Codenames Duett

Codenames Duett / Foto: Spieltroll

Codenames kam 2015 auf den Markt und war für den tschechischen Spieleerfinder Vladaa Chvátil, der in der Spieleszene eine durchaus bekannte Person ist, der größte Erfolg bisher. 2016 erhielt es den begehrten Titel des Spiel des Jahres und verkaufte sich wie geschnitten Brot. Es war das am meisten ausgezeichnete Spiel dieses Jahrgangs und konnte viele Fans finden. Bei mir wollte es trotzdem nicht so richtig zünden. Woran das genau liegt, kann ich gar nicht mal so genau sagen. Vielleicht liegt es daran, dass es eigentlich ein Partyspiel ist und mit mehr Spielern gespielt werden sollte. Inzwischen gibt es Codenames in verschiedensten Versionen und zu vielen Franchises, da sich das Spielprinzip auf alles anwenden läßt. Man kann die Begriffe einfach durch irgendeine Thematik ersetzen und schon ist eine neue Version geboren. 2017 erschien dann mit Codenames Duett eine auf zwei Spieler ausgelegte Version, die ich in den letzten Wochen vermehrt gespielt habe und auch dazu hier meinen Senf abgeben möchte.

Worum geht es ?

Thematisch geht es in den Codenames-Spielen um eine Agentengeschichte. Die Spieler versuchen ihre eigenen Agenten mit ihren Decknamen vor dem anderen Team zu entdecken. Im Fall von Codenames Duett spielen die beiden Spieler allerdings zusammen und versuchen sich kooperativ durch das Spiel zu schlagen und all ihre 15 Agenten zu finden, bevor sie auffliegen. Dabei dürfen sie natürlich keinem Attentäter in die Hände laufen, denn dann endet das Spiel sofort.

Codenames Begriffsfeld / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab ?

Wie bei jedem Codenames üblich wird zunächst ein Spielfeld aus fünf mal fünf Begriffen auf dem Tisch ausgebreitet. Die Spieler müssen sich zwingend gegenübersitzen, damit sie nicht beide Seiten der Codekarte einsehen können. Die Codekarten zeigen auf jeder Seite jeweils ein fünf mal fünf Raster aus grünen, beigen und schwarzen Feldern. Eine dieser Codekarten wird auf einen kleinen Standfuß seitlich neben die Wortkarten gestellt, so dass jeder Spieler nur eine Seite sehen kann. Ein Stapel mit grünen Agentenkarten wird genauso wie neun Zeitmarker bereitgelegt und schon kann das Spiel starten.

Codenames Duett Codekarte / Foto: Spieltroll

Aufgabe der Spieler ist es nun genau die 15 Begriffe/Codenamen herauszufinden unter denen sich Agenten verbergen. Dazu haben sie genau zehn Züge lang Zeit, denn am Ende jedes Spielerzuges wird ein Zeitmarker vergeben. Sind alle neun vergeben, ist ein Spieler noch ein letztes Mal an der Reihe und sollten nicht alle Agenten gefunden sein, so verlieren die Spieler. Sollte während der Suche ein Attentäter zum Vorschein kommen, so verlieren die Spieler ebenfalls.

Auf den Codekarten sind auf jeder Seite genau neun grüne Felder angegeben, auf denen Agenten zu finden sind. Jeweils drei Felder sind schwarz und stehen für Attentäter. Die restlichen Felder sind beige und stellen unbeteiligte Personen dar. Jeder Spieler sieht also für ihn sechs einzigartige Agenten, die nur er kennt, drei der Agenten überschneiden sich und sind auf beiden Seiten der Codekarte zu sehen. Mit den Attentätern verhält es sich ähnlich, einen Attentäter kennen beide, einer ist für jeden einzigartig und für den jeweilig anderen Spieler ein harmloser Unbeteiligter und einer der Attentäter gehört auf der jeweils anderen Seite zu den Agenten, was das Ganze etwas spannender macht.

Die beiden Spieler überlegen wer gerne anfangen möchte und einen guten Begriff kennt, denn das Spielprinzip bleibt zu Codenames weitestgehend gleich: man sucht ein einzelnes Wort, dass das Gegenüber mit einem oder mehreren Begriffen assoziiert. Bei Codenames Duett muss der Spieler aber noch eine Zahl nach dem Wort nennen, mit der er angibt, wieviele Begriffe er mit diesem Wort meint, so dass der andere überlegen muss welche er auswählen kann. Also zum Beispiel Tier 4. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, dass, um bei dem Beispiel zu bleiben, alle Karten irgendwelche Tierbegriffe sind, das Gegenüber muss sie nur damit assoziieren können. Futter wäre zum Beispiel ein Begriff den man mit Tieren assoziiert und den man so erraten könnte. Der Tippgeber muss nur darauf achten, dass er keine Begriffe benutzt die in den zu erratenden Wörtern enthalten sind, denn das ist nicht erlaubt. Außerdem darf er keine Buchstaben nennen, die auf Wörter hindeuten oder etwas ähnliches verräterisches, wie z. B. Synonymwortketten, denn solche Wörter findet man in keinem Duden.

Codenames Duett / Foto: Spieltroll

Das Gegenüber nennt dann ein Wort das er mit dem genannten verbindet und liegt er richtig, so kommt eine der grünen Agentenkarten auf das Wort und deckt es ab. Danach kann er einen weiteren Begriff erraten, wenn es ncoh welche gibt, oder aber er bekommt einen Zeitmarker und legt ihn mit der grünen Seite vor sich. Tippt er auf einen Begriff der ein Attentäterfeld zeigt, so ist das Spiel bereits zu ende. Sollte er eine unbeteiligte Person erwischen, so legt der Fragende einen Zeitmarker mit dem Pfeil in Richtung des Ratenden und sein Zug ist beendet. In späteren Runden darf der Ratende dann auch versuchen weitere Begriffe zu erraten, die er in vorigen Runden nicht mehr erraten konnte, weil er falsch lag. Er rät solange, bis er einen Attentäter oder eine unbeteiligte Person erwischt.

Codenames Duett Spielsituation / Foto: Spieltroll

Anschließend tauschen die beiden Spieler die Rollen und das machen sie solange abwechselnd, bis sie entweder alle Agenten gefunden haben oder der letzte Zeitmarker vergeben wurde, dann folgt noch genau eine Runde und danach müssen alle gefunden sein, sonst haben die Spieler verloren.

Codenames Duett Begriffkarten / Foto: Spieltroll

Das Spielprinzip ist wirklich simpel und in Minuten erlernt. Sollte es einem zu schwierig sein, so gibt es zwei weitere Zeitmarken, mit denen man das Spiel ein wenig leichter gestalten kann. Für Leute die eine besondere Herausforderung suchen gibt es einen Kampagnenmodus, bei dem die Spieler auf einer Weltkarte an verschiedenen Orten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden Agenten finden müssen. Hier spielen sie erst nach und nach andere Orte frei. Diesen Modus habe ich mit meiner Frau allerdings noch nicht ausprobiert, denn das normale Spiel reichte uns schon, um ein paar lustige Abende zu verbringen. Wem die Begriffe nicht ausreichen, kann sich einfach selber welche ausdenken, oder man kauft sich andere Codenames Spiele, denn die Karten sind alle kompatibel. Selbsst Codenames Pictures, bei dem es um Bildchen anstatt Begriffen geht ist mit Codenames Duett spielbar.

Codenames Duett Kampagnenblock / Foto: Spieltroll

Das Fazit

Was mir bei Codenames irgendwie nicht gelang, gelingt mir nun allerdings mit Codenames Duett, denn ich habe Zugang gefunden. Die Variante für zwei Spieler gefällt mir ausgeprochen gut, wenn man sie denn mit jemandem spielt, der sich vernünftig auf die Begriffsjagd einlässt. Das Spiel entwickelt so gar ein gewisses Maß an Taktik, wenn man erstmal erkannt hat, dass die Verteilung der Agenten auf der Codekarte einem ebenfalls Hinweise liefern kann. Frustrierend wird das Ganze nur, wenn man da jemandem gegenübersitzt, der ständig alles anders assoziiert, dann gerät man wahrscheinlich sogar schnell in eine Missstimmung. Aber Codenames Duett braucht auch ein paar Ründchen zum reinkommen. Am Anfang macht man einfach noch dumme Fehler, indem man zum Beispiel Wörter nennt, die zu nahe an Attentäterbegriffen liegen und dann sind Runden recht schnell beendet. Irgendwann muss man dann aber auch versuchen diese irgendwie zu lösen und das können recht spannende Runden werden, bei denen man immer hofft, dass das Gegenüber das erkennt. Je absurder manchmal das Wort ist, desto besser funktioniert das, denn das Gegenüber muss dann versuchen ähnlich zu denken. Die Gefahr zu scheitern liegt eher in den alltäglichen Begriffen.

Codenames Duett ist ein gelungenes Spiel für einen netten Abend zu zweit, bei dem man entweder feststellt, dass man sich schon wahnsinnig gut kennt oder seine Kommunikation mitdem Mitspieler auf ein neues Level hievt.


  • Verlag: Czech Games Edition
  • Autor(en): Vladaa Chvátil, Scot Eaton
  • Illustrator(en): Tomás Kucerovský
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Dauer: 15-30 Minuten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.