Mosaic – Eine Geschichte der Zivilisation

Mosaic – Eine Geschichte der Zivilisation

Heute möchte ich eine Review online stellen, die schon etwas länger auf sich warten lässt, weil das zugehörige Spiel ein paar mehr Durchläufe brauchte, um festzustellen, ob es auch immer mal wieder auf den Tisch kommt, denn es ist ein ganz schöner Brecher. Mosaic von Glenn Drover, dem Gründer von Eagle Games, dessen Spiele mir in der Vergangenheit schon immer eine gewisse Freude gebracht haben, obwohl sie andernorts mitunter auch ziemlich niedergeschrieben wurden. Ich bin zum Beispiel großer Fan von Attack! und kann viele der Kritiken am Spiel gar nicht unbedingt gelten lassen. Nun kam Glenn Drover also vor mittlerweile zwei Jahren mit Mosaic als Kickstarter um die Ecke und wollte mit einem Zivilisationsspiel für Aufregung sorgen. Das ist ihm aus meiner Sicht auch durchaus gelungen auch wenn dieses Spiel wieder nicht überall auf Gegenliebe stößt. Ich mag Zivilisationsspiele und bin immer bereit mir diese anzuschauen. Allerdings hätte ich aufgrund meines Zeitmangels gerne eines, dass sich in einer kleineren Zeitspanne spielen lässt, als die meisten Vertreter dieses Genres und dazu dennoch viele Möglichkeiten bietet. Die Quadratur des Kreises? Vielleicht, aber Mosaic bringt das schonmal ganz gut auf den Punkt.

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Was spielst du so? – April 2024

Der April war ein echt besch…eidener Monat, was das Spielehobby anging. Wie bereits im letzten Monat angekündigt sollte gleich zu Beginn des Monats für meine Frau und mich auf unserer Arbeit die Überstundenphase endlich vorbei sein. Wir hatten unsere Aufgaben zum Stichtag erledigt, aber unser Chef hat den avisierten Termin verbaselt und uns leider einen falschen mitgeteilt. Der richtige lag zwi Wochen später. Unsere Arbeit war getan, also konnten wir uns ein wenig zurücklehnen, Dinge nochmal prüfen und die Ruhe vor dem Sturm genießen. Dann trat aber leider ein anderes Problem auf und wieder ging es los mit den Überstunden. Was für ein Mist. Jetzt, da ich diese Zeilen hier schreibe, hat unser Urlaub begonnen und wir haben endlich Zeit um mal wieder Dinge zu tun, die wirklich Spaß machen. Spiele spielen zum Beispiel. Ich hoffe das wir in den nächsten Tagen einige Spiele auf den Tisch bekommen werden, die hier schon etwas länger auf Benutzung warten. Die eine Woche in der wir uns ein wenig im letzten Monat entspannen konnten, hat aber auch gereicht ein paar kleinere Neuheiten zu testen und wie immer auch ein paar alte Spiele aus dem Schrank zu holen. Seht selbst…

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Café Barista – Einen Americano, zwei Café Latte und einen Espresso Doppio bitte!

Café Barista

Kennt ihr diese Handyspiele, bei denen ihr in eurem Restaurant Leute auf Zeit bedienen müsst und verschiedene Gerichte oder Getränke zubereitet? Bestimmt kennt ihr die und sie haben auch eine gewisse Faszination. Schon des Öfteren gab es Versuche das Prinzip in die Brettspielwelt umzusetzen, aber so richtig ist das bisher noch keinem gelungen. Also, finde ich zumindest. Als Solospiel vielleicht, aber als Spiel für mehrere Spieler*innen eher nicht. Wobei Kitchen Rush als Echtzeitspiel da einen sehr guten Job macht. Aber Echtzeitspiele sind mir als Stoiker immer ein bisschen zu hektisch. Café Barista schickt sich nun an dieses Spielprinzip auf das Brett oder den Tisch zu holen. Ob es das schaffen kann? Zumindest versucht es optisch schon mal richtig zu punkten, denn es kommt mit niedlichen, kleinen, durchsichtigen Kaffeetassen daher in denen wir bunte Zutaten sammeln, während wir versuchen im hektischen Treiben den Überblick zu behalten. Aber Material und Optik sind ja nicht alles, auch wenn sie durchaus helfen. Das Spiel hat aber einiges mehr zu bieten.

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Auf den Wegen von Darwin – Einmal um die ganze Welt

Auf den Wegen von Darwin

Zunächst habe ich wirklich gedacht, ich hätte irgendein Darwinjubiläum verpasst, aber es gab gar keins und die Häufung der Spiele mit Darwinthema scheint nur Zufall zu sein. Wenn ich allerdings ein bisschen darüber nachdenke, scheint es fast logisch, dass nach dem Naturthema-Boom der letzten Jahre das Thema dann auch historisch abgegrast wird und da ist Charles Darwin wohl eine recht logische aber auch spannende Wahl, denn da ist schon recht viel passiert in seinem Leben. Hier geht es heute um das Darwin-Familienspiel Auf den Wegen von Darwin, dessen Titel mir irgendwie nur schwer über die Lippen kommt, ersetze ich die Wege doch gerne durch Spuren, was wohl am englischen Titel liegen dürfte, wo es die Footsteps sind. Das Spiel kommt allerdings aus Frankreich und wurde dort für den As d´Or nominiert. Unser Interesse war jedenfalls geweckt und wir haben uns das Spiel einmal angeschaut und ausprobiert. Optisch ist das Spiel auf jeden Fall eine Augenweide.

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Zug um Zug Legacy: Legenden des Westens

Zug um Zug Legacy: Legenden des Westens

Es wird Zeit für diese Review, denn das Finale liegt nun schon ein bisschen hinter uns und ich konnte mir genug Gedanken darüber machen, wie ich diese Zug um Zug Version finde. Eifrige Leser*innen dieses Blogs werden es ja schon bemerkt haben: ich bin ein wirklich großer Zug um Zug-Fan. Seit Jahren belegt das Original einen Platz unter meinen zehn liebsten Spielen überhaupt. Im letzten Jahr lag es auf Platz neun und die beste Platzierung war im Jahr davor Platz drei. Ich mag das Spiel wirklich. Auch diverse andere Versionen und Karten habe ich gespielt und mag ziemlich viele davon, obwohl ich die Urversion fast am liebsten mag. Dem Spiel habe ich natürlich auch bereits eine Klassiker-Rezension gegönnt. Die Legacy-Version habe ich dennoch nicht kommen sehen. Als das Spiel im letzten Frühjahr angekündigt wurde, konnte ich es kaum glauben und war tatsächlich sofort gehyped. Meine Frau hat mir das Spiel, das in einer ziemlich großen Schachtel daher kommt, zum Geburtstag geschenkt und in den Wochen darauf haben wir es gespielt. Bereits nach den ersten Partien waren wir gefangen und wollten immer weiter spielen. Das es dann doch noch bis zum Jahresende gedauert hat ist einigen äußeren Umständen geschuldet, aber hätten wir es darauf angelegt, so wären wir innerhalb einer Woche damit fertig gewesen. Ich muss einfach ein paar (spoilerfreie) Worte zu dieser Version von Zug um Zug verlieren, um denjenigen, die Legacyspiele grundsätzlich ablehnen und denen, die sich fragen, ob ein Spiel wie Zug um Zug eine hundert Euro Legacy-Erfahrung wert sein kann, entgegen zu treten und Auskunft zu geben. Der Orden prangt auf der Schachtel, also von daher solltet ihr nicht überrascht sein, dass ich das Spiel sehr mag.

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SpellBook – Runen für das Zauberersammelalbum

SpellBook

Das Spiel heißt wirklich so und stellt keinen Vertipper dar. SpellBook schreibt sich in der tat zusammen und das Book wird dabei groß geschrieben. Na ja, kann jeder selbst entscheiden, ich find das irgendwie seltsam. Das Artwork und Material machten mich aber dennoch neugierig auf das Spiel. Genauso natürlich die Tatsache das es ein Spiel von den Space Cowboys ist und es sich dabei um ein neues Spiel von Phil Walker-Harding handelt, den ich für seine Spiele weitestgehend verehre. Warum gerade ihn? Er ist in der Lage sehr geschliffene Spiele für die ganze Familie zu schaffen, die Spaß machen und hat nur relativ wenige Aussetzer dabei. Ein paar gute Beispiele sind als Reviews bereits hier auf dem Blog zu finden: Sushi Go Party!, Bärenpark, Silver & Gold, Hexenhaus, Total Regal und Llamaland um nur ein paar zu nennen. Ich schaue mir eigentlich immer an, was da so aus seiner Feder erscheint, weil wir bei uns zu Hause festgestellt haben, dass uns seine Spiele immer ganz gut gefallen und wir sie auch gut zu unseren Spielgruppen mitnehmen können, die ja eher am seichteren Ende des Spielespektrums zu finden sind.

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Was spielst du so? – Oktober 2023

Da ist der Oktober auch schon wieder vorbei und ich weiß gar nicht mehr wo die Zeit geblieben ist? Die letzten Wochen rasen nur so an mir vorbei. Irgendwie habe ich im Moment gar nicht für alles Zeit, was ich gerne machen würde und da fällt der Blog gerade ein wenig hinten rüber. Die Messe ist vorbei und hat Spuren hinterlassen. Wir haben zwar vor Ort nur ein paar Dinge mitgenommen und uns alles angeschaut, auch wenn wir relativ wenig Zeit hatten, aber die Eindrücke haben gereicht, um zu wissen, welche Spiele wir uns in der nächsten Zeit gerne anschauen würden. Ein paar Dinge haben uns vor Ort überrascht und wir schauen mal wieviel wir davon in den nächsten Monaten auf den Tisch bekommen, denn eines steht fest, wir werden es nicht alles noch in diesem Jahr schaffen können. Wir haben zwar viel gespielt, aber die Arbeit nimmt meine Frau und mich auch ziemlich in Beschlag und zusätzlich haben wir unsere Familie nach dem Urlaub um zwei neue Mitglieder erweitert. Zwei neue Kätzchen sind zu uns gezogen und machen uns im Moment sehr viel Freude und auch Arbeit. Alle die schonmal junge Katzen hatten, wissen was gemeint ist. Jede Menge Mist im Kopf und soviel Energie, dass die ganze Wohnung Kopf steht. Die wenigen Momente des Schlafens nutzen wir aus um ungestört die eine oder andere Neuheit auszuprobieren. Mit folgenden Spielen habe ich mich im letzten Monat intensiver beschäftigt:

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Archeos Society – Nur ein Spiel in neuem Gewand?

Archeos Society

Die Space Cowboys haben mal wieder von sich hören lassen und recyclen ein Spiel, das im Grunde noch gar nicht so alt ist. Archeos Society ist der neueste Streich und ist ein neue Version von Fantasy Flights Ethnos welches zwar spielerisch durchaus beliebt war, aber optisch nicht überzeugen konnte. Das lag wohl vorallem am Spielbrett und dem Material, denn das Cover und die Karten im Spiel wurden von John Howe illustriert und das ist ein Meister seines Fachs. Dennoch sieht das Spiel auf dem Tisch einfach ein wenig lahm aus und trifft die Fantasyästhetik mit seinen neonbunten Spielsteinen einfach so gar nicht. Die Space Cowboys haben das Spiel nun nicht einfach neu aufgelegt, sondern ihm neben der Optik auch eine neue Mechanik verpasst. Wobei das auch nicht so ganz richtig ist. Die Spielmechanik ist schon dieselbe, aber das Ergebnis wird anders ausgeführt. Während wir in Ethnos Gebiete kontrollieren, arbeiten wir uns in Archeos Society ein paar Leisten entlang. Ich möchte gleich vorweg sagen, dass ich das Original kenne, aber nie wirklich gespielt habe und ich es deshalb nicht vergleichen kann. Von daher bin ich vielleicht unvoreingenommen und kann das Spiel etwas objektiver betrachten.

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Flamecraft – Ein kleiner Drache für jede Gelegenheit

Flamecraft

Dieses Spiel schreit: Hype, Hype, Hype! Im letzten Jahr, rund um die Messe SPIEL, an diesem Spiel vorbeizukommen, war fast unmöglich. Ach nein, wie süüüüüss! Überall wo du hinschaust sind diese kleinen hübschen Drachen zu sehen und das Spielmaterial sieht super aus und überhaupt ist das ein total tolles Spiel für Familien und Vielspieler*innen. So der allgemeine Tenor. Flamecraft versprach viel. So viel, dass ich von vornherein skeptisch war. Ein Kickstarter, der sowohl durch fantastisches Material, als auch spielerisch überzeugen sollte, war fast schon des Guten zuviel. Manchmal, aber nur manchmal, kommt tatsächlich ein Spiel um die Ecke, dass all seine Versprechen halten kann. Wir haben es natürlich ausprobiert, denn meine Frau wollte unbedingt diese süßen, kleinen Drachen in Aktion erleben. Ich habe sogar die Deluxe Version gekauft und mich darauf gefreut. Ob das eine gute Investition war? Ehrlich gesagt, ich weiss es noch nicht, denn Flamecraft ließ mich nach einigen Partien ziemlich unschlüssig zurück. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass Flamecraft schlecht ist, aber lest selbst.

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Golem – Ach das ist gar kein Potion Explosion?

Golem

Der Legende nach hat Rabbi Löw im 16. Jahrhundert einen Golem erschaffen, um die gegen die Juden gerichteten Pläne und Feindseligkeiten zu unterbinden und einen Schutz zu schaffen. Rabbi Löw formte mitsamt seinen Gehilfen den Körper eines Menschen aus Lehm und hauchte ihm über ein Ritual leben ein. Soweit die Legende. Die Spieleautoren Virginio Gigli, Flaminia Brasini und Simone Luciani kleideten im letzten Jahr die Legende in ein komplexes Eurogame. Die drei Autoren gehören zu den faszinierenden, italienischen Autoren, die seit Jahren in diversen Kombinationen so tolle Eurogame Titel wie T’zolkin, Grand Austria Hotel, Lorenzo il Magnifico, Die Reisen des Marco Polo, Coimbra und Alma Mater veröffentlichen. Einige dieser Spiele sind zugänglicher und einige sind komplexe Biester, aber alle haben im Grunde eine vielschichtige Verzahnung ihrer Mechanismen gemeinsam. Golem ist da keine Ausnahme, wahrscheinlich ist es sogar das komplexeste ihrer Werke und daher mit Sicherheit kein Spiel für jeden. Da ich mich in letzter Zeit aus diesem Segment ein bißchen zurückgezogen habe und nur noch ab und zu ein sehr komplexes Euro auf den Tisch bringe war ich gespannt, wie wir mit diesem Brecher klarkommen würden, aber irgendetwas an dem Spiel hat mich angezogen und ich wollte es ausprobieren. Wie ich es fand könnt ihr heute erfahren.

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