Santorini

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Santorini / Foto: Spieltroll

Santorini ist eine griechische Insel in der Ägäis, die berühmt für ihre weißen Gebäude mit den blauen Kuppeldächern ist, die zum Teil an den Klippen der Insel gebaut worden sind. Bereits 2004 nahm sich der kanadische Spieleerfinder Gordon Hamilton des Themas dieser Insel an und entwickelte Santorini als abstraktes Spiel. Dreizehn Jahre später und dank einer Kickstarter-Kampagne kam das Spiel in der vorliegenden Version nun mächtig aufgehübscht in die Verkaufsregale und wurde so auch endlich einer breiteren Masse zugänglich. Durch seine Aufmachung wirkt das Spiel sehr kindlich und an jüngere Käuferschichten gerichtet, doch da sollte man sich nicht täuschen lassen, es ist zwar für junge Spieler geeignet, ist aber von enormer strategischer Tiefe. Im Kern ist es ein abstraktes strategisches Bauspiel für zwei Personen, dass man auch zu dritt oder viert spielen kann.

Worum geht es ?

In Santorini übernhemen die Spieler die Rolle von Göttern, die im Wettbewerb gegen einander stehen und sich die schroffen Klippen von Santorini für ihren Bauwettkampf ausgesucht haben. Die Spieler bauen auf einem fünf mal fünf Felder großen Spielfeld Gebäude, die in drei Phasen in die Höhe gebaut werden können. Als Abschluß können auch noch Kuppeln auf die Gebäude gebaut werden. Jeder Spieler verfügt über zwei Figuren, von denen er eine auf die dritte Etage eines Gebäudes bekommen muß. Sobald es Eintritt, dass eine Figur die dritte Etage betritt, ist das Spiel sofort vorbei. Die Spieler verkörpern in jedem Spiel eine neue Gottheit und diese haben alle eine besondere Spezialfähigkeit, die es ihnen erlaubt etwas anders zu machen, als es die normalen Regeln vorsehen. Santorini sieht keine Runden oder soetwas vor, es bleibt den Spielern selbst überlassen, wie oft sie gegeneinander antreten wollen.

Wie läuft das ab?

Der Spielaufbau ist sehr simpel. Das Spiel kommt mit einem fünf mal fünf Felder großen Pappraster, dass man auf die im Spiel befindlichen Plastikklippen aufbringt. Die vier verschiedenen Gebäudeteile werden bereitgelegt und jeder Spieler bekommt zwei Figuren. In der Vierspielervariante bekommt jeder Spieler nur eine Figur und man spielt in Teams gegeneinander, wobei sich die Teammitgleider gegenüber, oder zumindest in abwechselnder Reihenfolge am Tisch sitzen sollten. Optional bekommt nun jeder Spieler eine Götterkarte zugelost, oder sucht sich eine aus und verfügt nun über die Spezialfähigkeit dieser Karte für das gesamte Spiel. 30 Götterkarten sind dem Spiel beigefügt und jede verfügt über eine andere Fähigkeit. Zusätzlich sind die Götter nocheinmal in zwei Schwierigkeitsstufen unterteilt. Zehn Götter zählen as Basisgötter mit einfacher zu beherrschenden Fähigkeiten und zwanzig sind durchaus etwas schwieriger zu meistern. Wenn die Spieler wollen, können sie aber auch die Götterkarten komplett weglassen und einfach nur nach den normalen Setzregeln spielen.

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Santorini Spielsituation / Foto: Spieltroll

Die Spieler einigen sich darauf wer anfängt und der Startspieler stellt zunächst eine seiner Figuren auf eines der 25 möglichen Felder des Spielbretts. Danach folgt sein Gegenspieler und dann abwechselnd, bis alle Figuren auf Feldern stehen. Wenn ein Spieler an der Reihe ist, muß er eine seiner Figuren bewegen. Die Figuren können sich auf jedes benachbarte Feld bewegen, auch diagonal, solange sie dabei nur maximal eine Stufe auf ein Gebäude nach oben steigen, oder beliebig viele Stufen nach unten. Nach der Bewegung muß man bauen, und zwar auf eines der zu der bewegten Figur angrenzenden Felder. Dabei muß die Reihenfolge der zu bauenden Teile eines Gebäudes eingehalten werden. Zunächst die Basis, dann das erste Gechoss, dann der Turm und zu guter letzt die blaue Turmkuppel. Setzt man die Kuppel auf ein Gebäude so kann man dieses Feld nicht mehr betreten, die anderen Gebäude sind aber begehbar und das Ziel ist es ja auf dem dritten Gebäudeteil zu stehen. Das ist auch schon alles. Dann ist der Gegenspieler dran, bewegt eine Figur, baut ein Teil und fertig. Klingt ganz einfach? Ist es auch! Das ist das Basisspiel für zwei Personen, ohne Götterkarten und das macht tatsächlich schon so eine Menge Spaß.

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Santorini Spielsituation / Foto: Spieltroll

Die Götterkarten bringen dann aber jede Menge Abwechslung ins Spiel. Außerdem sind sie für drei und vier Spieler vorgeschrieben. Diese Karten erlauben einem in der Regel immer irgendetwas, das man nach den normalen Regeln nicht tun darf. Atlas zum Beispiel erlaubt es dir auf einem beliebigen Gebäudelevel eine Kuppel zu errichten, was man sonst ja nur ganz oben auf einem Gebäude darf. Mit Pan gewinnt man zum Beispiel eine Partie auch, wenn man ihn um zwei oder mehr Level nach unten ziehen kann. Alles ist dort möglich, die Fähigkeiten sind sehr verschieden und verwandeln Santorini jedes mal in ein neues Spiel, da man ständig auf die Fähigkeiten seines Gegenspielers achten muß. Wir haben das Spiel bisher ausgiebig getestet und bisher ist uns eigentlich keine der Fähigkeiten negativ aufgefallen, auch wenn einem einige zunächst etwas mächtiger als andere erscheinen. Die Fähigkeiten sind sehr gut ausbalanciert, so dass eigentlich kein Unmut auftauchen sollte.

Am meisten Spaß macht das Spiel zu zweit, wenn man im Team spielt, kann einem der Mitspieler schon mal ganz schön was verbauen, was man so nicht haben wollte. Hier ist man halt nicht allein verantwortlich und das stört mich persönlich ein wenig. Zu dritt ist es ähnlich, hier sind ja immer zwei Gegner dran, bevor man reagieren kann und das macht es ein wenig unstrategischer.

Das Fazit

Santorini ist ein toller abstrakter Strategiespielspaß für meiner Meinung nach nur zwei Spieler, sämtliche anderen Varianten finde ich nicht besonders gelungen, aber zu zweit gehört es mit zum besten, was es auf dem Spielemarkt gibt. Wem Schach zu ausgetreten ist und auch sonst alles andere in dem Bereich auf Dauer langweilt, sollte ruhig mal ein paar Partien Santorini riskieren. Gerade durch die massive Abwechslung durch die Götterkarten wir das Spiel enorm tief, weil man sich in jeder Partie seine Fähigkeit und die seines Gegenspielers erst wieder neu erarbeiten muß. Die Kombinationen zwischen manchen Fähigkeiten sind zum Teil sehr fordernd und bis man jeden Gott gegen jeden anderen Gott ausprobiert hat, vergehen schon ein paar Stunden… Monate… Jahre. Das Spiel an sich ist schnell erklärt und wahnsinng schnell gespielt, eine Partie dauert selten länger als 10 bis 15 Minuten, so dass man immer wieder eine Revanche will.

Die Aufmachung des Spiels ist darüberhinaus ebenfalls sehr gelungen, auch wenn sie wie eingangs bereits erwähnt etwas kindlich wirkt. Man sollte sich hiervon nicht täuschen lassen, das Spiel ist definitiv kein Kinderspiel, auch wenn es von Kindern gespielt werden kann, da es so einfach zu erlernen ist. Der einzige Kritikpunkt, sind die nicht so schön gelungenen Spielfiguren, die wirken irgendwie eine Spur zu billig.


  • Verlag: Roxley Game Laboratory
  • Autor(en): Gordon Hamilton
  • Erscheinungsjahr: 2004/2017
  • Spieleranzahl: 2 (– 4)
  • Dauer: 10 – 15 Minuten

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