The Rise of Queensdale

The Rise Of Queensdale / Foto: Spieltroll

The Rise Of Queensdale ist der Beitrag von Inka und Markus Brand zum Thema Legacy-Games. Wir haben tatsächlich eine ganze Zeit gebraucht, um Queensdale durchzuspielen, was in unserem Fall tatsächlich am ehesten damit zu tun hatte, das dieser Klopper von Spiel einen riesigen Platzbedarf auf einem Spieltisch vorraussetzt und wir den einfach nicht haben. Allein wenn wir hier den vierteiligen Spielplan mit den beiden Spielrelevanten Tableaus für die Aktionen und die diversen Leisten auf den Tisch legen ist dieser bis auf ein paar schmale Ränder voll. Das restliche Spielmaterial, sowie die Charkatertableaus müssen da schon ausgelagert werden. Ein echter Gigant. Jedes Mal sind ein paar Umräumarbeiten im Wohnzimmer notwendig, um The Rise of Queensdale zu spielen, deshalb haben wir immer in Intervallen gespielt und gleich drei bis vier Partien in einem Rutsch gespielt, bevor es dann vier Wochen später wieder auf den Tisch kam. Aber wir haben es geschafft und nun kann ich endlich meinen Senf zum Spiel abgeben. Ohne Spoiler natürlich, weswegen es auch kaum Bilder geben wird.

Worum geht es?

In The Rise Of Queensdale übernehmen die Spieler die Aufgabe für ihren König und seine kranke Königin, dass Tal von Queensdale neu in Stand zu setzen und für die Königin ein Schloß zu bauen, dass ihrer Genesung förderlich ist. Die Spieler schlüpfen dabei in die Rolle eines Adligen, der jeweils einem Teil des Tales zu neuem Aufschwung verhelfen soll.

Wie läuft das ab?

The Rise Of Queensdale ist im Grunde ein Diceplacement-Spiel, indem die Spieler auf einem Aktionstableau ihre gewürfelten Würfel einsetzen und dadurch bestimmte Aktionen bekommen. Dabei gibt es Rohstofffelder die Baumaterialien liefern genauso wie Felder zum Bau von Gebäuden und viele weitere Aktionsmöglichkeiten. Das Aktionstableau wird sich im Laufe des Spiels immer wieder verändern, denn Queensdale ist ein Legacyspiel. Das bedeutet, das die Spieler hier von Partie zu Partie den Fortschritt des sich entwickelnden Königreichs sehen werden.

Spielviertel The Rise Of Queensdale / Foto: Spieltroll

Natürlich muss man auch bei Queensdale einige an Zeit mit bringen, will man die sich ergebene Kampagne bis zum Ende durchspielen. Dabei wenden die Brands hier ein System an, bei dem sich eine große Bandbreite von Spielen ergibt. Ich habe das Spiel mit meiner Frau in einer zweier Konstellation gespielt und wir haben insgesamt 17 Partien gebraucht es zu beenden. Je mehr Spieler teilnehmen, desto mehr mögliche Partien, denn das Prinzip geht wie folgt. Es gibt verschiedene Punktestufen auf der Siegpunkteleiste die gekennzeichnet sind, zu Beginn des Spiels sind das Ziel aller Spieler 10 Siegpunkte. Zu diesem Zweck stellen sie alle ihren Siegpunktemarker auf das Zielfeld. Erreicht ein Spieler in einer Partie diese Markierung, so endet die Partie und dieser Spieler spielt ab der nächsten Partie auf ein höheres Punkteziel, während die anderen Spieler weiterhin versuchen das niedrige Ziel zu erreichen. So ist es möglich das man mit vier Spielern erstmal vier Partien spielt, bevor jemand es schafft auf das nächst höhere Punkteziel zu spielen. Die Spieler die auf höhere Ziele spielen, bekommen aber die Chance im Verhältnis mehr Punkte zu machen und höhere Ziele zu erreichen. Das ist ein recht interessanter Mechanismus, der in einer Mehrspielerrunde wahrscheinlich zu viel mehr Partien führt.

Über die Story des Spiels möchte ich nicht viele Worte verlieren, nur soviel, dass es tatsächlich möglich ist, alternative Verläufe im Spiel zu erreichen. Am Ende unserer Kampagne, haben wir diverses Material aus der Box nicht gebraucht. Einiges davon war für alternative Ereignisse oder Storyverläufe. Von daher ist es wahrscheinlich sogar möglich The Rise Of Queensdale zumindest zweimal zu durchleben und nicht unbedingt die gleiche Kampagne zu erleben. Zu Beginn des Spiels sucht sich jeder Spieler eine Rolle für seinen Charakter aus, die im Verlauf der Kampagne Auswirkungen auf bestimmte Ereignisse haben kann. All das ist aber nie zu dominant, so das irgendwer große Vorteile oder Nachteile daraus ziehen kann.

Prallgefüllte Box mit Spielmaterial / Foto: Spieltroll

Als weiteres Feature muss noch hervorgehoben werden, dass man zu Beginn des Spiels seine Würfel mit Rohstoff-und Aktionssymbolen beklebt. Im Laufe des Spiels verdienen sich vor allem die etwas zurückliegenderen Spieler Siegel, die sie im Krämerladen ausgeben dürfen, um sich vor jeder Partie neue Aufkleber für ihre Würfel kaufen zu dürfen, so dass mit der Zeit jeder Spieler über individuelle Würfel verfügt. Das Würfelelement sorgt für genau die richtige Dosis Glück in diesem Spiel. Würfelwürfe sind niemals zu mächtig, können aber einige Entscheidungen nachhaltig beeinflussen.

Der Spielablauf ist im groben einfach so, dass zu Beginn alle Spieler parallel ihre Würfel werfen und sie offen vor sich ablegen. Dann beginnt der Startspieler einen Würfel einzusetzen und alle anderen Spieler folgen reihum und das machen die Spieler so lange, bis alle Würfel aufgebraucht sind. Danach beginnt eine neue Würfelrunde mit einem neuen Startspieler. Am Anfang haben die Spieler auch noch relativ wenige Optinonen für ihre Würfel. Würfeln sie einen Rohstoff, so können sie ihn auf ein entsprechendes Rohstofffeld legen und bekommen die Rohstoffe. Würfeln sie eine Aktion, so gibt es verschiedenste Möglichkeiten sie einzusetzen. Sie können Gebäude in ihrem Viertel errichten, oder ihre Spielfigur herumbewegen usw. Diese Möglichkeiten werden im Verlauf der Kampagne immer vielfältiger, wenn neue Elemente freigespielt werden. Das Spiel ist nie zu komplex und als Legacyfamilienspiel anzusehen.

Das Fazit

Viel mehr möchte ich von The Rise Of Queensdale auch gar nicht verraten, denn ich finde es ist es wert gespielt und erlebt zu werden. Leute die ansonsten vor der Komplexität von Kampagnenspielen zurückschrecken sollten sich The Rise Of Queensdale auf jeden Fall zu Gemüte führen. Das Spiel ist in seiner Einfachheit so schnell erlernt und kann auch nach mehreren Wochen pause zwischen einzelnen Partien wieder problemlos ohne langes Regelstudium aufgenommen werden. Des weiteren finde ich es nicht einmal schlimm, mit wechselnden Spielern zu spielen. Die einzelnen Spielerentwicklungen sind nicht so gravierend, als dass man nicht einen neuen Spieler dazu holen könnte. Ich denke, dass das Spiel mit vier Spielern den meisten Spaß machen wird. Man kann es auch zu zweit super spielen, dann bleiben einfach zwei Viertel des Spielfelds frei, aber ich denke zu viert wird der Spaßfaktor und die Anzahl der zufälligen Ereignisse das Spielerlebnis am besten machen. Aber wie gesagt, wir waren nur zu zweit und fanden auch das sehr spielenswert. Die einzige Warnung die ich aussprechen möchte geht an die Expertenspieler da draußen, für Leute die viel grübeln wollen und ausgefeilte Mechanismen suchen, mit denen sie sich gegenseitig messen können, ist dieses Spiel absolut nichts und die Story des Spiels bleibt für meinen persönlichen Geschmack ein wenig zu seicht. Allen anderen kann ich The Rise Of Queensdale aber nur empfehlen. Wer schon immer mal wissen wollte, was so ein Legacyspiel eigentlich ist, der sollte mit diesem Spiel anfangen und sich seine Meinung bilden. Man kann The Rise Of Queensdale so gar nach Beendigung der Kampagne immer noch spielen.


  • Verlag: Alea, Ravensburger
  • Autor(en): Inka und Markus Brand
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Dauer: 45 – 60 Minuten


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