Zenith – Das große Planetenzerren

Zenith

An Zenith wäre ich tatsächlich genauso vorbeigelaufen, wie im Vorjahr an Captain Flip. Warum? Die Optik auf der Schachtel hätte mich jeweils nicht angesprochen und erst gar nicht dazu verführt es einmal auszuprobieren. Aber zum Glück gibt es ja ein vielfältiges Informationsspektrum. Im Fall von Captain Flip waren das diverse Blogs, die davon berichteten, dass dieses Spiel ungewöhnlich einfach und gut wäre. Warum ich gerade Captain Flip erwähne? Nun, es ist von einem neuen Verlag: PlayPunk. Dieser konnte gleich eine Nominierung zum Spiel des Jahres einfahren. Zenith ist das zweite Spiel von PlayPunk und landete in diesem Jahr auf der Empfehlungsliste für das Kennerspiel des Jahres. Nun mögen manche unken, der Jahrgang war gerade in diesem Segment auch nicht besonders gut gefüllt, aber ich empfinde das als starke Leistung für einen so jungen Verlag, hinter dem natürlich erfahrene Köpfe stecken. Zenith kam also ohne jedes Vorwissen über den Inhalt auf den Tisch, weil wir es einfach aufgrund des Verlags und seines Vorgängers ausprobieren wollten. Wir bekamen erneut etwas, dass wir nicht erwartet hatten.

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Agent Avenue – Bluff Boulevard

Agent Avenue

Bluffspiele sind eigentlich gar nicht so sehr mein Ding. Auch stehen so super konfrontative Spiele bei uns gar nicht hoch im Kurs und dennoch musste ich mir Agent Avenue zulegen, als ich zum ersten Mal etwas davon hörte und vor allem sah. Das liegt nämlich vor allem an der phänomenalen Optik, mit der die Illustratorin Fanny Pastor-Berlie dieses kleine Spiel versehen hat. Darüber hinaus ist hier aber auch ein Mechanismus verbaut, der Bluffspiele für mich ertragbar macht und den ich schon beim guten Hanamikoji sehr geliebt habe: „I Split, You choose“ nennen die Gamer diesen in ihrem Jargon. Zu Deutsch halt „Ich teile, du wählst“. Vielmehr braucht es dann auch schon fast gar nicht, um ein mehr als interessantes Spiel zu inszenieren. Das Ehepaar Christian und Laura Kudahl aus Dänemark liefert hier mit ihrem Erstling ein erstaunliches Debüt ab, mit dem ich vorher so nicht gerechnet hatte. Vielleicht ist es sogar ein Spiel, das wir in nicht allzu ferner Zukunft auch beim Spiel des Jahres in irgendeiner Form wiedersehen werden. Mal schauen.

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Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde – Mehr als nur ein Remake?

7 Wonders ist sicherlich eine der bekanntesten und auch erfolgreichsten Spiele-Serien in der Brettspielgeschichte. Als erstes Kennerspiel ausgezeichnet begann es vor Jahren seine Erfolgsgeschichte und fand erst vor ein paar Jahren sein vorläufiges Ende mit dem Familienableger 7 Wonders Architects. Da der Urvater leider für zwei Spielende keine zufriedenstellende Version darstellte holte sich Antoine Bauza, der Schöpfer von 7 Wonders Bruno Cathala mit ins Boot, der sich im Besonderen auf Versionen für zwei Personen versteht. 7 Wonders Duel stellte in der Spieler*innenschaft dann sogar den Urvater in den Schatten und galt als das noch viel gelungenere Spiel. Im letzten Jahr machte dann das Gerücht die Runde, dass es eine neue Version mit dem Herrn der Ringe Thema geben würde und der Hype war geboren. Auch ich, der ich 7 Wonders Duel sehr verehre und ein großer Herr der Ringe Fan bin, konnte mich einer gewissen Faszination nicht entziehen. Ich habe mir das Spiel besorgt und bin tatsächlich ziemlich überrascht über das was ich vorfand.

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Sky Team – Wer braucht schon Co-Piloten?

Sky Team

Sky Team ist als Spiel des Jahres 2024 in aller Munde und wurde im Vorfeld auch bereits heiß diskutiert. Die üblichen Diskussionen über den Schwierigkeitsgrad blieben allerdings erstaunlicherweise im Hintergrund. In diesem Jahr ging es eher um die Tatsache das Sky Team ein Spiel für nur 2 Personen ist und ob das ein würdiger Preisträger, für das gemeinhin als Familienspielepreis gedeutete Spiel des Jahres, wäre. Die Frage darf durchaus gestellt werden und ich kann sie nachvollziehen aber sage auch gleichzeitig, dass die Antwort auf diese Frage nur „Ja“ sein kann. Ich werde in meinem Fazit näher darauf eingehen. Für mich steht sogar eher die begrenzte Kommunikation im Widerspruch, aber auch darüber will ich mich erst später auslassen. Sky Team ist ein gutes Spiel und ein guter Preisträger, soviel werde ich zu meiner Meinung schon vorab preisgeben. Es wäre nicht meine Wahl gewesen, aber die Entscheidung ist durchaus nachvollziehbar. Deshalb höre ich jetzt auch direkt mit dem Vorgeplänkel auf und schreite gleich zur längt überfälligen Review voran.

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Lost Lights – Hier ist das Licht wirklich verloren

Lost Lights

Beim Spielkauf lässt sich meine Frau zu oft von Äußerlichkeiten leiten. „Kauf das mal, das ist süß!“ oder „Wie niedlich sehen die Meeple denn aus!“ sind da so Aussagen die fallen können. Aber leider ist da ja nie alles, denn einige der niedlichsten Spiele sind leider auch ziemliche Reinfälle vom Spielerischen. Nun war es mal wieder soweit und meine Frau hatte Lost Lights auserkoren, gespielt und geprüft zu werden. Board Game Circus und vor allem Falko Streese, dessen Kunst ich sehr schätze, haben einen sehr guten Job gemacht das Spiel mit Schauwerten zu versehen. Das Cover ist wunderbar und verspricht eine Menge. Die Figuren auf den Karten sind herzallerliebt und wunderbar verspielt. Die Meeple sehen gut aus und auch das Spielbrett mit seiner Karte und der Anmutung eines Schreibtisches sind hervorragend gelungen. Der Autor Julius Hsu ist mir bis dato unbekannt und ihr könnt es euch bei der Überschrift wohl bereits denken, wird das auch danach bleiben. Lost Lights, ich nehme es vorweg, ist kein gutes Spiel.

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Fungi – Pilzpfanne, das Spiel

Fungi

Wie schon angekündigt, wird es in diesem Monat ein paar kurze Reviews über ältere Spiele geben, die sich gut für zwei Spielende eignen. Den Anfang macht Fungi, dass einigen auch unter dem Namen Morels bekannt sein dürfte. Hier steht die Eignung für zwei Spieler*innen gar nicht in Frage, denn es ist sogar ein reines Zweipersonenspiel, das bereits im Jahr 2014 von Pegasus auf den deutschen und englischen Markt geworfen wurde. Das ist schon eine ganze Weile her und ich bin leider nie dazu gekommen es anzutesten. Für einen Blog auf dem ich mich ziemlich viel mit Spielen für Zwei beschäftige eigentlich eine Bildungslücke und deshalb nun auch dieses Review, nachdem wir im vergangenen Monat einige neue Spiele für zwei kennenlernen durften, die alle schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

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Die Quacksalber von Quedlinburg: Das Duell – Von Knallerbsen und Stinkmorcheln

Die Quacksalber von Quedlinburg: Das Duell

Die Quacksalber von Quedlinburg schlug 2018 ein wie eine Bombe. Das Spiel von Wolfgang Warsch wurde zu einem Hit und verkaufte sich richtig gut. 2018 war sowieso ein gutes Jahr für Herrn Warsch, denn mit Ganz schön Clever und The Mind waren noch zwei andere Spiele von ihm in aller Munde. Auch im darauf folgenden Jahr ging das so weiter. Die Ganz schön Clever-Reihe findet bis heute immer weitere Fortsetzungen und auch Die Quacksalber bekamen zwei Erweiterungen, eine Kindervariante und nun, wie könnte es anders sein, dem Trend folgend, auch eine Version für zwei Spieler*innen. So gut ich es finde, dass die Verlage ihren Spielen nun endlich Soloversionen beifügen und sich Gedanken über gute Varianten für zwei Personen machen, so überflüssig finde ich inzwischen manche dieser Versionen, denn die großen Brüder und Schwestern funktionieren mitunter zu zweit fantastisch. Da ist die Not für eine neue Version einfach nicht gegeben. Nun gibt es aber Splendor Duel, welches bewiesen hat, das eine Version für Zwei eines Spiels, das zu zweit super gespielt werden kann, eben doch noch etwas besser machen kann. So besteht mittlerweile bei jedem Spiel die Hoffnung auf eine gute Version für zwei. Auch die Quacksalber spielt sich zu zweit so gut, dass ich eigentlich nichts vermisse.

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