Everdell – Bellfaire Erweiterung

Everdell: Bellfaire Erweiterung

Everdell kleckert bekanntlich nicht, Everdell klotzt! Optisch und auch spielerisch ist das niedlich wirkende Spiel um die Waldbewohner inzwischen ein wahres Schwergewicht in der Spieler*innenschaft. Erweiterungen sind natürlich die logische Konsequenz und mit Bellfaire erschien schon mitten in der Pandemie die erste, die sich gut in das Spiel einfügte und für erfahrene Everdellspieler*innen neues Futter bereit hielt. In diesem Jahr sind zwei weitere hinzugekommen, von denen es hier heute um die etwas andere Erweiterung gehen soll. Spirecrest haben wir zu meiner Schande immer noch nicht ausprobiert, weswegen ich bisher auch noch keine Review dazu verfasst habe. Bellfaire ist nun aber an der Reihe und bietet ein Modul für jede Gelegenheit, denn sie ist im Gegensatz zu den beiden anderen Erweiterungen, keine, die gewaltige spielerische Änderungen mit sich bringt, sondern hier und da etwas neues hinzufügt, wenn es denn gewünscht ist.

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Wilde Serengeti – Wir bauen einen Tierfilm

Wilde Serengeti

Serengeti darf nicht sterben ist der Titel eines legendären Tierfilms von 1959, den ich als Kind immer wieder gern geschaut habe. Er gewann sogar einen Oscar und ist auch heute als Zeitdokument gut schaubar. Vater und Sohn Grzimek dokumentieren hier die Anfänge des Serengeti-Nationalparks. Ein wichtiges Werk seinerzeit und wir sollen in Wilde Serengeti in die Fußstapfen der beiden treten und genau das tun: einen Dokumentarfilm drehen. Genauer gesagt versuchen alle Spieler*innen den Dokumentartierfilm „Wilde Serengeti“ zu filmen und wer das am besten kann, der geht als Sieger*in aus diesem Spiel hervor. Als Thema mal was anderes, dient es zwar auch in diesem Spiel wieder einmal nur zur Dekoration, aber das macht es wirklich sehr gut. Aber da wären wir schon bei der Wertung und die möchte ich nicht vorwegnehmen. Also wir drehen einen Film und unsere Aufgabe als Spieler*innen in diesem Spiel ist es Szenen zu drehen, die uns das Drehbuch vorgibt. Dabei sind immer bestimmte Tierarten involviert und das Spielbrett spielt auch eine sehr wichtige Rolle dabei. Optisch, soviel sei verraten, macht Wilde Serengeti auf jeden Fall einiges her.

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Klong! Legacy: Acquisitions Incorporated

Klong! Legacy: Acquisitions Incorporated

Endlich! Ja endlich ist Klong! Legacy auf deutsch erschienen und eines stand für für meine Frau und mich von der Sekunde an fest, als Schwerkraft ankündigte auch die Legacy-Version zu übersetzen: wir werden es auf jeden Fall spielen. Klong! ist eines unserer absoluten Lieblingsspiele und ist hier auf dem Blog bereits mit einem Orden ausgezeichnet worden. Selbiger prangt nun auch auf dieser Schachtel, wie ihr bestimmt direkt bemerkt haben dürftet. Warum das so ist könnt ihr natürlich direkt im Fazit nachlesen. Wie immer werde ich nichts spoilern, da ich keinem den Spaß verderben möchte und nur Dinge zeigen, die ihr direkt beim Öffnen der Schachtel eh schon sehen werdet. Das ist natürlich auch ein Problem, weil ich keine neuen Elemente ansprechen kann und möglichst vage bleiben werde. Von daher ist der erste Teil der Review recht spärlich und ich verlege mich auf ein längeres Fazit. Für diese Review setzte ich außerdem Wissen über Klong! voraus und ich werde grundlegende Spielmechaniken nicht nocheinmal erklären. Wer hier näher informiert werden möchte, möge bitte zunächst die Klong!-Review lesen und dann zurückkehren.

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Draftosaurus

Draftosaurus

Dieses Spiel ist, wenn ich das richtig verstanden habe, eigentlich ein Unfall. Einer der so nebenbei passiert ist, als sich die vier Autoren mit einem anderen Projekt beschäftigt haben. Eigentlich waren die vier, durchaus nicht unbekannten Herrschaften, auf einem gemeinsamen Treffen dabei, Arkeis zu entwickeln, welches meines Wissens nach bis heute noch nicht erschienen ist, als ihnen die Idee für Draftosaurus so zugeflogen kam. Bei den vier Autoren handelt es sich um Antoine Bauza (7 Wonders Duel), Corentin Lebrat (Trek 12), Ludovic Maublanc (Cyclades) und Théo Rivière (The Loop). Ohne schon zuviel vorwegzunehmen kann ich sagen, dass ich beim Spielen von Draftosaurus immer wieder feststelle, wie leicht und locker das von der Hand geht und ich mir vorstellen kann, wie die vier in einer lockeren Runde ein paar Ideen zusammengeworfen haben, die natürlich auch alle nicht neu waren, und daraus ein Spiel entwickelten, dass einfach nur simplen Spaß macht. Der Name ist hier Programm und somit haben wir es mit einer Draft-Mechanik zu tun. Dabei handelt es sich um eine Auswahl aus einem begrenzten Rahmen, die alle Spieler*innen zu treffen haben. Im Anschluss wird das Zudraftende weitergereicht und die Spieler*innen müssen erneut eine Wahl aus dem neuen Rahmen treffen. In diesem Fall handelt es sich, wie sollte es bei dem Namen auch anders sein, um Dinosaurier.

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Artischocken – Ein „Herzloses“ Kartenspiel

Artischocken

Nach Punktesalat ist Artischocken in kürzester Zeit nun schon das zweite Spiel, dass sich mit Gemüse als Protagonisten versucht. Der Unterschied: hier hat das Gemüse auch noch Gesichter. Okay, erwischt, es gibt auch noch ein paar mehr Unterschiede, aber auf den ersten Blick handelt es sich um zwei Kartenspiele die Gemüse zum Thema haben. Dabei geht es in Artischocken allerdings hauptsächlich um das unbeliebte Diestelgemüse, welches ja eigentlich eher eine Blüte ist. Sämtliches anderes Gemüse hat eigentlich nur eine nebensächliche Bedeutung in diesem Spiel. Emma Larkins war mir als Autorin bis zu diesem Spiel gänzlich unbekannt, ist bei so kleinen Kartenspielen aber auch keine Seltenheit. Artischocken sprach mich optisch irgendwie an und wir waren auf der Suche nach einem neuen kleinen Spiel für Zwischendurch. Diese Anforderungen erfüllt Artischocken auf jeden Fall.

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Die Schlacht von Runedar – Funkelnde Schätze und scharfe Äxte

Die Schlacht von Runedar

Reiner Knizia hat im vergangenen Jahr so einige neue größere Spiele auf den Markt losgelassen. Wahrscheinlich hatte es sich einfach gehäuft, denn all diese Spiele sind bei verschiedenen Verlagen erschienen. Witchstone bei Huch, mit welchem er auf der Empfehlungsliste für das Spiel des Jahres 2022 landen konnte. Mille Fiori von Schmidt, welches bei vielen Spieler*innen sehr beliebt ist und auch Die Schlacht von Runedar, welches im letzten Jahr bereits auf Englisch erschien, gehörte zu dieser Knizia-Welle. Inzwischen ist das Spiel auch auf Deutsch bei Ludonova erschienen und bildet vorerst den Abschluss der Knizia-Renaissance von mal wieder ein wenig komplexeren Spielen. Während er bei Witchstone mit einem Co-Autor sein Einfach Genial als Kernmechanik eines fordernden Punktesalats wiederauferstehen lies und sich bei Mille Fiori in punkteverrückten Bonuszügen erging, kam er mit Die Schlacht von Runedar zum kooperativen Spiel zurück, welches er mit Der Herr der Ringe damals mit aus der Taufe hob. Das Cover von Andrew Bosley sorgte im Vorfeld ebenfalls für viel Vorfreude und lies auf ein weiteres gutes Spiel hoffen. Ob es das geworden ist, oder wir es hier mit einem Rohrkrepierer zu tun bekommen gilt es nun zu ergründen.

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Project L

Project L

Ich gebe zu, es gab eine Zeit in der war ich ein wenig übersättigt von Polyominos. Gefühlt kamen vor ein paar Jahren wöchentlich neue Spiele mit den kleinen verschiedengeformten Steinchen oder Plättchen heraus. Inzwischen ist das mit Roll & Writes sogar noch schlimmer, da kommt gefühlt jeden Tag ein neues auf den Markt. Project L kam 2020 heraus und ich konnte die Steinchen einfach nicht mehr sehen. So verwundert es nicht, dass ich Project L zwar wahrgenommen habe, aber es mir wirklich ziemlich egal war. Inzwischen habe ich aber sehr viel Positives über das Spiel gehört, so dass ich es mir doch gerne nochmal anschauen wollte. Ich habe es kurzerhand einfach gekauft und erhoffte mir ein etwas anderes Erlebnis, als bei all den anderen Puzzle-Polyominosspielen zuvor, denn bei Project L handelt es sich um einen Engine Builder mit den kleinen Steinchen. Das fand ich dann doch so interessant, dass ich es nachholen musste. Als es dann ankam war ich bereits kurz nach dem Auspacken das erste mal überrascht: Project L ist wesentlich kleiner als ich vermutet hätte. Aber es sieht verdammt edel aus.

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Abyss

Abyss

Nicht erschrecken! Dieser grimmige Kollege hier links gehört zu einem der optisch erstaunlichsten Spiele der letzten Jahre. Viele werden das Coverartwork kennen, aber wahrscheinlich haben es noch nicht allzu viele Leute hierzulande gespielt, denn zu bekommen war es eigentlich kaum. Abyss stammt schon von 2014 und in diesem Jahr ist die einzige deutsche Auflage erschienen. Seitdem herrschte gähnende Leere. Für das Artwork ist Xavier Collette verantwortlich, der mit seinen Artworks auch andere Spiele, die für ihr Aussehen berühmt sind, gestaltet hat. Jeder hat bestimmt schonmal die phantasievollen Karten von Dixit betrachtet oder die schrulligen Charaktere in Mysterium bewundert. Wirklich geil! Spielerisch stammt das Spiel aber von einem nicht minder fähigen Gesellen, denn Bruno Cathala ist für das spielerische Verantwortlich und hat das Spiel gemeinsam mit Charles Chevallier (Kanagawa / Micropolis) entwickelt. Auch das spricht für Qualität. Worum geht es also nun in Abyss, dass schon wegen der Tatsache bemerkenwert ist, dass sein Titel nicht auf dem Cover steht, um den grimmigen Look nicht zu zerstören? Um Unterwasserwesen, die wir durch verschiedenste Mechanismen auf unsere Seite ziehen und versuchen die Kontrolle zu erlangen. Warum aber jetzt eine Review zu diesem Spiel? Ganz einfach, Grimspire hat sich dem Spiel angenommen und eine neue Auflage auf deutsch herausgebracht. Ihr habt also die Chance ein Exemplar zu bekommen.

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Die Tiere vom Ahorntal

Die Tiere vom Ahorntal

Wenn ich mir die Schachtel von Die Tiere vom Ahorntal so betrachte, dann denke ich zunächst schon eher an ein Kinderspiel. Zumindest lässt der Altersaufdruck von 8+ vermuten, dass es sich um ein Familienspiel handeln könnte. Stutzig ließ mich dabei aber die recht hohe Bewertung bei Boardgamegeek für das Spiel werden und der offenkundige Zuspruch den das Spiel auch von Teilen der Kenner- und Vielspieler*innen erhält. Rein Äußerlich kann ich dem Spiel einen gewissen Niedlichkeitsfaktor nicht absprechen. Das scheint sich auch durch das ganze Spiel hindurchzuziehen. Alles sieht irgendwie so aus als wäre es aus einem Kinderbilderbuch entsprungen. Es hat mich zumindest neugierig auf das Spiel hinter der Optik gemacht und meine Frau war natürlich sofort Feuer und Flamme bei niedlichen kleinen Tierchen mit großen Augen. Ein offenes Scheunentor sozusagen, da war es kaum verwunderlich, dass es direkt 24 Stunden nach erhalt das erste Mal auf den Tisch kam. Sie hat sogar freiwillig die Regeln gelesen und mir das Spiel beigebracht. Ich war immer noch skeptisch.

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Road Trip: Europa

Road Trip: Europa

Scott Almes ist einer dieser Spieleautoren, von dem es recht viele Spiele geschafft haben einen gewisssen Bekanntheitsgrad unter der Spielerschaft zu erlangen. Aber der richtige große Wurf ist ihm meiner Meinung nach noch nicht gelungen. Die meisten kennen ihn wahrscheinlich wegen seiner Tiny Epic Serie oder auch aufgrund des Heroes of Land, Air and Sea Miniaturengekloppes. In Deutschland dürfte er vielen auch über die Claim Kartenspiele von Game Factory bekannt sein. All das sind Spiele die als durchaus gelungen gelten und die viele Leute lieben, aber da ist noch Luft nach oben. Auch Boomerang gehört in diese Kategorie. Ein Draft & Write Spiel, das zu beginn der Roll & Write-Welle durchaus überzeugen konnte. Inzwischen sind mit Australien, USA und Europa drei Versionen davon erschienen. Nun kommt auch Deutschland in den Genuß einer Version, aber Game Factory nennt das Spiel erstmal in Road Trip: Europa um. Ein Name der für mich sogar mehr Sinn macht. Ein kleines Spiel mit recht einfachen Regeln für die ein oder andere Partie Zwischendurch.

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