Hallertau

Hallertau

Es ist nun tatsächlich schon ein bißchen her, seit ein größeres Uwe Rosenberg Expertenspiel das Licht der Welt erblickt hat und so waren, nach der Ankündigung von Hallertau, alle schon ein wenig aufgeregt. Worum würde es gehen? Der Name steht für Bayern, Hopfen und … Bier! So zumindest die ersten Vermutungen. Rosenberg selber kündigte dann aber an, dass es ihm in dem Spiel um die Verfeinerung seiner Felderwirtschaft ging, mit der er in seinen anderen Spielen noch nicht ganz zufrieden war. Okay, so denkt wahrscheinlich auch nur ein Spieleautor. Denn kein Fan von Agricola, Caverna oder welchem Spiel auch sonst noch, indem man sich mit dem Bebauen von Ackerflächen beschäftigt hatte, würde wahrscheinlich so denken. Was auch immer Uwe Rosenberg jetzt noch aus dem Thema rausholen wollte, die Spielerschaft war gespannt und in Teilen auch, ja man muss es wohl so sagen, gelangweilt. Wann widmet sich Uwe Rosenberg einem neuen Gebiet, neuen Mechaniken und neuen Themen? Immer wieder das Gleiche nur neu verpackt? Im Fall von Hallertau würde ich ganz entschieden sagen: „Ja schon, aber auch irgendwie ganz anders!“ Ich versuche das mal zu erklären…

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Doodle Dungeon

Doodle Dungeon

Als ich zum ersten Mal von diesem Spiel gehört habe und wie es funktionieren soll, war ich sofort Feuer und Flamme, weil ich 1. Schon immer auf Fantasy Rollenspiele stand, 2. Gerne Zeichne und 3. Dungeon Keeper immer ziemlich grandios fand. Die Idee ein Spiel zu entwickeln, bei dem wir als Spieler ein Fantasydungeon bauen müssen, um dann den Helden eines Mitspielers durchzuführen und ihn möglichst ins Heldenjenseits zu entsenden. Großartig und die Vorfreude war sofort am Start. Leider verzögerte sich die Veröffentlichung dann doch noch erheblich. Doodle Dungeon kam dann doch erst im letzten Monat heraus und wir haben es sofort ausprobieren müssen. Ich möchte an dieser Stelle schon ein paar Dinge vorwegnehmen: Ich hatte wirklich Spaß die Anleitung zu lesen und war auch dann och voller Vorfreude und das Spiel auszuprobieren und loszuzeichnen war auch ziemlich spaßig, aber am Schluß blieb einfach nur jede Menge Ernüchterung zurück. Doodle Dungeon macht sehr viel richtig, verschenkt dann aber alles auf den letzten Metern. Warum das so ist, werde ich mal versuchen aufzudröseln.

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Eine Wundervolle Welt – Krieg oder Frieden Erweiterung

Eine Wundervolle Welt –
Krieg oder Frieden Erweiterung

Eine Wundervolle Welt war für mich im letzten Jahr eines der besten Spiele, die veröffentlicht wurden. Schon in meiner Spiele des Jahres 2020 Liste tauchte es folgerichtig auf. Seitdem ist meine Begeisterung für das Spiel nur noch weiter gewachsen. Das Spiel ist ein kurzweiliger Drafting und Ressourcenmanagement-Mix, der innerhalb kürzester Zeit erlernt werden kann und auf Dauer zu fesseln weiss. Lediglich das Thema ist eine Geschmacksfrage, aber etwas, mit dem man sich arrangieren kann. Zeit sich den Erweiterungen zu widmen. Die erste Erweiterung, die für Eine Wundervolle Welt erschienen ist, heißt Krieg oder Frieden und macht sich eine Auseinandersetzung einger Kräfte in der Dystopie zum Thema. Je nachdem, wie sich die Spieler entscheiden, wird die Welt immer mehr zu einem friedvollen Ort oder in Krieg und Chaos enden. Schauen wir uns also an, was die Erweiterung zu bieten hat. Leider ist es kaum möglich etwas zu der Erweiterung zu schreiben,, ohne auch nur irgendetwas zu spoilern. Ich versuche nichts von der Story zu erzählen und wie der Weg sich über die Kampagne entwickelt, aber ein paar Bilder von Karten werde ich zeigen und auch ein paar kleine Dinge erwähnen. Wer also absolut nichts darüber wissen möchte sollte am besten nicht weiterlesen oder spätestens am Spoilerschild umkehren.

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Everdell – Pearlbrook Erweiterung

Everdell – Pearlbrook-Erweiterung

Everdell gehört zu den Lieblingsspielen von meiner Frau und mir. Wir mussten es damals unbedingt haben, als wir von dem Spiel erfuhren. Die Kickstarter-Kampagne war gerade abgelaufen und wir mussten uns überlegen wie wir an ein Exemplar herankommen. Zum Glück haben wir es damals über einen findigen Händler bekommen können und waren überglücklich als es bei uns ankam und wir feststellten, dass Everdell nicht nur über alle Maßen hübsch, sondern auch wirklich eine spielerische Perle ist. Womit wir auch schon beim Thema wären. Perlen gibt es in Pearlbrook auch. Pearlbrook ist die erste Erweiterung für Everdell. Wir hatten seiner Zeit nie eine Veranlassung das Spiel zu erweitern, weswegen wir uns nie um die Erweiterungen gekümmert haben. Inzwischen ist Everdell auch bei Pegasus auf deutsch erschienen und wir haben unser Exemplar ausgetauscht, damit auch einige unserer dem Englisch nichtallzumächtigen Mitspieler solche Spieleperlen erleben können. Da haben wir uns dann auch mal an die Erweiterung herangewagt. Was Neues hinzukommt und wie ich sie finde und ob sie sich lohnt sehen wir jetzt…

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Wildlands

Wildlands

Heute möchte ich eure Aufmerksamkeit auf ein großes Spiel lenken, bei dem auf den ersten und vielleicht auch sogar auf den zweiten Blick nicht allzuviel zu stimmen scheint. Was meine ich damit? Nun ja, zum einen handelt es sich bei Wildlands um ein, im Englischen sagt man wohl am ehesten Skirmish-Game dazu (Notiz an mich selbst: Neue Begriffserklärung), was soviel bedeutet, wie ein Konfrontatives Spiel mit wenigen Einheiten. Warum ist das so ungewöhnlich? Nun ja, der Name Martin Wallace steht ebenfalls auf der Packung und der ist nun eher nicht für diese Art von Spiel bekannt. Zum anderen stimmt das Verhältnis von Größe und Spielzeit hier nicht, auch der Preis ist hoch, für das, was man hier spielerisch bekommt. Hier liegt also in vielerlei Hinsicht ein fragwürdiges Produkt vor. Aber das ist wie gesagt nur der erste Blick, denn schaut man sich das alles ein wenig näher an, könnte man auch zu einem anderen Urteil kommen? Ich habe es getan, denn Spiele von Martin Wallace reizen mich irgendwie immer. Der Mann schafft es mich als Spieler ernst zu nehmen und mir durch seine unglaublich eleganten und geschliffenen Mechaniken einiges zuzutrauen. Schauen wir uns Wildlands von Osprey Games also mal etwas näher an.

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Silver – Amulett

Silver – Amulett

Vor etwas über zwei Jahren zur Messe in Essen ist mir dieses kleine Spiel aufgefallen, dass durch coole illustrationen auf sich aufmerksam machte und angelehnt an Werwölfe von Ted Alspach einen anderen Blickwinkel auf das Szenario werfen wollte. Hier haben wir es nämlich nicht mit einem Partypiel zu tun, bei dem wir die Werwölfe ausfindig machen müssen. Dafür tauchen in diesem kleinen Kartenspiel diverse Charaktere und Rollen aus dem bekannten Spiel wieder auf. Ravensburger hat sich das kleine Spiel für den deutschen Markt gesichert und bringt hier zunächst die Version Amulett auf den Markt. Insgesamt gibt es, wenn ich mich nicht irre, vier Versionen dieses Spiels, die alle miteinander kombiniert werden können. Jedes Set enthält dabei einen Satz von besonderen Charakteren mit einzigartigen Fähigkeiten. Ob und wann Ravensburger die weiteren Sets veröffentlichen wird, kann ich bisher ebenfalls nicht beantworten. Aber auch mit einer Version hat man genügend Abwechslung für viele spaßige Runden. Silver verbindet dabei einige Memoryelemente mit geschicktem Fähigkeitsmanagement der Karten. Memory? Ja, aber nicht so wie ihr denkt…

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Eine Wundervolle Welt

Eine Wundervolle Welt / Foto: Spieltroll

Eine Wundervolle Welt ist ein Spiel an dem man sehr gut vorbeilaufen kann, was man aber nicht unbedingt sollte. Meiner Meinung nach ist das Cover für das Spiel eher eines der Sorte „möchte ich nicht spielen“. Andersherum glaube ich, dass Spieler die durch das Cover Lust auf das Spiel bekommen durchaus enttäuscht wären, weil man ein anderes Spiel erwartet. Ich kann nicht ganz genau sagen woran das liegt, vielleicht an den Soldaten auf der einen Seite. Keine Ahnung denn für viele scheint hier wohl Dystopie und Utopie abgebildet zu sein. Auch der Autor Frédéric Guérard sagte mir überhaupt nichts, so das die Gefaahr des Linksliegenlassens schon gegeben ist. sollte man aber wirklich nicht tun, denn Eine Wundervolle Welt ist soetwas wie der Geheimtipp des Jahres 2019. Der Kobold Spieleverlag nahm sich dem Spiel in der Spieleschmiede an und veröffentlichte Ende letzten Jahres eine deutsche Version, bei der ich gleich All-In gegangen bin und die Vermächtnis-Box gebackt habe. In dieser Review soll es aber ersteinmal nur um das Hauptspiel gehen.

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Klassiker – Alhambra

Heute soll es um einen Klassiker gehen, der mich schon seit seines Erscheinens begleitet und mich auch heute immer noch zu Jubelstürmen veranlasst. In meiner aktuellen Top 100 kommt Alhambra, oder wie es zeitweise mal hieß, Der Plast der Alhambra, immer noch auf einen respektablen dreißigsten Platz. Für ein Spiel, das aus einer anderen Zeit zu stammen scheint, ist das doch eine ganz beachtliche Platzierung. Dirk Henn, der Autor von Alhambra, hat einen zeitlosen Klassiker geschaffen, dessen Mechanik auch heute noch sehr gut funktioniert. Was viele aber gar nicht wissen, ist die Tatsache, dass die Mechanik sogar noch viel älter ist. Dirk Henn experimentierte schon sehr viel früher mit der Mechanik herum und schuf davor sogar noch zwei andere Spiele, die sich dieser Mechanik bedienten, bevor ihm und dem Verlag Queen Games der große Wurf mit Alhambra gelang. Bis heute erscheinen weitere Versionen und Erweiterungen für den Klassiker der im Jahr 2003 zum Spiel des Jahres ausgezeichnet wurde.

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Gloomhaven – Die Pranken des Löwen

Gloomhaven – Die Pranken des Löwen

Noch im letzten Jahr hätte ich eigentlich gedacht, dass ich Gloomhaven mit einer Kneifzange nicht anfassen würde. Es interessierte mich schlichtweg nicht wirklich. Es war mir viel zu umfangreich. Es sah mir immer zu generisch aus. Es klang nie so aufregend, dass ich es unbedingt spielen wollte, obwohl es mich von meinem Fantasy-Rollenspielbackground her eigentlich hätte ansprechen müssen. Das einzige, was mich immer ein wenig erstaunte, war sein Erfolg. Ein Spiel dieser Größe (Der Karton wiegt 10kg und das Spiel kostet locker 150 Euro) ist normalerweise nicht so erfolgreich und es thront nun schon seit geraumer Zeit auf dem ersten Platz der Rangliste bei Boardgamegeek, was schon etwas heißt in unserem Spielehobby. Anders gesagt, Gloomhaven ist der heiße Scheiß der Brettspielszene derzeit. Nun kam im letzten Jahr eine Ergänzung, ein Prequel oder nennen wir es ein Tutorial für Gloomhaven mit dem Titel Jaws of the Lion auf den Markt. Feuerland setzte das wie gewohnt auf deutsch um und bei uns heißt es Die Pranken des Löwen. Ich dachte mir, das könnte die Chance sein, zu verstehen, was dran ist an dem Spiel, ohne zuviel in den Titel zu investieren. Ich habe es zusammen mit meiner Frau getestet und was soll ich sagen, ihr seht schon, was ich der Schachtel angeheftet habe… aber lest selbst.

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Aufbruch nach Newdale

Aufbruch nach Newdale / Foto: Spieltroll

Alexander Pfister ist derzeit einer der großen Namen, wenn es um Eurogames geht. In den letzten Jahren hat er immer wieder für einiges an Aufsehen mit seinen Spielen gesorgt. Great Western Trail, Maracaibo oder auch Isle of Skye. Eines der coolsten Spiele, die er in meinen Augen bisher veröffentlicht hat, ist für mich gar nicht eines seiner großen Spiele, sondern eins seiner kleinsten. Das kleine, unscheinbare Oh My Goods! ist für mich ein meisterhaft designtes Kartenspiel, dass viel größer ist, als es seine Schachtelgröße vermuten lässt. Alexander Pfister ist ein Meister der Mechaniken, versucht aber auf Teufel komm raus auch irgendwie Geschichten in seinen Spielen zu erzählen. Deshalb kamen für Oh My Goods! über die Jahre Erweiterungen und Stand-Alone Spiele heraus, die alle in der Welt von Longsdale spielten und immer gewisse Story-Komponenten erzählen sollten. Aufbruch nach Newdale war der bisher letzte Streich von Pfister in dieser Spielwelt. 2019 brachte er ein Brettspiel zu dem bisherigen System heraus, das wiederum den Aufbruch von Longsdale nach Newdale über den Verlauf von mehreren Karten und über ein wenig verändertes Spieldesign vollführen sollte. Die Reise führt die Spieler dabei über acht unterschiedliche Spielbretter mit leicht abgewandelten Varianten des Kernspiels.

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