Sobek – Das Duell

Sobek – Das Duell

Sobek – Das Duell ist kein unbedingt neues Spiel, denn es basiert auf dem Kartenspiel Sobek von Bruno Cathala aus dem Jahr 2010. Bislang war mir das aber nicht geläufig, weswegen mich die Duellvariante für zwei Spieler*innen umso mehr überraschte. Für mich kam sie aus dem Nichts und tauchte plötzlich bei Pegasus im Programm auf. Cathala tat sich hier mit Sébastien Pauchon zusammen, oder sagen wir vielmehr schon vor Jahren, als sie das ursprüngliche Sobek in einer neuen Variante als Oliver Twist veröffentlichen konnten. Pauchon sollte euch als Autor von Jaipur ein Begriff sein, denn dieses gehört auch heute noch (es erschien 2009) zu den besten Spielen für zwei Spieler*innen, die ich kenne. Der Mann ist also durchaus fähig gute Spiele für zwei zu erfinden und über die Fähigkeiten von Cathala brauche ich wohl kaum sprechen, denn seine spielerische Vita spricht für sich selbst. Sobek: Das Duell hat Ähnlichkeiten zu den genannten Spielen, ist aber doch so eigenständig, dass ich es nicht nur als eine Variante bezeichnen würde. Spiele für zwei erwecken natürlich immer meine Aufmerksamkeit und so war es auch hier.

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Living Forest

Living Forest

Aufgepasst, hier kommt ein bemerkenswertes Spiel um die Ecke, das vielleicht noch für richtig viel Aufmerksamkeit sorgen könnte. Living Forest von Aske Christiansen ist ein Debüt. Der dänische Autor hat bislang noch kein Spiel veröffentlicht und mit Living Forest hat er bereits den As d’Or in Frankreich gewonnen (soetwas wie das Spiel des Jahres). Living Forest kam irgendwie gefühlt aus dem Nichts und immer mehr Menschen reden darüber. Ob zu Recht oder Unrecht, gilt es noch zu klären. Pegasus hat die deutsche Version herausgebracht und damit womöglich ein gutes Händchen bewiesen. Aber, was ist Living Forest eigentlich für ein Spiel? So richtig wusste ich im Vorfeld gar nichts darüber und habe es erstmal blind gekauft. Das mache ich eigentlich nicht oft und meine Quote dabei ist auch erstaunlich schlecht, so dass ich es lassen sollte. Living Forest aber ist, und soviel möchte ich schon einmal vorwegschicken, ein besonderes Spiel, dass mir recht gut gefallen hat. Der Familienspielesektor ist auf jeden Fall um ein neues Highlight reicher.

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Tokaido

Tokaido

Oder die Kunst der Langsamkeit, sollte da noch als Untertitel stehen, denn genau darum geht es in diesem Spiel von Antoine Bauza. Ja genau um den Antoine Bauza, der für Spiele wie 7 Wonders, Takenoko oder Ghost Stories bekannt ist. Tokaido ist kein neues Spiel. Es stammt bereits aus dem Jahr 2012 und hat somit bereits 10 Jahre auf dem Buckel. Wer diesen Blog verfolgt, dem dürfte schon mal der ein oder andere Kommentar meinerseits über dieses Spiel untergekommen sein, denn ich Liebe dieses Spiel. Damit ist natürlich bereits das Fazit vorweggenommen, aber das ist egal, denn ich werde euch auch verraten warum ich es so liebe. Wenn ihr euch über dieses Spiel woanders im Netz informiert werdet ihr auf ein sehr geteiltes Echo treffen und das liegt an den verschiedenen Spielertypen, die genau bei diesem Titel aufeinandertreffen und unterschiedlicherer Meinung kaum sein könnten. Die einen lieben es für seine Art und die anderen finden es schlicht langweilig. Einige andere sagen gar, es enthalte eigentlich kein Spiel. Das ist natürlich bösartig und sowieso schonmal falsch, denn solche Gestalten wissen gar nicht mehr was ein Spiel eigentlich ist. Also begleitet mich auf eine spezielle Liebeserklärung an ein, für die heutige Zeit, schon betagtes Spiel.

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Was spielst du so? – Februar 2022

Wilde Zeiten in denen wir leben… Da gerät eine Frage, wie die oben gestellte, noch mehr zur Nebensache, als sie es vorher bereits war. Die Klickzahlen meines kleinen bescheidenen Blogs lassen es vermuten, dass den Leuten momentan der Sinn nicht allzusehr nach Brettspielen steht. Eine der schönsten Nebensachen der Welt zwar, aber angesichts solcher Ereignisse eben doch nur eine Nebensache. Für mich ist dieser Blog eh nichts anderes als eine Ablenkung vom Alltag und ein Ventil, um etwas über mein Hobby nach draußen zu blasen. Wenn es Menschen gibt, die das interessiert und die sich mein Geblubber durchlesen, dann ist das okay. Also seid meine Gäste, wenn ihr euch ebenfalls ein wenig ablenken wollt, oder euch einfach gerne durchlest, was ich so im letzten Monat auf den Tisch bekommen habe und wie meine Ersteindrücke waren.

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Die Kartographin

Die Kartographin

Als es es hieß, es würde eine Fortsetzung von Der Kartograph geben, dachte ich zunächst: „Wer braucht denn das?“ Bitte nicht falsch verstehen, ich bin sehr großer Fan des Spiels und es ist fester Bestandteil meiner Top 100 Spiele, aber ich hatte irgendwie nicht das Gefühl, dass es eine Fortsetzung braucht. Ich bin sogar so zufrieden mit dem Spiel, dass ich keine Erweiterung dafür brauche. Die erste Minierweiterung ist ja gleich mit Fähigkeiten schon inm Grundspiel enthalten und die finde ich schon ziemlich doof. Von daher, wozu eine Fortsetzung. Okay, zusätzliche Blöcke mit anderen Layouts und eventuellen Regelergänzungen finde ich aus Gründen der Abwechslung super, aber die gab es ja nun auch schon. Ich informierte mich dann über das englische Original und da heisst Die Kartographin auch Cartographer Heroes und soll Helden enthalten, die das Spiel beeinflussen. Hmmm, klingt doch irgendwie interessant und ich habe das Spiel letztlich weitestgehend blind gekauft, ohne nochmal vorher draufzuschauen. Ich habe es bisher zwar nicht bereut, aber ob es das Spiel braucht? Ursprünglich hatte ich auch gar nicht vor dazu eine Review zu verfassen, aber ein paar Worte habe ich dann doch zu verlieren. Die Kartographin ist keine Erweiterung für Der Kartograph. Es ist eigenständig spielbar und eher eine Version 1.5 des Originals.

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Flippermania

Flippermania

Geoff Engelstein, der Autor des vorliegenden Spiels, unterrichtet Board Game Design an der New York University und ist Podcaster bei The Dice Tower, einer der größten Webshows, die sich mit Brettspielen auseinandersetzen. Außerdem hat er schon ein paar Brettspiele entwickelt und weiß wovon er spricht. Mit Flippermania ist ihm nun aber sein bisher größter Wurf gelungen. Hier geht es natürlich um Flipperautomaten und „Flippern“ an sich. Im Jahre 2022 muss ich wahrscheinlich erklären, was ein Flipper ist. Sind sie doch aus der Mode gekommen und stehen nur noch bei Liebhabern in den Stuben herum. Flipper sind Spielautomaten, bei denen wir reaktionsschnell Knöpfe drücken um unsere beiden, Flipper genannten Hebel, zu bewegen, um eine Kugel auf dem geneigten Spieltisch im Spiel zu halten und für diverse Ziele auf dem Tisch, auf die wir die Kugel schießen können, Punkte zu erhalten. Alles klar? Auch Pegasus legen dem Spiel tatsächlich einen gedruckten Zettel bei, auf dem sie erklären was ein Flipper überhaupt ist und wie der funktioniert, weil heutzutage wohl wenige so einen Tisch live und in Farbe zu Gesicht bekommen. Ich gehe aber davon aus, dass die Käufer von Flippermania wissen mit was sie es da thematisch zu tun bekommen, sonst würden sie es wahrscheinlich nicht kaufen. Ob so eine Simulation als Würfelspiel überhaupt funktioniert und ob Flippermania wirklich ein gutes Spiel ist, erfahrt ihr wenn ihr weiterlest.

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Savannah Park

Savannah Park

Wolfgang Kramer und Michael Kiesling sind jeder für sich genommen ja schon Spieleautoren, die einen gewissen Legendenstatus unter der Autorenzunft genießen. Michael Kiesling hat erst vor ein paar Jahren mit Azul einen modernen Klassiker geschaffen und Wolfgang Kramer hat insgesamt fünfmal den Preis für das Spiel des Jahres gewonnen, davon zweimal zusammen mit Kiesling. Zusammen sind die beiden ein Autorenduo, dass es seit Jahren wirklich in sich hat und immer wieder sowohl kleine wie auch große Spiele auf den Markt bringt, die die Spielerschaft zu begeistern wissen. Erst im letzten Jahr ist es erneut passiert, dass ein Spiel von beiden beim neugegründeten Spieleverlag Deep Print erschienen ist, dass ein wenig Aufsehen erregen konnte. Savannah Park sieht dabei auf den ersten Blick nüchtern aus, denn heutzutage ist ein so schlichtes Spiel eher selten. Ein paar Holzfiguren und ansonsten nur sehr viele Pappplättchen und Spielbretter, mehr braucht es hier nicht, damit die beiden Meister ihres Fachs ein Spiel entwickeln, dass trotz der Einfachheit für Spielspaß sorgt.

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MicroMacro: Crime City – Full House

MicroMacro: Crime City – Full House

Im letzten Jahr schlug MicroMacro in der Spieleszene ein wie eine Bombe. Boom! Jeder hat davon gesprochen, darüber berichtet und die Genialität des Spiels abgefeiert. Das Ganze nahm seinen Lauf und MicroMacro wurde zu einem der erfolgreichsten Spiele der letzten Jahre. Der Preis für das Spiel des Jahres war ihm sicher und wurde 2021 an Johannes Sich den Autoren vergeben. Falls ihr es nicht kennt, in MicroMacro lösen wir Kriminalfälle auf einem rieseigen schwarzweißen Wimmelbild. Wir bekommen einen Fall geschildert, müssen ihn suchen und dann den Tathergang ermitteln. Der Clou ist nämlich, das die Verbrechen zeitversetzt dargestellt sind. Man sieht also wie der Opfer, Täter, Zeugen usw. an den Ort des Geschehens gekommen sind. Dadaruch ergeben sich kleine Kriminalgeschichten, die wir quer durch die Stadt verfolgen müssen. Ein tolles Prinzip, welches bei uns dazu führte, dass wir das Spiel an zwei Tagen mit jeweils ein paar Stunden Zeit durchgesuchtet haben. Es ist einfach viel zu kurz. Nun ist bereits der Nachfolger erschienen und alle haben sich gefragt, ob etwas verändert wurde, oder wir einfach Nachschub bekommen würden.

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Was spielst du so? – September 2021

Der Spieltrieb, der in den vergangenen Monaten ziemlich auf Eis lag, läuft langsam wieder an. Sehr langsam leider, aber immerhin. Was heißt das konkret? Ich würde gerne viel mehr spielen als ich es im Moment tue. Vor allem wenn ich sehe, was da an gebacktem Zeug so langsam bei mir eintrudelt und Spiele die ich vorbestellt habe einlaufen. Ich will das alles so schnell es geht ausprobieren und darüber schreiben. Im Moment könnte ich gefühlt ganze Romane schreiben, aber mir bleibt leider nicht soviel Zeit, wie ich gerne hätte. So richtig schöne Spieletage mit meiner Frau, an denen wir mal vier, fünf Spiele ausprobiert haben fehlen leider noch. Aber auch das wird wieder kommen. Momentan überwiegt noch vorsichtiges ausprobieren, mal an einem Abend in der Woche oder am Wochenende. Aber auch ein Spieleabend mit unserer Arbeitskollegin hat wieder stattgefunden. Deswegen gibt es diesen Monat weiterhin nur ein paar ganz vereinzelte Neuheiten, oder sagen wir besser, für mich Neuheiten. Aber seht selbst, mit was ich meine Zeit verbracht habe.

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Bonfire

Bonfire

Viele haben vielleicht schon etwas länger auf eine Review über Bonfire gewartet. Ich hatte sie auch schon das ein oder andere Mal angekündigt, aber dann doch wieder verworfen. Warum mögt ihr euch fragen? Die Antwort darauf kann ich tatsächlich nicht so einfach geben. Mir fiel und fällt es aus irgendeinem Grund immernoch unglaublich schwer einen vernünftigen Zugang zu diesem Spiel zu bekommen und darüber auch nur ansatzweise etwas Sinnvolles in Worte zu fassen. Jede Menge Anläufe hat es gebraucht und das meine Frau dieses Spiel wirklich liebt, macht die Sache für mich nicht unbedingt leichter. Heute aber soll es soweit sein und ich möchte euch an dem gedanklichen Wirrwarr, für den Bonfire bei mir sorgt, teilhaben lassen. Bonfire war im letzten Jahr der große neue Titel von Stefan Feld, der unlängst vorher The Castles of Tuscany auf die Menschheit losgelassen hat. Ich selbst bin großer Stefan Feld Fan, bin aber auch mit Tuscany nicht so richtig warm geworden, weshalb ich mich in dem Jahr sehr auf sein neues Expertenspiel gefreut habe. Ihr merkt schon, dass ich auch hier nicht so begeistert zu sein scheine, wie zum Beispiel meine Frau das von Bonfire war. Ich versuche mal zu erklären woran das liegen könnte.

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