Century – Die Gewürzstraße

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Century – Die Gewürzstraße / Foto: Spieltroll

Bis Century wie in dieser vorliegenden Version von Plan B Games erscheint, hat es schon eine kleine Odyssey hinter sich. Es ist schon unter einigen Namen, bei einigen Verlagen erschienen, bevor diese von anderen Firmen übernommen wurden. Emerson Matsuuchi hate mit Century noch einiges vor. Geplant ist es als erster Teil einer Trilogie von Spielen, die miteinander kombinierbar sein sollen. Zum Zeitpunkt dieses Reviews ist bereits der zweite Teil Fernöstliche Wunder erschienen. Außerdem gibt es eine zweite Version von Century – Die Gewürzstraße, mit Fantasy-Thematik und dem Namen Golem Edition. Thematisch sollen alle drei Spiele miteinander verwoben sein und jeweils ein anderes Jahrhundert des Gewürzhandels behandeln. In Century – Die Gewürzstraße fangen wir erstmal im vorderen Orient an und versuchen unser Glück als Karawanenhändler der mit Gewürzen versucht reich zu werden. Soviel sei schon einmal verraten, wir haben es hier mit einem Gateway-Spiel zu tun, also einem Titel, der dazu dient auch einmal Spieler, die nicht so oft Brettspiele spielen, an den Tisch zu bekommen.

Worum geht es ?

In Century – Die Gewürzstraße schlüpfen wir in die Rolle eines Händlers der mit Hilfe seiner Karawane versucht der reichste Händler zu werden und sich die größten Paläste zu kaufen. Wir handeln mit vier verschiedenen Gewürzen, die wir über diverse Tauschgeschäfte in eine bestimmte Auswahl versuchen umzuwandeln, um uns schließlich einen der ausliegenden Paläste kaufen zu können, der uns wiederum mit Siegpunkten versorgt. Wer die meisten Siegpunkte hat gewinnt wie üblich.

Wie läuft das ab ?

Die Prämisse klingt jetzt gar nicht mal so spannend, aber das Spiel birgt dann doch noch ein bißchen mehr. Zunächst bekommt jeder Spieler eine zufällig ausgewählte Karawanenkarte. Zufällig deshalb, weil eine von ihnen als Startspielerkarte gekennzeichnet ist und man somit den Startspieler einfach ermitteln kann. Darüber hinaus erhält jeder Spieler zwei Starthandkarten. Diese sind für alle gleich und im Gegensatz zu allen anderen Karten im Spiel mit einem blauen Rand gekennzeichnet. In der Mitte des Tisches werden die vier Gewüre in ihren Schalen bereitgestellt. Die Gewürze bestehen aus vier verschiedenfarbigen Holzwürfeln, die in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen, von gelb für Kurkuma über rot und grün bis hin zu braun für Zimt ist die Reihenfolge strinkt festgelegt und darf auch während des Spiels nicht verwechselt werden. Zu guter letzt werden noch zwei Reihen mit Karten ausgelegt. In eine Reihe kommen die Handelskarten. Sechs von ihnen werden neben dem Stapel offen ausgelegt. Darüber kommt noch eine zweite Reihe mit den Siegpunktekarten, von denen fünf offen ausgelegt werden. Es befinden sich noch Gold- und Silbermünzen in der Schachtel, von denen jeweils die doppelte Menge der Spieleranzahl in kleinen Türmchen über die obersten beiden Siegpunktekarten gelegt werden. Über die von links aus gesehen erste Karte kommen die Goldmünzen, über die Karte rechts daneben die silbernen.

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Century – Die Gewürzstraße / Foto: Spieltroll

Das Spiel ist aufgebaut und jeder bekommt nun neben seinen beiden Startkarten noch ein paar Startgewürze. Diese staffeln sich je nach Position in der Spielerreihenfolge. Der Startspieler bekommt die wenigsten und danach steigen die Gewürze in Anzahl und/oder Wertigkeit langsam an. Wenn man am Zug ist hat man die Wahl zwischen vier ganz einfachen Aktionen. Danach ist der Zug auch schon beendet und der nächste Spieler ist dran. Die vier Aktionen im einzelnen: Handelskarte kaufen, Siegpunktkarte kaufen, Karte von der Hand spielen, oder Rasten.

Während auf den Siegpunktekarten unten jeweils die Gewürzkombinationen angegeben sind, die man bezahlen muß, um eine solche Karte zu erwerben, hängt der Preis der Handelskarten von ihrer Position in der Reihe ab. Die erste Karte kann jeder Spieler wenn er an der Reihe ist umsonst kaufen, aber auch alle anderen offen ausliegenden Karten können gekauft werden. Dazu muß der Käufer nur von links nach rechts auf jede Karte ein Gewürz von seiner Karawane legen, die er nicht kaufen will, bis er zu der Karte in der Reihe gelangt, die er tatsächlich kaufen möchte. Die Gewürze bleiben auf den Karten dann quasi als Bonus liegen, bis sie ein anderer Spieler kaufen möchte und er sie zusätzlich zur Karte bekommt. Bei den Siegpunktekarten kann man generell jede offene Karte für ihren Preis kaufen, aber als Anreiz zum Kauf bekommt man für die ersten beiden Karten in der Reihe noch jeweils eine der Münzen, die dort platziert wurden. Diese sind am Ende des Spiels Siegpunkte wert. Die silbernen einen Punkt und die goldenen sogar drei. Nach jedem Kauf wird die entsprechende Reihe nach links weiter verschoben und am Ende eine neue Karte vom Stapel aufgedeckt.

Kommen wir zum Karte ausspielen. Die Handelskarten ermöglichen den Spielern verschiedene Aktionen. Die Spieler haben zu Beginn ja bereits zwei Karten auf der Hand, die eine erlaubt es zwei gelbe Gewürze aus dem Vorrat zu nehmen und die zweite zwei Gewürze gegen das nächsthöhere einzutauschen, also zweimal ein gelbes in jeweils ein rotes zu tauschen, oder ein gelbes erst in rot und dann weiter in grün zu tauschen. Auf den Handelskarten sind diverse weitere Aktionen zu finden, die man ausführen darf, wenn man sie ausspielt. Pro Runde darf jeder Spieler als Aktion eine Karte ausspielen, die dann auf den Ablagestapel des Spielers kommt. Handelskarten, die man kauft, kommen direkt auf die Hand und können ausgespielt werden. Siegpunktekarten werden verdeckt auf einem Stapel gesammelt.

Mit der letzten Aktion, dem Rasten, darf man dann den Ablagestapel wieder auf die Hand nehmen und die Karten stehen wieder zur Ausspielung bereit. Dieses kann man machen, wann man möchte, also auch wenn man noch fünf Karten auf der Hand hat und es taktisch Sinn macht, spätestens aber, wenn man sonst keine andere Aktion mehr machen kann.

Nach der Aktion eines Spieler wird noch geprüft, wieviel Gewürze der Spieler auf seiner Karawanenkarte liegen hat. Der Platz ist nämlich begrenzt. Während eines Zuges dürfen dort beliebig viele Gewürze lagern, solange am Ende seines Zuges nur noch zehn darauf liegen. Überzeählige Gewürze muß der Spieler sonst wieder in den Vorrat zurücklegen.

Die Spieler spielen solange, bis ein Spieler die fünfte, bzw. sechste Siegpunktekarte erworben hat. Danach wird die Runde noch zu Ende gespielt und die Punkte werden gezählt. Punkte bringen die Siegpunktekarten, die Münzen, sowie die verbliebenen Gewürze auf der Karawane. Jedes Gewürz das nicht gelb ist bringt hier nocheinmal einen Siegpunkt.

Das Fazit

Wir haben es hier, wie eingangs bereits erwähnt, mit einem Gateway-Spiel zu tun. Einem Türöffner für Nichtspieler und die Kategorisierung passt perfekt. Das Spiel ist schnell und mit wenig Downtime gesegnet, da kann man es fast schon mit Zug um Zug vergleichen. Es macht auch Vielspielern Spaß und ist nicht zu schwierig zu erklären. Die Regeln finden auf einer Doppelseite platz und sind schnell erklärt. Alles absolute Pluspunkte für diese Art von Spiel. Das einzige, was manche Century – Die Gewürzstraße wieder ankreiden werden, ist die mangelnde Interaktion, weil man hier eigentlich nur mit seinen eigenen Steinchen zu tun hat und diese über Karten hin- und herschiebt. Finde ich aber nicht besonders negativ, mir hat es sehr gefallen und kam auch bei meinen Kollegen, die keine Vielspieler sind, gut an. Mal abwarten, wie es mit den nächsten Spielen korrespondiert und ob uns hier ein noch größerer Spielspaß erwartet. Wem ein fantastisches Szenario besser gefällt, der sollte bei der Golem-Edition von Century zuschlagen.


  • Verlag: Plan B Games
  • Autor(en): Emerson Matsuuchi
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Spieleranzahl: 2 – 5
  • Dauer: 30 – 45 Minuten

2 Gedanken zu „Century – Die Gewürzstraße“

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