Top 20 Spiele für Zwei

Es ist schon etwas länger her, dass ich zwei Toplisten veröffentlicht habe, die sich mit dem Thema des Spielens zu zweit beschäftigt haben. Eine Liste mit den meiner Meinung nach zehn besten 2-Personenspielen und eine mit den meiner Meinung nach zehn besten Spielen zu zweit, also auch durchaus Spiele, die man mit mehreren Leuten spielen kann, die aber sehr gut, oder vielleicht sogar am besten zu zweit funktionieren. Das sind nämlich schon zwei unterschiedliche Dinge. Das ist wie erwähnt schon eine Weile her, weshalb ich mir gedacht habe das Ganze mal wieder zu erneuern. Man lernt ja über die Jahre sehr viel Neues kennen, dass durchaus Chancen hat in einer solchen Liste aufgenommen zu werden. Dieses mal möchte ich die beiden Listen zusammenfassen und mache deshalb eine Top 20 daraus. Außerdem habe ich mich entschlossen, zwei Spiele, die ansonsten unter Garantie darin auftauchen würden, außen vor zu lassen. Dabei handelt es sich um Magic – The Gathering und Blood Bowl. Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, weiß dass ich große Sympathien für beide Spiele hege, weil ich beide sehr lange und sehr intensiv betrieben habe. Allerdings sind beide Spiele eher etwas Abseits der sonstigen Brett- und Kartenspiele zu sehen, weswegen ich sie hier nicht mitaufnehmen möchte. Ansonsten gilt hier nur die Regel, dass das Spiel für zwei Spieler gut sein muss, egal ob reines 2-Personenspiel oder nicht.

Mandala

20 – Mandala

In meiner Review bezeichne ich Mandala als den neuen Star am 2-Spieler-Himmel. Das Spiel kam 2019 heraus und fand auf Anhieb seine Freunde. Ich gehöre dazu und spiele es sehr gern. Mandala ist ein abstraktes Strategiespiel, das mit einem Leinentuch als Spielfeld daherkommt und ansonsten nur mit quadratischen Karten gespielt wird, die sechs Farben repräsentieren. Mehr braucht man nicht. Das Spielfeld zeigt zwei große Mandalas in der Mitte und teilt diese jeweils in drei Teile. Jedes Mandala hat einen zentralen Bereich und einen Bereich für jeden Spieler. Vor den Spielern befinden sich noch Ablagemöglichkeiten für die Karten. Man spielt nun solange nach wenigen Regeln Karten in die Bereiche, bis in einem Mandala alle sechs Farben vertreten sind. Derjenige der mehr Karten in seinem Bereich liegen hat sucht sich zunächst Karten aus dem Zentrum des Mandalas aus und legt sie vor sich ab. Die Ablagefelder müssen in der vorgegebenen Reihenfolge von links nach rechts befüllt werden und sind aufsteigend immer mehr Punkte wert. Am Ende gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte verdient hat. Ein so simples und doch tolles Spiel, dass erst auf den zweiten Blick seine ganze Tiefe aufblitzen läßt, da man immer wieder auf die aktuelle Situation reagieren muss. Ein Spiel mit einem kleinen Glücksmoment, dass mir richtig gut gefällt.


Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel

19 – Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel

Bevor es hier zu Verwechslungen kommt, ich meine hier schon das alte Kartenspiel, dass heutzutage eher als Catan – Das Duell bekannt sein dürfte. Das Spiel kam bereits 1996 heraus und machte Catan auch für zwei Spieler spielbar. Na ja, es ist schon ein wenig anders als das große Catan und hat sehr viele Erweiterungen bekommen, aber für mich ist es bis heute das etwas bessere Spiel. Vor allem kann man es heute immer noch gut spielen wie ich finde auch wenn die Blütezeit auch hier schon ein wenig vorbei ist. Das gilt aber für die große Version meines erachtens noch viel mehr. Das Kartenspiel ist ein schöner Wettlauf für zwei Spieler und die Stadtentwicklung über die Karten mit verschiedenen Gebäuden gehört auch heute noch zu meinen Lieblingen. Natürlich kann einen auch in diesem Spiel das Glück nicht ganz so hold sein, aber mir macht dieser Glücksfaktor nichts aus. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass er vorhanden ist. Genauso muss man einen relativ großen Tisch für das Spiel haben, da die vielen quadratischen Karten der beiden Spieler schon eine ganze Menge Platz verbrauchen. Ein tolles Stadtaufbau und Handelsspiel für zwei Personen, dass auch heute noch Spaß macht.


Twilight Struggle

18 – Twilight Sruggle

Oder Gleichgewicht des Schreckens wie die deutsche Version heißt, die allerdings niemand so nennt. Auch dieses Spiel ist ein reines 2-Personenspiel, wie bisher alle in dieser Liste. Allerdings ist Twilight Struggle das mit Abstand komplexeste Spiel in dieser Topliste. Wer richtig tief in die Geschichte, die Weltpolitik, den Kalten Krieg und damit in enorm strategische und taktische Gefilde abtauchen möchte, der sollte sich einen Gleichgesinnten suchen und für ca. drei Stunden in dieses Spiel abtauchen, das sehr lange Zeit der einzige und beste Vertreter der mehrfachbenutzbaren Kartenmechanik war. Jede Karte in diesem Spiel ist auf verschiedene Art und Weise benutzbar. Sie stellen alle historische Ereignisse dar und können auch für die anderen Mechaniken im Spiel benutzt werden. Man muss sich sowohl langfristige Strategien überlegen, als auch immer wieder taktisch reagieren, auf das, was der Gegenspieler da so überraschenderweise aus dem Hut zaubert. Definitiv keine leichte Kost, aber eine die sich für Strategen lohnt.


Le Havre – Der Binnenhafen

17 – Le Havre – Der Binnenhafen

Uwe Rosenberg darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen und somit kommt er auf Rang 17 mit einem schon recht alten Vertreter. Die zwei Spieler Variante von Le Havre, der Binnenhafen, gehört bei uns fest zu unseren Zweispielervergnügen. Ein wirklicher gutdurchdachter Rondellmechanismus, bei dem wir bestimmte Gebäude, die wir in unserem Hafen errichtet haben nur nach einer bestimmten Abklingzeit wieder benutzen können, macht das Spiel so interessant und einzigartig. Der Clou ist, dass beide Spieler an der gleichen Stadt arbeiten und jeder die Gebäude benutzen kann. Ein ähnliches Spiel für zwei kenne ich bis heute nicht. Geschickt müssen die Spieler mit ihren Ressourcen in einem Speichergebäude haushalten und müssen die Fähigkeiten der gebauten Gebäude benutzen. Am Ende geht es natürlich auch hier um Punkte. Ein weiteres gutes Spiel aus der Lookout „Spiele für Zwei“- Serie. Optisch und vom Material könnte das Spiel eine Überarbeitung gebrauchen aber spielerisch ist es immer noch top.


Pagoda

16 – Pagoda

Das Spiel von Arve D. Fühler ist vielen wahrscheinlich unbekannt, denn es flog seinerzeit und auch heute immer noch unter dem Radar. Mit viel Glück kann man aber immer noch eine Kopie ergattern, denn dieses Bauspiel ist ein wirklich hervorragendes 2-Personenspiel. Die beiden Kontrahenten wetteifern um den Bau von insgesamt sechs Pagoden. Gebaut würden müssen jeweils Stockwerke aus Säulen und einem Boden. Nach vier Stockwerken ist Schluß und ein Dach muss als letztes oben drauf. Je höher Teile eingebaut werden, desto mehr Punkte bringen sie dem Baumeister. Der Einbau der Säulen und Dächer wird über Farbkarten gesteuert, denn die Bauteile haben eine von fünf Farben. Jeder Spieler hält eine Kartenhand und darf pro Runde maximal drei Aktionen ausführen, für die er diese Karten benötigt. Es geht vor allem das richitge Timing zu haben, wann man an welcher Pagode weiterbaut, um möglichst viele Punkte zu generieren. Die Handkarten müssen dabei natürlich beachtet werden und damit noch eine gewissen Würze ins Spiel kommt gibt es noch Sonderfähigkeiten, die man im Laufe des Spiels einsetzen kann. Ein richtig tolles Spiel für zwei, das leider bisher nicht die Beachtung bekam, die es verdient.


Seikatsu

15 – Seikatsu

Bisher waren alles reine Spiele für Zwei, mit Seikatsu weiche ich das ganze jetzt erstmals auf, denn Seikatsu kann man sowohl zu zweit als auch noch zu dritt spielen. Allerdings gefällt es mir als Spiel für zwei noch ein wenig besser als zu dritt. Dazu ist dieses Spiel noch ausgesprochen schön produziert. Huch leistet da wirklich tolle Arbeit. Seikatsu ist ein kleines abstraktes Legespiel für Taktiker. Es geht darum auf dem Spielfeld kleine Scheiben mit Vögeln und Blumen darauf in möglichst gewinnbringende Kombinationen auszulegen. Nachbarschaften und Reihen sind dabei von Vorteil. Vögel wollen neben gleichen Vögeln platziert werden und die Blümchen in möglichst langen Reihen. Von denen man insgesamt sieben Stück zur Verfügung hat. Das ganze wird auf einem sechseckigen Feld gespielt, weswegen man es eben auch gut zu dritt spielen kann. Material und Optik gefallen mir irgendwie und auch das Spiel ist sehr gelungen und echt schnell gespeilt. 10 bis 15 Minuten für eine Partie sind normal. Ein kleines Vergnügen, dass man immer wieder aus dem Schrank holt. Ebenfalls ein Spiel, dass ein wenig unter dem Radar flog.


Villainous

14 – Villainous

Ich lasse es mal neutral stehen. Inzwischen gibt es ja nicht nur Disney Villainous sondern auch Marvel, aber letzteres kenne ich gar nicht, stelle mir aber vor, dass es ähnlich funktioniert. Villainous ist ein tolles Spiel mit toller Ausstattung hat aber glaube ich ein Imageproblem. Zum einen die Disneymarke, die es für viele gleich doch sehr in den Mainstreammarkt rückt und die meisten es für seichter halten als es tatsächlich ist und zweitens glaube ich das man es von vornherein als Spiel für zwei hätte herausbringen sollen. Denn hier ist es eindeutig am stärksten. Man kann es auch ohne Probleme zu dritt oder viert Spielen aber gar mit 5 oder 6 Spielern wird es echt schwierig und langwierig. Optionaler Mehrspielermodus und ansonsten ein Duell für zwei Bösewichte. Ich finde es nach wie vor faszinierend, was Prospero Hall hier an Kreativität aus den ganzen Bösewichtern herausholt. Fast alle spielen sich irgendwie unterschiedlich und haben verschiedenene Siegbedingungen und es scheint ihnen immer noch etwas einzufallen. Bisher sind 15 verschiedene Bösewichte erschienen und lassen das Spiel immer wieder neu erscheinen. Ich kann nur empfehlen Villainous zunächst zu zweit auszuprobieren, bevor man sich ein gutes Spiel ein wenig selbst kaputt machen würde.


Imperial Settlers: Empires of the North

13 – Imperial Settlers: Empires of the North

Für die Imperial Settlers gilt Ähnliches, wie für Villainous auch. Es ist am stärksten zu zweit, obwohl man es auch mit mehr Spielern spielen kann. Ich bin totaler Imperial Settlers Fan, aber inzwischen haben mich auch die Empires of the North abgeholt. Eine etwas einfachere Variante mit vorgefertigten Decks, die sich in jeder Partie gleich anfühlen. Somit kann man sich auf die einzelnen Völker einspielen und weiss recht bald, wie sie funktionieren und gegen welches Volk sie sich wie schlagen. Die Achillesverse ist in diesem Fall die Abwechslung und da haben Portal Games bzw. Pegasus recht schnell klargemacht, wo die Reise hingeht. Inzwischen gibt es schon drei Völker Erweiterungen mit jeweils zwei Decks, so dass man momentan aus zwölf Decks wählen kann, was ersteinmal genug Abwechslung darstellt. Gegenüber seinem Vorgänger ist es ein wenig simpler und einfacher zu erlernen, weil man nicht ganz soviel beachten muss und das Deck einfach immer funktioniert. Ein tolles Kartenaufbauspiel mit richtig schönem Material und gelungener Optik.


Mystic Vale

12 – Mystic Vale

Auch Mystic Vale darf in dieser Liste nicht fehlen, wobei man das tatsächlcih auch gut zu dritt oder viert Spielen kann. Muss man aber nicht und ich finde es zu zweit am stärksten. Einschränkend möchte ich hier nur noch dazu sagen, dass ich dieses Spiel nur mit mindestens einer Erweiterung empfehle. Das Grundspiel allein, besteht mir aus zu wenigen Karten, so dass die Abwechslung stark darunter leidet. Auch sind die Anführerkarten, die in den Erweiterungen hinzu kommen meiner Meinung nach wichtig, um den Spielern ein wenig Führung zu geben und ihnen das Thema etwas mehr vermitteln. Es fühlt sich irgendwie besser an, weil man jemanden verkörpert und man eine Idee dafür bekommt, warum man hiher verscuht das verdorbene Tal mit seinem Druiden wieder in fruchtbares und magisches Land zu verwandeln. Der Mechanismus ist toll. Seine eigenen Karten über das Spiel zu entwickeln ist super und mir macht das Spiel wirklich immer Spaß, auch wenn ich nie gegen meine Frau gewinnen kann. Wer die Chance hat an Mystic Vale zu kommen, der sollte ihm durchaus eine Chance geben. Der Einstieg ist wirklich nicht so schwierig.


Arkham Horror – Das Kartenspiel

11 – Arkham Horror – Das Kartenspiel

Ich war schon immer ein großer Fan von H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos. Thematisch holen mich die Spiele eigentlich immer ab, auch wenn mir spielerisch nicht alle gefallen. Ich mochte aber schon das Sammelkartenspiel und habe eine Erfüllung in diesem Spiel gefunden. Warum dann nur Platz 11? Ich spiele es am liebsten alleine. Es gibt kein anderes Spiel in das ich Solo soviel Zeit versenken kann, wie in dieses hier und manchmal sitzte ich einfach nur von den toll illustrierten Karten und schaue sie mir an. Hier geht es aber um Spiele für zwei und auch da macht das Kartenspiel einen guten Job. Prinzipiell zwar auch zu dritt oder viert spielbar, ist es aber in intimer Besetzung genau richtig, denn hier kann man so richtig in die schaurige Welt von Cthulhu eintauchen und erlebt mit jedem einzelnen Abenteuer etwas komplett Neues. Die Abenteuer in der Grundbox sind da nur der schwache Auftakt zu einer Reise durch die Kreativität der Autoren und meine Güte, haben die sich hier Sachen überlegt, wie man aus ein paar Karten soviel spielerische Abwechslung herausholen kann. Es juckt mir schon wieder in den Fingern eine neue Kampagne zu starten, alleine mir fehlt die Zeit momentan.


Res Arcana

10 – Res Arcana

Es soll ja Menschen geben, die sich den Erfolg von Res Arcana nicht erklären können. Die einfach nicht verstehen, warum dieses Spiel so gut ankommt. Es gibt ein paar Dinge, die man bei Res Arcana einfach beachten muss und die es vortäuscht zu sein, wenn man die Anleitung gelesen hat. Erstens, man kann das Spiel auch zu dritt oder viert Spielen. Das sollte man nicht unbedingt tun. Als Duellspiel zwischen zwei Magieren ist es genau da, wo es sein soll. Das zweite ist, man sollte nicht die Basisversion von Res Arcana spielen,, sondern die Variante mit dem Drafting aus dem Anhang der Regel, denn einfach nur irgendwelche Karten zu verteilen und damit loszulegen, ist tatsächlich nicht ganz so toll, weil man bei dem begrenzten Kartenpool, den man mit nur acht Karten zur Verfügung hat, immer auch Karten dabei hat, die man gar nicht gebrauchen kann. Das kann beim Draften zwar auch passieren, aber hier hat man die Möglichkeit vorher tolle Kombinationen zu ziehen und sich schöne Synergien zu erdraften, was für meinen Geschmack zu einem besseren Spielgefühl beiträgt. Ansonsten ist Res Arcana ein Kleinod. Völligstens unaufgeregt lässt es uns ein Duell gegen einen anderen Spieler führen, bei dem derjenige geinnt, der seine Ressourcen am besten im Griff hat und am schnellsten zehn Punkte erreicht.


Imperial Settlers

9 – Imperial Settlers

Neben Empires of the North findet sich auch der Vorgänger Imperial Settlers in meiner Liste wieder. Beide Spiele gehören hier rein und sollen auch entsprechend gewürdigt werden. Sie sind zwar ähnlich, aber dann doch sehr eigenständig. Mir gefällt die Urversion immer noch ein wenig besser, weil sie mir als Spieler mehr Möglichkeiten zur Entfaltung innerhalb meines Volkes lässt. Die Decks hier sind wesentlich größer und haben meistens nicht nur einen Aspekt, sondern können auf verschiedene Arten gespielt werden. Ganz so als würde man die Clandecks eines unterschiedlichen Volks bei Empires of the North zusammenschmeißen und damit spielen. In einer Partie wird man sich nie ganz durch sein Deck arbeiten, um alle Aspekte wiederzufinden. Das stellt mich als Spieler vor interessantere Entscheidungen, weil ich mich an die Situation anpassen muss, dass ich jetzt nicht das bekomme, was ich vielleicht gerbauchen könnte und das bei weniger Karten früher oder später doch auftauchen würde. Das macht Imperial Settlers für mich zum besseren Spiel, oder sagen wir besser, zum Spiel, dass mir mehr Freude bereitet. Ansonsten muss ich mir in beiden versuchen eine stimmige Engine aufzubauen mit der ich mein Volk über Ressourcen zum Sieg bewegen kann. Nach wie vor ein tolles Spiel für zwei Personen, bei dem ich nie auf die Idee kommen würde es mit mehr Spielern zu spielen.


Targi

8 – Targi

Kommen wir zurück zu den reinen Spielen für Zwei. Targi aus der Kosmos-Serie ist und bleibt das stärkste Spiel aus dieser Serie. Der Wettstreit zweier Wüstenstämme bleibt spielerisch atemberaubend und Andreas Steigers einziges Werk. Mit einem Koordinatenmechanismus ausgestattet verscuhen die Spieler sich die besten Ressourcen zu sichern, um ihren Stamm in der Wüste zu versorgen. Das Spiel besteht nur aus Karten und ein paar Markern und kommt einem doch wie ein komplettes Brettspiel vor. Nebend den Rohstoffen versucht man noch sich aus verschiedensten Stammeskarten die wertvollsten und ertragreichsten zu erspielen, um sich durchzusetzen. Faszinierend was man aus so wenig spielerisch herausholen kann. Wer das Spiel nocheinmal neu erleben möchte, der sollte sich die Erweiterung dazu gönnen und das Spiel auf ein neues Niveau erheben. Danach wird man es nie weider ohne diese Spielen. Nach wie vor ist es mehr als verwunderlich, dass der Mechanismus mit den Koordinaten sich nicht in unzähligen anderen Brettspielen wiederfindet, obwohl er es verdient hätte noch weiter ausgereizt zu werden.


Arler Erde

7 – Arler Erde

Auf Platz 7 findet sich ein weiteres Mal Uwe Rosenberg wieder, dessen Spiele ich durchaus sehr gerne Spiele. Viele seiner großen Werke haben einen eklatanten Nachteil. Sie benötigen wahnsinnig viel Platz auf dem Tisch und der Aufbau dauert aufgrund der Menge an Material meist recht lang. Das ist auch bei Arler Erde nicht anders und wenn ich eine Top 100 in dieser Kategorie machen würde, müsste ich auch weitere seiner Spiele nennen, denn sie alle sind zu zweit sehr gut spielbar. Arler Erde ist aber von Haus aus ein Spiel für nur zwei Personen und das macht es so besonders. Es ist nämlich ansonsten ein genauso komplexes Machwerk wie Caverna oder Ein Fest für Odin. Es gibt viel zu beachten und zu optimieren. Ressourcen zu sammeln und Arbeiter einzusetzen. Das Spielfeld ist auf zwei Spieler abgestimmt und alles sieht schnuckelig aus und hat seinen Platz. Auch hier geht es mir wie mit vielen seiner Spiele, wenn man drin ist, ist alles ganz einfach, aber die Hürde sich das alles beizubringen kann schon abschrecken. Keines seiner großen Spiele hat bisher unsere Sammlung wieder verlassen, auch wenn wir sie selten auf den Tisch bringen können, auch Arler Erde wird bleiben und für diejenigen, die schon immer einmal wissen wollten, was ein Uwe Rosenbergspiel ausmacht und die nur zu zweit sind, die sollten sich sein Heimatspiel zulegen. Hier wird versucht einem Ostfriesland näherzubringen und das auf eine wirklich charmante Art mit einem schönen Worker-Placement-Spiel.


Jaipur

6 – Jaipur

Ich bleibe bei Spielen für zwei und benenne auf Platz 6 das fabelhafte Jaipur von Sébastien Pauchon. Wenn wir Jaipur mal wieder aus dem Schrank holen, dann bleibt es ersteinmal eine ganze Weile wieder draußen, denn man spielt plötzlich ständig wieder ein bis zwei Runden dieses genialen Handelsspiels. Wir tauschen mit unserem Gegenüber und dem neutralen Markt Warenkarten aus, nehmen uns Kamele und verkaufen unsere Warenkarten irgendwann gegen Münzen, die uns Punkte bringen. Wer eine Ware früh verkauft erhält die wertvollsten Münzen. Wer viel von der gleichen Ware verkauft bekommt Bonusmünzen. Hier gilt es viele kluge Entscheidungen zu treffen und auf die Waren zu reagieren die angeboten werden. Jaipur ist so genial wie einfach und macht einfach immer wieder Spaß. Das Spiel hat schon über zehn Jahre auf dem Buckel und hat alle Chancen zu einem modernen Klassiker zu werden. Vielmehr als ein paar Münzen und Karten braucht es manchmal nicht, um ein sehr gutes Spiel darauß zu entwickeln. Wer Jaipur nicht kennt hat definitiv was verpasst und sollte das schleunigst nachholen.


Patchwork

5 – Patchwork

Und nochmal Uwe Rosenberg. Ohne Patchwork geht in dieser Liste gar nichts. Genau wie Jaipur ist dieses Spiel genial und einfach. Ein absoluter Dauerbrenner. Rosenberg hat ein Talent dafür seltsame Themen in Brettspielen zu verarbeiten, wer hätte gedacht das ein Spiel über Ostfriesland so beliebt sein würde und hier dann auch noch Quilts. Ja, die mit kleinen bemusterten Flicken versehenden Decken. Die Spieler müssen Flicken erwerben und diese auf ihren Decken so anbringen, dass sie nach Möglichkeit ziemlich viel Fläche des Quilts bedecken. Kaufen tun sie diese diversgeformten Plättchen mit Knöpfen, die sie im Laufe der Zeit mit ihrem Quilt verdienen. Denn manche der Plättchen zeigen diese Knöpfe und wann immer wir auf dem eigentlichen Spielfeld über ein Knopfsymbol vorrücken, erhalten wir soviele Knöpfe wie auf dem Quilt vernäht sind. Ein packender Wettkampf um Knöpfe und die besten Flicken. Klingt seltsam? Ist es aber gar nicht! Patchwork ist für mich eines der besten Puzzlelegespiele und eines der besten Spiele für zwei die man meines erachtens besitzen kann.


Paladine des Westfrankenreichs

4 – Paladine des Westfrankenreichs

Diese Platzierung wird einige vielleicht überraschen, aber Paladine des Westfrankenreichs gehört für meine Frau und mich in den letzten Jahren zu unseren Lieblingsspielen und wir finden es beide zu zweit besser als mit einer volleren Besetzung. Während die Architekten erst zu voller Blüte kommen, wenn mehr Spieler dabei sind, erscheinen uns die Paladine in einer kleinen Besetzung doch noch um einiges besser. Abgesehen davon benötigt man für eine Partie zu viert gerade lächerlich viel Tischplatz. Selbst eine Partie für zwei können wir nicht ohne weitere Hilfsmittel auf unserem Tisch aufbauen, tun es aber dann doch immer wieder, weil der Fluss des Spiels uns som mitreißt. Obwohl man doch zwei Stunden an den Paladinen spielen kann, kommt einem die Zeit nie so lang vor, man hat immer etwas zu tun, zu überdenken und schwupps ist der Gegner auch schon wieder fertig. Als Worker-Placement-Spiel mit interessantem Mechnismus ist es sowie so alle erste Sahne. Hier gibt es soviel zu beachten und so viele Möglichkeiten Punkte zu holen und das Spiel zu entscheiden, dass es eine wahre Pracht ist. Ich kann jedem dieses Spiel für zwei Spieler nur ganz wärmstens empfehlen. Wer komplexe Spiele für zwei Spieler mag, wird hier nicht falsch liegen.


Flügelschlag

3 – Flügelschlag

Ein weiterer Titel, den nicht unbedingt jeder hier erwarten würde ist Flügelschlag. Ich bin großer Fan von Flügelschlag und habe das Spiel sowohl Solo, als auch zu zweit, dritt und viert bereits gespielt. Mit fünf Spielern lehne ich es sogar komplett ab. Nach meiner Meinung ist Flügelschlag am besten wenn man es zu zweit spielt. Was soll man sonst noch zu diesem Meisterwerk sagen? Hier stimmt einfach alles. Optisch herausragend, vom Material super, thematisch der Knaller und auch spielerisch eine Granate. Elizabeth Hargrave und Stonemeier Games haben mit diesem Spiel einfach alles richtig gemacht. Ein kartenbasierter Enginebuilder, bei dem wir Vögel durch Futter in unser Reservat locken müssen. In drei unterschiedlichen Habitaten können wir unterschiedliche Aktionen auswählen und alle Vögel die in einem Habitat ausliegen, werden der Reihe nach abgearbeitet und lösen ihre Fähigkeiten aus. Flügelschlag ist eh in aller Munde, aber ich möchte noch einmal klar herausstellen, dass das Spiel nach meiner Meinung zu zweit am besten funktioniert und ein absoluter Überflieger ist, den jeder der gerne zu zweit spielt sein Eigen nennen sollte.


Dominion

2 – Dominion

Auf Platz zwei kommt für mich ein, wenn nicht sogar DER moderne Klassiker schlechthin. Dominion, das Spiel, dass Deckbuilding erst zu einem Begriff für die meisten Brettspieler machte. Genau wie bei Flügelschlag ist zu diesem Spiel bereits alles gesagt. Es gibt mittlerweile genügend andere Spiele, die die Kernmechanik von Dominion nehmen und sie in etwas Neuartiges und vielleicht auch Besseres, weil thematisch und spielerisch Umfangreichers, verwandeln, aber Dominion ist und bleibt pur so wie es ist, ein fantastisches Spiel. Alle Erweiterungen, die dem Spiel mehr Beiwerk hinzufügen machen Dominion für meinen Geschmack nicht besser. Es ist gut so wie es ist. Karten die im Sinne des Hauptspiels funktionieren können gerne hinzukommen, aber alles andere stört mich eher. Man kann es zu dritt oder viert spielen, aber warum sollte man? Es bringt nur Downtime und Chaos. Zu zweit ist und bleibt Dominion auf den Punkt und gehört für mich und auch meine Frau, nach wie vor zum besten was der Zweispielersektor hergibt.


1 – 7 Wonders Duel

Dieses Spiel braucht keinen Trommelwirbel mehr. Es steht felsenfest wie einzementiert auf Platz Eins meiner Top Ten der besten Zweipersonenspiele und hat völlig zurecht mein Prädikat, den Spieltrollorden, erhalten. 7 Wonders Duel ist die Variante von 7 Wonders für nur 2 Spieler und die hat es in sich. Bruno Cathala und Antoine Bauza ist es gelungen das Konzept des großen Bruders in eine fantastische, fast noch bessere, Version für zwei Spieler zu verwandeln. Super einfaches Spielprinzip, bei dem man eigentlich nicht viel mehr tut, als in jeder Runde eine Karte zu draften. Wie man daraus aber die meisten Punkte macht, um das Spiel zu gewinnen ist dann aber gar nicht mal so einfach und erfordert taktische sowie strategische Überlegungen, da man in den Bereichen Wissenschaft, Militär und Stadtentwicklung gleichermaßen punkten kann. Zusätzlich gilt es auch noch eines der namensgebenden Weltwunder zu errichten und seine Vorteile zu genießen. Bei 7 Wonders stimmt einfach alles! Schöne Grafiken, gutes Material, einfaches Spielprinzip und ein komplexes Spielerlebnis. Auch nach unzähligen Runden wird es mir persönlich nicht langweilig, da man immer wieder andere Situationen vorfindet mit denen man planen muss. 7 Wonders Duel ist meiner Meinung nach das derzeit beste Spiel für zwei auf dem Markt.

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