Imhotep – Das Duell

Imhotep – Das Duell / Foto: Spieltroll

2016 erschien bei KOSMOS ein tolles Spiel von Phil Walker-Harding mit dem Namen Imhotep und es sorgte für einiges an Aufsehen, da es im Jahr seines Erscheinens bereits für das Spiel des Jahres nominiert wurde. Das Spiel bot nicht wirklich viel Neues, jedoch verband es sehr geschickt seine Mechanismen zu einer tollen Spielerfahrung. Zwei Jahre später, wie bei KOSMOS schon fast üblich, erschien Imhotep – Das Duell, eine Zweispielervariante, die das Thema aufgriff und versuchte das Konzept des Hauptspiels in ein rundes Spiel für zwei Spieler zu verwandeln. Phil Walker Harding ist auch für diese Variante als Autor verantwortlich und auch Imhotep – Das Duell schaffte den Sprung auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres-Preis 2019. Also erneut ein paar Vorschusslorbeeren.

Worum geht es ?

In Imhotep – Das Duell geht es rein Geschichtlich um einen Bauwettstreit zwischen dem Königspaar Echnaton und Nofretete. Die Spieler schlüpfen jeweils in einen der beiden Charaktere und versuchen durch geschicktes Bauplättchen Erwerben mehr und bessere (punkteträchtigere) Monumente zu errichten. Wer am Ende mehr Punkte erbaut hat gewinnt.

Wie läuft das ab ?

Hafen Imhotep – Das Duell / Foto: Spieltroll

Der Spielablauf ist im Kern sehr simpel und doch fordernd. Beide Spieler bauen zunächst vor sich einen langen Streifen von Tabelaus aus, auf denen oder an denen sie die Bauplättchen, die sie im Verlauf des Spiels bekommen, legen. In der Mitte wird ein kleiner Stadtplan aufgebaut, der durch ein Raster von drei mal drei Feldern gekennzeichnet ist. An zwei Seiten dieses Stadtplans befindet sich der Hafen mit insgesamt sechs Anlegeplätzen für Schiffe. Die Schiffe werden in die dafür vorgesehenen Mulden geparkt. Alle Bauplättchen werden verdeckt gemischt und anschließend auf jedes Schiff drei Plättchen gelegt und umgedreht, so dass die Spieler sehen können, was man auf welchem Schiff bekommt. Weiterhin erhält jeder Spieler vier Spielfiguren. Ein paar Reserveplättchen werden noch in einen Sonderbereich des Stadtplans verdeckt platziert und dann kann es losgehen.

Spielertableaus Teil 1 Imhotep – Das Duell / Foto: Spieltroll

Ziel ist es, wie gesagt, am Ende die meisten Punkte erbaut zu haben und das können die Spieler mit den Bauplättchen, die es in sechs unterschiedlichen Arten gibt tun. Es gibt Obeliskenplättchen, gelbe Tempelplättchen mit Werten von eins bis vier, zwei verschiedene Sorten Pyramidenplättchen, sowie zwölf einzigartige Grabkammerplättchen und verschiedene Spezialplättchen. Jede Sorte dinet für ein anderes Monument, dass die Spieler vor sich bauen müssen, lediglich die Spezialplättchen ermöglichen es den Spielern von der Norm abweichende Aktionen machen zu können.

Spielertableaus Teil 2 Imhotep – Das Duell / Foto: Spieltroll

Von links beginnend, können die Spieler an oder auf ihren Tableaus folgende Monumente errichten. Zuerst kommt der Obelisk, zu dessen Zweck die Spieler hier in einer Reihe nach oben jedes Obeliskenplättchen anlegen können, so sieht man recht schön, wer hier den höchsten Obelisken errichtet hat. Als nächstes folgt der Sonnentempel, auf dem die Spieler ihre Tempelplättchen einfach verdeckt sammeln und auftürmen. Jedes Sonnensymbol auf den Plättchen ist am Ende einen Punkt wert. Als drittes folgen die beiden Pyramiden. Jede Pyramide hat ihre eigenen farbigen sechs Bauplättchen, die die Spieler zu kleinen Pyramiden auftürmen. Als letztes folgt die Grabkammer an der sich zwölf Zahlenfelder befinden und die Spieler einfach das entsprechend nummerierte Plättchen an seine Position legen müssen.

Die Spieler bekommen diese Plättchen durch den Aktionsmechanismus des Spiels. Ist ein Spieler an der Reihe hat er die Wahl zwischen drei Möglichkeiten, entweder er setzt eine seiner Spielfiguren auf dem Stadtplan ein, oder er entläd ein Boot, wenn er darf, oder er spielt eines seiner Spezialplättchen aus.

Figuren einsetzen Imhotep – Das Duell / Foto: Spieltroll

Das setzen einer Figur ist ganz simpel. Der Stadtplan weisst neun Felder auf und an jeder Reihe und Spalte liegt ein Boot. Will der Spieler eine Figur einsetzen, so tut er das auf einem der Felder, insgesamt gibt es acht Figuren, so dass immer ein Feld freibleiben muss. Hat der Spieler keine Figuren mehr, kann er diese Aktion logischerweise nicht mehr benutzen. Ein Boot darf ein Spieler immer entladen, wenn in einer Reihe oder Spalte mindestens zwei Figuren stehen, dabei ist es völlig egal, welche Farbe die Figuren haben. Wählt ein Spieler diese Option, so entläd jede Spielfigur in der Reihe oder Spalte jetzt ein Plättchen vom Boot. Dabei ist folgende Regel zu beachten: die dem Boot am nächsten gelegende Spielfigur läd das am weitesten vom Hafen entfernte Plättchen aus usw. Bleibt dabei ein Plättchen im Boot, so wird dieses zurück in die Schachtel gelegt und anschließend das Boot mit drei neuen Plättchen bestückt. Die Spielfiguren erhalten die Spieler zurück in ihren Vorrat. Als letzte Zugmöglichkeit können die Spieler ein Spezialplättchen ausspielen, dass es in vier Versionen gibt. Mit ihnen ist es den Spielern möglich, zwei bis drei Spielfiguren auf einmal zu setzen, eine Figur zu setzen und das Boot zweimal zu entladen, Plättchen zu vertauschen und zu entladen oder sich einfach ein Plättchen von einem Boot zu stehlen und durch eines aus dem Vorrat zu ersetzen.

Das Spiel geht solange weiter, bis das vorletzte Boot entladen wurde und es nicht mehr genug Plättchen gibt es wieder aufzufüllen. Danach folgt die Wertung in der die Spieler ihre Punkte zählen. Hier muss nun noch erwähnt werden, das die Tableauteile der Spieler zwei Seiten haben und man sich vorher auf eine der beiden Seiten pro Monument geeinigt haben muss. Die A-Seite ist dabei immer etwas leichter als die B-Seite. Ich beschreibe jetzt nur einmal die leichtere A-Seite, obwohl ich eher die B-Seite favorisiere. Beim Obelisken bringt jedes Plättchen einen Punkt und wer mehr Plättchen besitzt als der Gegner, der bekommt sechs Bonuspunkte. Für den Tempel zähl, wie schon erwähnt, jedes Sonnensymbol auf den Plättchen einen Punkt. Auf dem Pyramidentableau befindet sich eine kleine Tabelle die Aufschluss über die Pyramidenpunkte gibt. Jede Pyramide wird für sich gewertet und man erhält je nach Anzahl der Plättchen ein stark ansteigende Punktzahl. Die Grabkammer ist etwas spezieller, hier benötigt man Lücken in der Reihenfolge, denn hier werden Gruppen von zusammenhängenden Plättchen gewertet. Die größte zu erreichende Punktezahl erhält man für eine Fünfergruppe Plättchen, aber man darf auch alle Gruppen werten. Zu guter letzt zählt jedes Spezialplättchen, dass man nicht genutzt hat und jede Spielfigur, die noch auf dem Stadtplan steht, einen Punkt.

Beladenes Boot Imhotep – Das Duell / Foto: Spieltroll

Das Fazit

Imhotep – Das Duell ist ein gutes Spiel, hält für mich aber nicht ganz das Niveau seines großen Bruders Imhotep. Phil Walker-Harding leistet ganze Arbeit sein Konzept auch in diesem 2-Personenspiel gut spielbar zu machen und das gelingt ihm auch. Warum ich es trotzdem nicht so gut finde wie seinen Vorläufer ist der Optik und der Haptik, die das große Spiel einfach wertiger wirken lässt, geschuldet. KOSMOS lässt sich beim Duell zwar nicht lumpen und packt relativ viel Material in die kleine Schachtel, aber bis auf die kleinen Holzfiguren ist alles aus Pappe und wirkt einfach etwas schlechter. Der große Bruder trumpft mit seinen schönen, großen und farbigen Holzwürfeln auf, die man stapelt und es wirkt ganz anders auf dem Tisch. Für eine Zweiervariante geht das aber alles in Ordnung und ist bei aller Liebe kein schlechtes Spiel. Es wirkt halt nur etwas schlechter, wenn man das andere kennt.

Die Auswahlliste geht auch voll in Ordnung, denn Walker-Harding hat sich wirklich viele Gedanken gemacht das Spiel in diese Version zu verpacken. Wer immer nur zu zweit spielt, kann hier durchaus zugreifen.


  • Verlag: KOSMOS
  • Autor(en): Phil Walker-Harding
  • Illustrator(en): Claus Stephan
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 2
  • Dauer: 30 Minuten


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