Navoria – Spiel mit Erwartungen

Navoria

Strohmann Games haben sich mit Navoria ein Spiel zur Lokalisierung für den deutschen Markt gesichert, welches in der Vergangenheit tatsächlich schon mal für eine Kontroverse gesorgt hat und darüber hinaus bei einigen Spieler*innen eventuell mit falschen Erwartungen gespielt hat. Dafür kann Navoria nichts, denn die Erwartungen dieser Spieler*innen basieren schlicht auf ihrer eigenen Unwissenheit. Das alles hat mit dem äußeren Erscheinungsbild zu tun und der Tatsache das der Zeichenstil von Meng Chunlin von Kyle Ferrin inspiriert worden zu sein scheint. Dieser Kyle Ferrin gestaltet die Spiele von Leder Games und die haben das niedlich wirkende Root zu verantworten. Auch Root verwendet niedliche und bedruckte Holzfigürchen, das Schachtelformat ist ähnlich und schon dachten wohl einige das Navoria etwas mit den Spielen von Leder Games zu tun hat und waren zunächst wohl gehyped, dann aber enttäuscht und schließlich verärgert, weil sie das Spiel oder den Stil der Illustrationen für geklaut hielten. Ist natürlich Quatsch, aber es sorgte für ein wenig Aufmerksamkeit. Root und Navoria miteinander zu vergleichen ist aber wie das Verhältnis von Äpfeln zu Birnen oder Tellern zu Tassen – Spiele, Obst, Geschirr, danach enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon fast.

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Cities – Große Städte, große Pläne

Cities

Phil Walker-Harding, einer meiner Lieblingsautoren, wenn es um zugängliche Familienspiele geht, hat sich in seinem neuesten Spiel mit Steve Finn zusammengetan, der mir vor allem durch die schöne Gartenserie mit Kräuter- und Blumengarten bekannt ist. Herausgekommen ist dabei ein Stadtbauspiel, welches mich zunächst durch seine Optik und das hübsche Cover einfangen konnte. Das Spiel sieht im Inneren dann deutlich nüchterner aus, wartet aber dafür mit einer nicht erwartbaren Variabilität auf. Das ist zum einen verwunderlich da das Spiel in einer recht kleinen Verpackung daher kommt und zum anderen aufgrund von nur vier Seiten Regeln eine solche Vielfalt einfach nicht vermuten lässt. Insofern scheint der Untertitel der da auf der Verpackung prangt durchaus Programm zu sein. Aber schauen wir uns das Spiel einmal etwas genauer an.

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Ökosystem – Die Drafting-Einführung

Ökosystem

Ich mag ja Drafting-Spiele sehr gern, von daher bin ich immer dabei, wenn es etwas auszuwählen gibt. Für diejenigen die mit dem Begriff nichts anfangen können, sei kurz erwähnt, dass in der Brettspielszene damit in der Regel das Auswählen einer Karte/Würfel etc. aus einer begrenzten Auswahl gemeint ist. Es geht also darum, das für uns Beste aus einer beschränkten Auswahl zu wählen. Mehr müsst ihr gar nicht wissen. Warum mag ich das so sehr? Ich war in einem früheren Leben mal Magicspieler und da gibt es den Spielmodus des Boosterdrafts, bei dem die Teilnehmenden sich aus frisch geöffneten Boosterpacks Karten auswählen und so nach und nach ein Deck entwickeln, mit dem sie danach gegen die anderen antreten. Es geht also darum schnell zu erfassen, welche Synergien in den Karten stecken und spielstarke Karten zu identifizieren. Das überträgt sich als Mechanik auf heutige Brett- und Kartenspiele. Ökosystem ist ein Spiel das nur auf diese Mechanik setzt und uns damit herausfordert gegen unsere Mitspieler*innen auf diese Weise die meisten Punkte aus unserem Tableau herauszuholen. Es gibt gute und schlechte Draftingspiele. Ökosystem ist so…

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Agent Avenue – Bluff Boulevard

Agent Avenue

Bluffspiele sind eigentlich gar nicht so sehr mein Ding. Auch stehen so super konfrontative Spiele bei uns gar nicht hoch im Kurs und dennoch musste ich mir Agent Avenue zulegen, als ich zum ersten Mal etwas davon hörte und vor allem sah. Das liegt nämlich vor allem an der phänomenalen Optik, mit der die Illustratorin Fanny Pastor-Berlie dieses kleine Spiel versehen hat. Darüber hinaus ist hier aber auch ein Mechanismus verbaut, der Bluffspiele für mich ertragbar macht und den ich schon beim guten Hanamikoji sehr geliebt habe: „I Split, You choose“ nennen die Gamer diesen in ihrem Jargon. Zu Deutsch halt „Ich teile, du wählst“. Vielmehr braucht es dann auch schon fast gar nicht, um ein mehr als interessantes Spiel zu inszenieren. Das Ehepaar Christian und Laura Kudahl aus Dänemark liefert hier mit ihrem Erstling ein erstaunliches Debüt ab, mit dem ich vorher so nicht gerechnet hatte. Vielleicht ist es sogar ein Spiel, das wir in nicht allzu ferner Zukunft auch beim Spiel des Jahres in irgendeiner Form wiedersehen werden. Mal schauen.

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Castle Combo – Mein Spiel des Jahres 2024

Castle Combo

Ich habe ja bereits im letzten Jahr viel Werbung für dieses Spiel gemacht und das obwohl es noch gar nicht bei uns in Deutschland erschienen ist. Auf der Boardgamearena war es aber bereits auf Deutsch spielbar und ich hatte wirklich sehr viel Spaß damit. Ich war wirklich ein bisschen geschockt als ich erfuhr, dass die deutsche Version erst im März 2025 erscheinen sollte. Das Spielmaterial ist ja nicht gerade üppig, alles weitestgehend sprachneutral und so viele Regeln hat das Spiel ja nun auch nicht, wie ihr gleich lesen könnt. Soviel sei schon mal vorweg gesagt, ich finde Castle Combo großartig und es wäre in der Tat auch mein Spiel des Jahres geworden, aber nun, ihr seht es ja schon, es prangt kein Orden an der Schachtel, die KOSMOS-Version hat mich beim auspöppeln schon verloren. Keine Ahnung ob das auch in der Originalversion so ist, aber bei KOSMOS hatte ich das in der Tat schon öfter: es gibt da ein paar Qualitätsprobleme auf die ich am Ende aber noch eingehe. Dem Spiel tut das keinen Abbruch, das bleibt auch so großartig, aber das Produkt an sich finde ich so nicht mehr auszeichnungswürdig. Schade, denn Castle Combo ist wirklich richtig toll.

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Witchcraft: Zauber der Nacht

Witchcraft – Zauber der Nacht

Vorsicht! Hier besteht Verwechslungsgefahr. In den letzten Jahren sind einige Spiele mit dem Namen oder Zusatz Witchcraft erschienen. Das ist im deutschen dann eigentlich gar nicht so schwer, weil sie alle doch unterschiedlich heißen, aber der Weg bis diese Spiele auf Deutsch erscheinen ist ja meist ein recht langer und ich persönlich informiere mich auch im englischsprachigem Raum über neue Spiele und wenn du dann nur noch Witchcraft im Ohr hast, dann wird es schon schwierig, ob es um Witchcraft! mit Ausrufezeichen, Witchcraft mit dem Untertitel Moonlight Magic oder Whirling Witchcraft handelt. Ich kann mir ja auch nicht alles merken. Bei Witchcraft: Zauber der Nacht handelt es sich um Witchcraft: Moonlight Magic im Original. Verstehe wer will, warum das gemacht wird? Ich nicht so wirklich. Hexenwerk: Zauber der Nacht würde ich ja dann wieder verstehen, aber nur einen Teil übersetzen, okay. Um das Witchcraft! mit dem Ausrufezeichen werde ich mich in der näheren Zukunft auch noch kümmern, weil ich sie mir einfach beide besorgt habe und wer möchte kann natürlich auch schon etwas länger hier auf dem Blog eine Review zu Whirling Witchcraft finden, das allerdings Heiße Hexenkessel heißt.

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Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde – Mehr als nur ein Remake?

7 Wonders ist sicherlich eine der bekanntesten und auch erfolgreichsten Spiele-Serien in der Brettspielgeschichte. Als erstes Kennerspiel ausgezeichnet begann es vor Jahren seine Erfolgsgeschichte und fand erst vor ein paar Jahren sein vorläufiges Ende mit dem Familienableger 7 Wonders Architects. Da der Urvater leider für zwei Spielende keine zufriedenstellende Version darstellte holte sich Antoine Bauza, der Schöpfer von 7 Wonders Bruno Cathala mit ins Boot, der sich im Besonderen auf Versionen für zwei Personen versteht. 7 Wonders Duel stellte in der Spieler*innenschaft dann sogar den Urvater in den Schatten und galt als das noch viel gelungenere Spiel. Im letzten Jahr machte dann das Gerücht die Runde, dass es eine neue Version mit dem Herrn der Ringe Thema geben würde und der Hype war geboren. Auch ich, der ich 7 Wonders Duel sehr verehre und ein großer Herr der Ringe Fan bin, konnte mich einer gewissen Faszination nicht entziehen. Ich habe mir das Spiel besorgt und bin tatsächlich ziemlich überrascht über das was ich vorfand.

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