemand eine ganz klare Vision und hat sie wirklich toll umgesetzt. Aber genug der Vorrede kommen wir zu den harten Fakten.

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Kinfire Delve: Callous‘ Lab – Alleine in den Keller

Kinfire Delve: Callous‘ Lab

Ich möchte in den nächsten Wochen schwerpunktmäßig ein paar Solo-Spielerfahrungen hier besprechen. Das Thema wird immer wichtiger und ist längst aus seiner Nische gekrochen. In den nächsten Wochen wird es deshalb einige Reviews zu Spielen geben, die ihr alleine spielen könnt, bzw. solltet, weil sie so meiner Meinung nach am besten funktionieren. Den Anfang mache ich heute mit Kinfire Delve. Dazu sei gesagt, dass es drei verschiedene Versionen von dem Spiel gibt. Callous‘ Lab, welches mir vorliegt, sowie den beiden anderen Titeln Scorn’s Stockade und Vainglory’s Grotto. Auch wenn die Titel Englisch sind, das Spiel gibt es auch komplett in deutscher Sprache. Alle drei Spiele funktionieren nach dem gleichen Prinzip, beinhalten aber unterschiedliche Charaktere und ein komplett anderes Deck, welches es zu bezwingen gilt. Angesiedelt ist alles im Kinfire Universum von Kevin Wilson, welches auch in weiteren Spielen, allen voran Kinfire Chronicles: Night’s Fall, welches ich auch schon auf dem Tisch hatte, aber mich bisher nur kurz dazu äußerte, als Hintergrund dient. Aber auch dazu werde ich hier gleich ein paar Worte verlieren. Also, es gibt viel zu erzählen, fangen wir an.

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Echos der Zeit – Einfach schön

Echos der Zeit

Eines kann ich Echos der Zeit definitiv nicht absprechen: es fällt auf und ist unglaublich hübsch. Allein die Schachtel ist toll gestaltet und lässt uns schon über den Inhalt und die Ausrichtung des Spiels rätseln. Als das Spiel im Vorfeld von Essen 2025 angekündigt wurde, hat allein die Optik ausgereicht es zu einem der meisterwarteten Spiele werden zu lassen. Ein perfektes Beispiel also, was eine gute Fassade ausmachen kann und ich denke allein deswegen wird es sich wohl ganz gut verkauft haben. Viele erwarteten, dank der antropomorphen Tiere, ein zweites Everdell wurden dann aber von den Early Birds schon mal enttäuscht, die es als viel zu seicht und ansahen. Aber was wissen die schon, das spielt die eigene Erwartungshaltung die größte Rolle in der Bewertung. Ich habe dem Spiel von Simone Luciani und Roberto Pellei eine Chance gegeben mich jenseits der hübschen Fassade zu überzeugen.

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Kilia – Ein perfektes Debüt?

Kilia

Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, wie ansprechend andere Spieler*innen das reduzierte Erscheinungsbild von Kilia finden, aber bei mir hat es irgendwie gewirkt. Ich mag das elegante Aussehen des Spiels und als ich dann Bilder des Materials sah, war ich genauso angetan. Mit dem Namen des Autoren konnte ich allerdings nichts anfangen. Lars Ehresmann sagte mir so gar nichts, obwohl das Spiel so wirkte, als sei es von jemandem erdacht worden, der schon einige, mechanisch anspruchsvolle Eurogames auf dem Kerbholz hat. Pustekuchen! Lars Ehresmann kann mir auch gar nichts sagen, weil Kilia sein Erstlingswerk ist und das, soviel sei mal vorweg geschickt, merkst du nicht wirklich. Früher hatte gefühlt jedes zweite Spiel mit Handel im weiteren Sinne zu tun. Heute findest du solche Spiele schon seltener und das ist auch gut so, denn die Vergangenheit hat in dieser Hinsicht reichlich zu bieten. Dennoch solltet ihr hier hellhörig werden und Lars eure Aufmerksamkeit schenken. Diesmal geht es um den Nord-Ostsee-Kanal und die Stadt Kiel, früher Kilia.

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Zenith – Das große Planetenzerren

Zenith

An Zenith wäre ich tatsächlich genauso vorbeigelaufen, wie im Vorjahr an Captain Flip. Warum? Die Optik auf der Schachtel hätte mich jeweils nicht angesprochen und erst gar nicht dazu verführt es einmal auszuprobieren. Aber zum Glück gibt es ja ein vielfältiges Informationsspektrum. Im Fall von Captain Flip waren das diverse Blogs, die davon berichteten, dass dieses Spiel ungewöhnlich einfach und gut wäre. Warum ich gerade Captain Flip erwähne? Nun, es ist von einem neuen Verlag: PlayPunk. Dieser konnte gleich eine Nominierung zum Spiel des Jahres einfahren. Zenith ist das zweite Spiel von PlayPunk und landete in diesem Jahr auf der Empfehlungsliste für das Kennerspiel des Jahres. Nun mögen manche unken, der Jahrgang war gerade in diesem Segment auch nicht besonders gut gefüllt, aber ich empfinde das als starke Leistung für einen so jungen Verlag, hinter dem natürlich erfahrene Köpfe stecken. Zenith kam also ohne jedes Vorwissen über den Inhalt auf den Tisch, weil wir es einfach aufgrund des Verlags und seines Vorgängers ausprobieren wollten. Wir bekamen erneut etwas, dass wir nicht erwartet hatten.

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Auf nach Japan! – Lasst uns eine Reise planen

Auf nach Japan!

Josh Wood ist ein Autor, den, so behaupte ich zumindest, gar nicht so viele Spieler*innen auf dem Schirm haben. Das ist ein Fehler, denn für mich gehört er auf jeden Fall zu den beachtenswerten Autoren da draußen. Ich besitze in der Tat jedes seiner veröffentlichten Spiele, was nicht schwierig ist, weil das bisher nur drei Stück sind und einige Erweiterungen für das tolle Tiny Towns hat er ebenso gemacht. Die drei Spiele sind alle hervorragend und haben eines gemeinsam. Ihr Erfolg in unseren Breitengraden hält sich in Grenzen, zumindest höre und lese ich selten von seinen Spielen. Cat Lady war sein erstes Spiel und nicht nur für Katzenliebhaber*innen ist dieses kleine pinke Spiel, welches bei Pegasus erschienen ist, eine tolle Erfahrung. Mit Santa Monica kam dann für meinen Geschmack einer der thematisch und spielerisch tollste Tableau-Builder überhaupt heraus und irgendwie hat das keiner auf dem Schirm. Absolut tolles Spiel mit einzigartigem Thema. Nun also Auf nach Japan! Auch das, so viel kann ich schon verraten, wird erst einmal in meiner Sammlung bleiben.

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