Der Fuchs im Wald

Der Fuchs im Wald / Foto: Spieltroll

Die erste Rezension nach der Spiel 2019 soll in diesem Jahr ein kleines aber zumindest im Vorfeld schon aus dem Ausland mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattetes Kartenspiel sein. Der Fuchs im Wald hat es über den Schwerkraft-Verlag nun endlich auch nach Deutschland geschafft. Meine Frau ist für Kartenspiele sehr zu begeistern und hat sich dieses Spiel, über das sie viel gelesen hat, sozusagen gewünscht und wir haben es in Essen mitgenommen. Es gibt nicht so wahnsinnig viele Stichspiele für nur zwei Personen, deswegen war ich tatsähclich sehr gespannt darauf. Außerdem wurde es im Vorfeld immer wieder wegen seiner schönen Optik besonders hervorgehoben. Schwerkraft bringt das Spiel in seiner Leichtkraft-Serie unter, da es ein nicht besonders komplexer Titel sein soll. Aber schauen wir es uns einfach näher an.

Worum geht es ?

Grundlage für den Hintergrund des Spiels ist ein Märchen von Alana Joli Abbot, einer Autorin von Kurzgeschichten, Fanfiction und ähnlichem. In der Spielanleitung sind leider nur ein paar Versatzstücke des Märchens wiedergegeben und dem Hinweis auf die Downloadssektion der Homepage des Schwerkraft-Verlags folgend findet man leider nichts auf der Seite. Ist vielleicht noch zu frisch, aber ich checke das später nochmal ab. Rein spielerisch haben wir es mit einem Stichspiel zu tun, bei dem es am Ende jeder Runde Punkte zu verdienen gibt und wer als erstes 21 Punkte erspielt hat gewinnt.

Der Fuchs im Wald – Spielfarbe / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Der Fuchs im Wald besteht nur aus einem 33 Spielkarten umfassenden Deck, sowie 2 Spielerhilfen und ein paar Punktemarkern. Die Karten haben die Größe normaler Spielkarten und ich rate dazu sie zu sleeven, dazu aber später mehr im Fazit. Die 33 Karten teilen sich dabei in drei Spielfarben auf und haben Zahlenwerte von 1 bis 11. Das besondere an ihnen ist, dass alle ungeraden Zahlen mit einem Bild versehen sind und besondere Fähigkeiten besitzen.

Jeder Spieler erhält zu Beginn 13 Karten ausgeteilt und die restlichen sieben Karten bilden den Nachziehstapel. Die oberste Karte des Stapels wird offen aufgedeckt und wird Erlasskarte genannt, denn sie zeigt den Erlass der Königin, was nichts anderes ist als die Trumpffarbe. Der Startspieler spielt nun irgendeine Karte aus seiner Hand aus und der Gegenspieler muss wenn möglich die Karte bedienen. Kann er das nicht, kann er wie in jedem normalen Stichspiel auch, entweder eine andere Farbe abschmeißen oder mit einem Trumpf den Stich für sich gewinnen. Anschließend spielt der Gewinner der Vorrunde den nächten Stich an. So weit, so gewöhnlich, aber ihr könnt es euch schon denken, das Salz in der Suppe, oder auch der Fuchs im Wald, sind in diesem Spiel die ungeraden Karten mit den besonderen Fähigkeiten, die einige der Regeln außer Kraft setzen.

Der Fuchs im Wald – ungerade Spielkarten / Foto: Spieltroll

So gibt es zum Beispiel den Schwan (die Eins), der sagt, dass man wenn man den Stich verliert, wenn man ihn gespielt hat, man im nächsten Zug trotzdem zuerst ausspielt. Der namensgebende Fuchs (die Drei) erlaubt es, direkt nachdem man ihn ausgespielt hat, die Erlasskarte gegen eine Karte auf seiner Hand zu tauschen. Mit dem Holzfäller (die Fünf) zieht man sofort nach dessen Ausspiel die oberste Karte des Nachziestapels und legt dafür eine Karte aus seiner Hand unter den Stapel. Die Sieben ist der Schatz, den man möglichst gewinnen will, weil man einen Punkt für jeden Schatz im Stich erhält. Die Hexe (die Neun) gewinnt Stiche, wenn sie die einzige Neun im Stich ist, da sie dann als Trumpfkarte gilt und die Monarchin (die Elf), wenn sie zuerst gespielt ist fordert vom Gegner, dass er entweder eine Eins oder seine höchste Karte in dieser Farbe in den Stich legen muss. Mehr gibt es bei der Fuchs im Wald gar nicht zu beachten.

Der Fuchs im Wald – Übersichtskarte / Foto: Spieltroll

Am Ende wird abgerechnet und hier kommt noch eine Besonderheit zum Tragen. Jeder Spieler erhält eine bestimmte Anzahl an Punkten für seine Stiche. Dabei ist es gut entweder „demütig“ zu sein, was bedeutet man hat 0-3 der gespielten 13 Stiche für sich gewonnen, denn dann erhält man 6 Punkte, oder man hat 7-9 Stiche gewonnen, dann erhält man ebenfalls 6 Punkte. Wenn man „gierig“ war und sogar 10-13 Stiche gewinnen konnte, so geht man sogar ohne Punkte aus der Runde. Bei 4,5 und 6 Stichen bekommt man auch gestaffelt 1,2 oder 3 Punkte. Wer so zuerst 21 Punkte erreicht, gewinnt der Fuchs im Wald. Natürlich kann man auch kürzer oder länger spielen, je nachdem wieviel Lust man gerade auf das Spiel hat.

Das Fazit

Der Fuchs im Wald – Punktemarker / Foto: Spieltroll

Ich gebe zu, selbst beim Schreiben dieser Review klingt das ganze irgendwie gar nicht mal so besonders. Joshua Buergel hat sich hier nur ein ganz paar besondere Kniffe, die man wahrscheinlich sogar schonmal in dem ein oder anderen Stichspiel so vorgefunden hat, überlegt und daraus dieses wirklich besondere Spiel geschaffen. Ein Stichspiel für nur zwei Personen, dass aus sehr einfachen, aber Spaß bringenden, Komponenten besteht. Darüber hinaus ist dieses Spiel einfach nur schön. Von Vorne bis hinten ein kleines Kunstwerk mit schönen Artworks, einer schönen Spielanleitung und einem schönen Cover. Selbst die Rückseiten der Karten sind zwar sehr klassisch für ein Kartenspiel gehalten, aber auch diese haben irgendwie etwas Nobles. Der Fuchs im Wald gefällt mir richtig, richtig gut, aber der Preis, den Schwerkraft hier aufruft ist, für das, was man bekommt, eine Frechheit. Auf der Messe in Essen haben wir 15 Euro für das Spiel hingeblättert und ich weiss nicht ob das nicht später sogar noch teurer verkauft wird. Ich möchte nur darauf hinweisen und es niemandem madig machen. Das Spiel ist wirklich absolut hübsch und auch spielerisch eine kleine Perle. Wenn man die Schachtel dann aber öffnet und sich an den schönen Illustrationen satt gesehen hat und realisiert, dass man gerade 15 Euro für 35 Karten und 17 Pappmarker ausgegeben hat, schluckt man schon mal kurz. Das ist der Grund, warum ich die Karten nach der ersten Partie direkt gesleeved habe. Es ist halt ein Stichspiel und man mischt es häufig und wenn ich mir überlege wie unsere Skat- und Doppelkopfspiele früher immer ausgesehen haben, dann ojeoje. Die Karten kann man eben nicht so einfach neu kaufen.

Nichts desto trotz, ein tolles, überteuertes Stichspiel für zwei!


  • Verlag: Schwerkraft-Verlag
  • Autor(en): Joshua Buergel
  • Illustrator(en): Jennifer L. Meyer
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Dauer: 30 Minuten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.