#73 Was ist eigentlich? – Multisolitärspiel

Bei der Überlegung, welchen Begriff ich mir wohl als nächstes im Rahmen dieser Serie vornehmen könnte, bin ich auf eine meiner ersten Spielgedanken gestoßen, den ich mit Autistenspiele betitelt habe und dort geht es bereits um die Multisolitärspiele. Der Begriff kommt inzwischen doch recht häufig vor, so dass ich mir gedacht habe ich widme ihm dann auch gleich hier noch einen Beitrag. Zur Erklärung, der Begriff „Autistenspiel“ stammt nicht von mir und ist ein Zitat eines Autors aus der Spielbox. Wer etwas mehr darüber nachlesen möchte sollte sich den Gedanken mal durchlesen. Hier soll jetzt aber nur der Begriff Multisolitärspiel erklärt werden.

Multisolitärspiel

Gerne hört man diesen Begriff auch in englischer Sprache, wo man solche Spiele als Multiplayer Solitaires bezeichnet. Solitär ist ja nicht nur ein Zustand sondern auch ein Spiel. Solitäre Spiele sind natürlich Spiele, die man alleine spielen kann. Auch hierzu habe ich ja bereits eine Begriffserklärung verfasst. Das Sologaming ist heutzutage eine sehr wichtige Säule in der Brettspielbranche. Relativ spät erkannte man das die eigentlich geselligen Brettspiele auch Potenzial für Spieler*innen haben die gerne alleine vor sich hin spielen. Heutzutage haben schon wahnsinnig viele Spiele einen Solomodus.

Das Multisolitärspiel meint aber etwas anderes. Dies sind Spiele bei denen zwischen den Spielern*innen wenig bis gar keine Interaktion stattfindet. Das ist nicht nur möglich, sondern funktioniert auch sehr gut. Solche Spiele haben sehr oft einen puzzeligen Charakter, bei dem die Spieler*innen vor sich hin optimieren, bis das gewünschte Ergebnis stimmt. Meist muss man versuchen das beste aus seinem Tableau herauszuholen, bevor das Spiel vorbei ist. Die Spieler*innen stehen dabei eigentlich nur durch ihre Endpunktezahl im Wettbewerb zueinander. Interaktionen beschränken sich dabei meist nur auf die Auswahl von Plättchen oder Karten, bei denen miteingeplant werden muss, wann es die Reihenfolge ermöglicht, welche Karte oder welches Plättchen zu ziehen.

In dem oben erwähnten Beitrag geht es um das Spiel Imperial Settlers, dass ich hier ebenfalls als gutes Beispiel anführen möchte. In diesem Spiel werkeln die Spieler*innen an ihren eigenen Auslagen herum, generieren Rohstoffe, die sie zum Bauen benötigen. Die Spieler wechseln sich zwar in den Zügen ab, aber im Grunde schauen sie nur auf ihren Bereich. Die Interaktion beschränkt sich hier auf mögliche Angriffe durch die Gebäude zerstört und Rohstoffe geraubt werden können.

Kritiker*innen dieser Spielform sehen es immer wieder als abwertendes Kriterium für ein Spiel an, dass keine Interaktion stattfindet. Dies kann man aber nicht verallgemeinern, denn es gibt jede Menge Spieler*innen die auch aus solchen interaktionslosen Spielen Spaß ziehen und bei denen durchaus viel soziale Interaktion am Spieltisch stattfindet.

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