Hallertau

Hallertau

Es ist nun tatsächlich schon ein bißchen her, seit ein größeres Uwe Rosenberg Expertenspiel das Licht der Welt erblickt hat und so waren, nach der Ankündigung von Hallertau, alle schon ein wenig aufgeregt. Worum würde es gehen? Der Name steht für Bayern, Hopfen und … Bier! So zumindest die ersten Vermutungen. Rosenberg selber kündigte dann aber an, dass es ihm in dem Spiel um die Verfeinerung seiner Felderwirtschaft ging, mit der er in seinen anderen Spielen noch nicht ganz zufrieden war. Okay, so denkt wahrscheinlich auch nur ein Spieleautor. Denn kein Fan von Agricola, Caverna oder welchem Spiel auch sonst noch, indem man sich mit dem Bebauen von Ackerflächen beschäftigt hatte, würde wahrscheinlich so denken. Was auch immer Uwe Rosenberg jetzt noch aus dem Thema rausholen wollte, die Spielerschaft war gespannt und in Teilen auch, ja man muss es wohl so sagen, gelangweilt. Wann widmet sich Uwe Rosenberg einem neuen Gebiet, neuen Mechaniken und neuen Themen? Immer wieder das Gleiche nur neu verpackt? Im Fall von Hallertau würde ich ganz entschieden sagen: „Ja schon, aber auch irgendwie ganz anders!“ Ich versuche das mal zu erklären…

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#63 Was ist eigentlich? – Dice-Placement

Vor inzwischen schon einiger Zeit habe ich für die Neulinge in unserem Hobby ja mal das Prinzip des Worker-Placements erläutert. Also des Genres, dass, obwohl es noch recht jung ist, so wahnsinnig viele Spiele hinter sich versammeln kann. Für Neulinge muss man aber gerade in diesem Genre behutsam auswählen, mit welchem Spiel man beginnt, sonst kann das schnell zu einer Reizüberflutung führen. Heute soll es um das Thema Dice-Placement gehen, dass dem ganzen Worker-Placement noch eine weitere Dimension oben drauf setzt, indem es unseren Arbeitern noch eine weitere Dimension verleiht. Klingt kompliziert? Ist es meistens auch tatsächlich…

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Everdell – Pearlbrook Erweiterung

Everdell – Pearlbrook-Erweiterung

Everdell gehört zu den Lieblingsspielen von meiner Frau und mir. Wir mussten es damals unbedingt haben, als wir von dem Spiel erfuhren. Die Kickstarter-Kampagne war gerade abgelaufen und wir mussten uns überlegen wie wir an ein Exemplar herankommen. Zum Glück haben wir es damals über einen findigen Händler bekommen können und waren überglücklich als es bei uns ankam und wir feststellten, dass Everdell nicht nur über alle Maßen hübsch, sondern auch wirklich eine spielerische Perle ist. Womit wir auch schon beim Thema wären. Perlen gibt es in Pearlbrook auch. Pearlbrook ist die erste Erweiterung für Everdell. Wir hatten seiner Zeit nie eine Veranlassung das Spiel zu erweitern, weswegen wir uns nie um die Erweiterungen gekümmert haben. Inzwischen ist Everdell auch bei Pegasus auf deutsch erschienen und wir haben unser Exemplar ausgetauscht, damit auch einige unserer dem Englisch nichtallzumächtigen Mitspieler solche Spieleperlen erleben können. Da haben wir uns dann auch mal an die Erweiterung herangewagt. Was Neues hinzukommt und wie ich sie finde und ob sie sich lohnt sehen wir jetzt…

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Aufbruch nach Newdale

Aufbruch nach Newdale / Foto: Spieltroll

Alexander Pfister ist derzeit einer der großen Namen, wenn es um Eurogames geht. In den letzten Jahren hat er immer wieder für einiges an Aufsehen mit seinen Spielen gesorgt. Great Western Trail, Maracaibo oder auch Isle of Skye. Eines der coolsten Spiele, die er in meinen Augen bisher veröffentlicht hat, ist für mich gar nicht eines seiner großen Spiele, sondern eins seiner kleinsten. Das kleine, unscheinbare Oh My Goods! ist für mich ein meisterhaft designtes Kartenspiel, dass viel größer ist, als es seine Schachtelgröße vermuten lässt. Alexander Pfister ist ein Meister der Mechaniken, versucht aber auf Teufel komm raus auch irgendwie Geschichten in seinen Spielen zu erzählen. Deshalb kamen für Oh My Goods! über die Jahre Erweiterungen und Stand-Alone Spiele heraus, die alle in der Welt von Longsdale spielten und immer gewisse Story-Komponenten erzählen sollten. Aufbruch nach Newdale war der bisher letzte Streich von Pfister in dieser Spielwelt. 2019 brachte er ein Brettspiel zu dem bisherigen System heraus, das wiederum den Aufbruch von Longsdale nach Newdale über den Verlauf von mehreren Karten und über ein wenig verändertes Spieldesign vollführen sollte. Die Reise führt die Spieler dabei über acht unterschiedliche Spielbretter mit leicht abgewandelten Varianten des Kernspiels.

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Anno 1800 – Das Brettspiel

Anno 1800 – Das Brettspiel / Foto: Spieltroll

Zum Ende des letzten Jahres habe ich es leider nicht ganz geschafft zu allen Spielen, die in meiner Bestenliste von 2020 aufgetaucht sind eine Review zu verfassen. Viele der Spiele konnte ich leider erst zum Ende von 2020 bekommen und danach ausgiebig spielen. Einer dieser Fälle ist die Brettspielumsetzung des Computerspiels Anno 1800 von Martin Wallace. Die Tatsache, das Anno 1800 in meiner Bestenliste auftauchte, nimmt das Fazit natürlich schon vorweg, aber ich möchte natürlich auch noch ein paar Worte mehr dazu verlieren, warum dieses, auf den ersten Blick so ungewöhnliche Projekt, bei mir so gut ankam. Warum ungewöhnlich? Nun ja, Martin Wallace ist ein Spieldesigner der in seiner Vergangenheit eher durch recht komplexe Spiele in Erscheinung getreten ist (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). KOSMOS als Verlag eher nicht. Die Annoserie hat durchaus das Potential zu einem komplexen Brettspiel verarbeitet zu werden, allerdings beinhaltet die Spieelserie auch Elemente, die wenn man sie alle zusammen in ein Brettspiel stecken würde, wohl den Rahmen sprengen würden. Wie sollte das also alles gelingen? Die Antwort kann für meinen Geschmack nur lauten: ziemlich gut!

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Underwater Cities

Underwater Cities / Foto: Spieltroll

„Die Nächste Grenze“, so prangt es auf der Anleitung von Underwater Cities, „Die Hoffnung der gesamten Welt liegt in diesen Unterwasserstädten“ und gibt uns damit schonmal das Thema vor. Viel Positives konnte man über Underwater Cities von Vladimir Suchy in der Vergangenheit schon lesen und hören. Mit der Aufnahme auf die Empfehlungsliste des Kennerspiel des Jahres Preises, wurde es dann quasi über Nacht geadelt. Ein Engine-Builder im Stile eines Terraforming Mars soll einen hier erwarten und das kann ich mir sowohl thematisch als auch spielerisch nach den ersten Eindrücken sehr gut vorstellen. Im vergangenen Jahr wurde mir das Spiel hier und dort empfohlen und sogar als besonders Zweispielerfreundlich angeprisen. Das ist natürlich eine Empfehlung bei der ich hellhörig werde und die mich schlußendlich dazu veranlasste Underwater Cities dann doch mal auszuprobieren, obwohl ich schon wusste das das Sci-Fi Unterwasserthema meiner Frau nur bedingt zusagen würde. Aber sie liebt Engine Builder und mag die Unterwasserwelt, also geben wir dem Ganzen ein paar Versuche.

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Feierabend

Feierabend / Foto: Spieltroll

Friedemann Friese ist für mich ein Spieleautor, der zwischen Genie und Wahnsinn hin und her taumelt. Ich traf ihn einst in der Spielerei in Bremen, wo seine damals noch wenigen Spiele, käuflich zu erwerben waren. Frischfleisch kaufte ich damals in einem Pappkarton mit lustiger Banderole. Das Spiel spiegelt für mich bis heute sein Genie genauso wie seinen Wahnsinn wieder. Er ist ein bißchen braver geworden, was seine Mechaniken angeht, aber er macht immer noch zeitweise tolle Spiele. Leider schleichen sich auch immer wieder totale Rohrkrepierer ein, was mich aber nicht davon abhält seine Spiele weiterhin immer wieder auszuprobieren, sofern sie mir irgendwie interessant vorkommen. Feierabend musste ich allein wegen des Themas schon ausprobieren und habe es blind gekauft ohne auch nur irgendwas sonst über das Spiel zu wissen. Wirkt es doch auf den ersten Blick wie ein „guter alter Friese“ in grünem großformatigen Karton mit Maura-Illustrationen. Was ich ein wenig seltsam fand, war allerdings die Tatsache, dass man das Spiel nur über die 4X-App von Hunter und Cron vorbestellen konnte. Hängt wohl irgendwie mit der Wiederveröffentlichung von Fiese Freunde Fette Feten durch die beiden zusammen. Das Spiel sollte aber inzwischen auch im normalen Handel erhältlich sein.

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#33 Was ist eigentlich? – Action Selection

Nach den Aktionspunkten in der letzten Ausgabe dieser kleinen Lernstunde, soll es heute um die Aktionsauswahl oder englisch Action Selection gehen. Aktionsauswahl, werden sich nun einige fragen, was genau meinst du damit? Ist Worker Placement nicht auch eine Art der Aktionswahl? Oder wie muss man das verstehen. Ich kann dem nur ein entschiedenes „Jein“ oder ein „Ja, aber…“ entgegenbringen. Der Aktionswahl-Mechanismus ist schon etwas eigenständiges, das es aber tatsächlich in der Welt der Brettspiele weit weniger häufig gibt, als zum Beispiel das Worker-Placement. Aber seht selbst…

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The Castles of Burgundy (Jubiläumsedition)

The Castles of Burgundy /
Foto: Spieltroll

Im März 2019 feierte die Marke Alea, die unter dem Ravensburger Spieleverlag ihre Spiele veröffentlicht, ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass veröffentlichte man damals eine neue Version von Vegas mit dem Titel Las Vegas Royale. Eine optisch aufgebohrte Version mit vielen Erweiterungen direkt in einer Box erhältlich. Eine Ankündigung folgte, dass Alea das auch mit weiteren Titeln vorhaben würde. Es schien ein wenig so, als hätte man sich die Kritik die Ende 2018 an der Optik und der Ausstattung ihres aktuellen Titels Carpe Diem sie ein wenig aufgerüttelt. Alea machen seit ihrem Bestehen mechanisch tolle und ansprechende Spiele, aber inzwischen sind sie in punkto Optik und Ausstattung ein wenig altbacken unterwegs. Nach der Ankündigung kam dann zur Messe im Oktober Teil 2 der Jubiläumseditionen und Die Burgen von Burgund sind als The Castles of Burgundy in einem neuen Gewand erschienen. Lange Jahre habe ich es nicht gespielt, bis es mich im letzten Frühjahr noch vor der neuen Version erwischte und ich eines der besten Brettspiele überhaupt kennenlernen durfte. Diese Review gilt aber natürlich der neuen Version die mit einigen Erweiterungen daher kommt.

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Das Streben nach Glück – Nachbarschaft Erweiterung

Das Streben nach Glück – Nachbarschaft
Erweiterung / Foto: Spieltroll

Nach der kleinen Extraleben-Erweiterung, die im Grunde nur die Kickstarter Extras der Grundspielkampagne enthielt, folgt mit Nachbarschaft die erste größere Erweiterung. Der Kobold Spieleverlag sorgte dafür, das die Erweiterung ins deutsche konvertiert wurde. Beim Streben nach Glück kann es für mich eigentlich nicht genug Karten geben. Das spiegelt für mich die vielen verschiedenen Lebensentwürfe wieder, die so ein Leben nehmen kann. Bisher lässt man dabei den negativen Kram einfach weg, es soll ja auch keine Simulation sein und konzentriert sich auf die schönen Seiten. Wobei mancher von uns kann auch ein negatives Lied auf seine Nachbarn singen. Egal, hier beommen wir jedenfalls viel neues Material, das sich mit unseren spielerischen Nachbarn auseinandersetzt.

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