Silver & Gold

Silver & Gold / Foto: Spieltroll

Phil Walker-Harding hat sich in den letzten Jahren zu einem meiner Lieblings-Autoren gemausert und ich probiere mit Freude seine neuen Spiele aus, weil sie immer schön geschliffene, niemals zu komplexe, aber immer interessante Mechaniken aufweisen, die meistens für eine große Menge an Spielspaß sorgen. Er erfindet das Rad meist nicht neu, schafft es aber immer wieder bestehenden Mechniken seinen eigenen Kniff zu verpassen und sie zu einer angenehmen Spielerfahrung zu machen. Das Roll´n´Write Genre ist im letzten Jahr ja so dermaßen durch das Dorf getrieben worden, dass sich immer wieder findige Autoren hinsetzen und an Abwandlungen arbeiten. Welcome to… war schon eine Abwandlung dieses Trends und nun kommt auch Phil Walker-Harding mit seinem Beitrag zu der gesamten Materie: Silver & Gold von NSV.

Worum geht es?

In Silver & Gold versuchen die Spieler Schatzkarten zu vervollständigen für die sie Punkte bekommen. Wer das am besten hinbekommt und durch geschicktes Ankreuzen von Feldern die meisten Punkte ergattert, gewinnt Silver & Gold.

Wie läuft das ab?

Punktekarte Silver & Gold / Foto: Spieltroll

Jeder Spieler bekommt eine eigene abwischbare Punktekarte, auf der er während des Spiels Punkte zählt und am Ende seine finalen Punkte eintragen kann. In die Mitte wird eine Rundenkarte gelegt auf der die Spieler immer sehen können, wie lange das Spiel noch geht. Außerdem werden auf dieser Karte Pokale abgetragen, die die Spieler im laufe des spiels verdienen können. Der Rest des Spiels besteht aus zwei verschiedenen Kartenartendecks. Das eine, mit Fragezeichen auf der Rückseite, ist das relevante für die Spielmechanik und besteht nur aus acht Karten. Das zweite ist ein großer Stapel Schatzkarten, von denen jeder Spieler am Anfang vier erhält und sich zwei aussuchen darf. Mit diesen Karten beginnt man. Vier weitere liegen offen in der Mitte aus und der Rest wird als Nachziehstapel bereitgelegt. Die Schatzkarten gibt es in vier Abstufungen von 8, 10, 12 oder 14 Punkten, die auch farblich voneinander abgegrenzt sind. Auf ihnen sind Schatzinseln aus weißen Quadraten abgebildet, die die Spieler füllen müssen. Darüber hinaus können rote Kreuze, Palmen oder Schatzmünzen auf ihnen auftauchen. Richtige Schatzkarten also.

Schatzkarten Silver & Gold / Foto: Spieltroll

Sämtliche Karten sind auf einer Seite abwischbar, so dass man mit entsprechenden Markern alles vollkritzeln kann. Das Spiel gestaltet sich dann wie folgt. Ein Startspieler macht ein Kreuz auf der Rundenkarte in der Mitte. Insgesamt werden nur vier Runden gespielt. In einer Runde werden sieben der acht Fragezeichenkarten gezogen, danach beginnt eine neue Runde. Der Startspieler zieht eine der Karten vom Stapel und legt sie für alle sichtbar aus. Diese Karten zeigen dann tetrisartige Kästchenkombinationen, die die Spieler auf ihren Inseln einzeichnen dürfen. Man darf sie dabei drehen wie man möchte. Man darf auch darauf verzichten die Kombination einzutragen, dann markiert man nur ein einzelnes Kästchen. Auf der Rundenkarte in der Mitte sind die acht möglichen Karten angegeben, so dass man durchaus taktieren kann. Nur eine der Karten wird pro Runde nicht aufgedeckt. Beim Einzeichnen der Kästchen versuchen die Spieler dabei die Inseln möglichst schnell mit den Formen auszufüllen, denn sobald eine Insel fertig ist, kommt sie auf den Punktestapel des Spielers und dieser darf sich eine neue Karte von den aufgedeckten Karten in der Mitte nehmen.

Spielsituation Silver & Gold / Foto: Spieltroll

Beim Kreuzchenmachen auf den Inseln macht man irgendwann auch Kreuze auf den speziellen Symbolen (Palme, Münze oder Kreuz), was dann zu verschiedenen Effekten führt. Markiert man ein Kreuz, so darf der Spieler sofort ein weiteres Kästchen auf einer seiner Inseln markieren. Die Münze erlaubt es auf seiner Wertungskarte eine Münze anzukreuzen und wenn man es schafft vier Münzen zu erlangen, bekommt man den noch besten verfügbaren Pokal, notiert sich die Punkte hinter der Münzreihe und streicht den entsprechenden Pokal auf der Rundenkarte ab. Bei den Palmen schaut man sich sämtliche inseln in der Mitte an und zählt alle sichtbaren Palmen plus die markierte und notiert sich die Punkte auf der Punktekarte.

Rundenkarte Silver & Gold / Foto: Spieltroll

Die Spieler absolvieren so die vier Runden und werten am Ende ihre Punkte aus. Auf den Schatzkarten gibt es noch eine Besonderheit, die bei Spielende zu Bonuspunkten führt. Manche der Karten haben in der oberen linken Ecke ein Siegel mit einem Wert von eins oder zwei stehen. Diese Siegel verfügen ebenfalls über die Farben der Karten und geben einem Bonuspunkte in Höhe des Siegelwertes mal der Anzahl der entsprechenden Schatzkartenfarbe. So kann es sich durchaus lohnen lieber mehr Karten einer bestimmten Farbe zu vervollständigen. So rechnen die Spieler am Ende ihre Punkte für die erlangten Münzpokale, die Palmen, sowie die Bonuspunkte und die Punkte für die fertigen Schatzkarten zu einer Gesamtpunktzahl zusammen und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Spielmaterial Silver & Gold / Foto: Spieltroll

Das Fazit

Silver & Gold ist ein schönes, schnell erklärtes Spiel für zwischendurch und besticht durch gutes Material. Man muss nur aufpassen, das man nicht auf den Rückseiten der Karten malt, die vertragen sich nicht so gut mit den Stiften, die wie bei Würfelland auch in diesem NSV-Spiel wieder mit in der Schachtel sind. Am Ende des Spiels, muss man natürlich alle Karten einmal mit einem Tuch (oder den Fingern) abwischen, damit man beim nächsten mal gleich wieder loslegen kann. Phil Walker-Harding enttäuscht mich auch mit diesem kleinen Spiel nicht und liefert auch hier wieder ein schön reduziertes Spiel ohne viel Schnick-Schnack ab, dass mir für einen Füller für Zwischendurch, sehr gut gefällt. Wird bei uns wahrscheinlich immer mal wieder auf dem Tisch landen. Das Taktieren kommt hier auch nicht zu kurz, da man ja von vornherein weiss, dass nicht alle Karten umgedreht werden und wenn bestimmte Karten erst spät kommen, man sich nicht mehr unbedingt drauf verlassen kann eine Insel noch zu vervollständigen. Manchmal macht es auch mehr Sinn einfach nur eine einzelne Markierung zu setzen, anstatt das vollständige Tetrisblöcken zu markieren. Auch die Möglichkeiten Extrapunkte durch die Siegel zu generieren oder im richtigen Moment die Palmen zu werten kann von entscheidender Bedeutung sein. Nach Welcome To… mein zweitliebstes Flip´n´Write, Draw´n´Write oder wie auch immer man diese Spiele nennen möchte.


  • Verlag: NSV
  • Autor(en): Phil Walker-Harding
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Dauer: 30 – 45 Minuten


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