Obsthain – Ein Solo-Spiel

Obsthain – Ein Solo-Spiel

Micro-Games finde ich für Zwischendurch eigentlich immer mal spannend. Inzwischen gibt es einige die man immer mal wieder rausholt um für ein paar Minuten Spaß zu haben. Viele von diesen Spielen lassen sich auch Solo spielen und sind daher ideal einfach mal alleine ein paar Minuten Zeit totzuschlagen. Obsthain ist wieder ein solches Spiel, dass bereits im Jahr 2018 den Golden Geek von boardgamegeek.com in der Kategorie „Bestes Print & Play-Spiel“ gewann. Ursprünglich ist das von Mark Tuck erdachte Spiel nämlich eines, dass man selbst ausdrucken und mit wenig Aufwand selbst herstellen kann. In der Urversion besteht es nur aus 9 Karten und man benötigt zusätzlich nur noch ein paar Marker und Würfel. Nun ist das kleine Spiel auch in einer vollständig gedruckten Version bei Board Game Circus auf deutsch erschienen. Das Spiel befindet sich in einem zigarettenschachtelgroßen Schuber und kann wirklich überall mit hingenommen werden. Wie es funktioniert und ob es ein gutes Spiel ist, möchte ich euch heute näher bringen. Außerdem ist es ein Spiel das man in Coronazeiten auch super Online gegeneinander spielen kann.

Obsthain – Spielmaterial / Foto: Spieltroll

Worum geht es?

In Obsthain geht es natürlich um einen Obstgarten, indem wir möglichst ertragreiche Obstbäume entstehen lassen wollen, aber das Spiel ist relativ unthematisch und man könnte es fast schon als abstrakt bezeichnen. Wir legen Karten so übereinander, dass immer ertragreichere Bäume entstehen. Für diese Bäume erhalten wir Punkte und versuchen mit nur neun Karten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Wie läuft das ab?

Obsthain ist nicht nur in fünf bis zehn Minuten gespielt, nein es ist auch noch viel schneller erklärt. Das Spielmaterial besteht aus 18 Karten, auf denen jeweils sechs Bäume mit drei verschiedenen Früchten abgebildet sind. Pflaumen, Äpfel und Birnen. Dann gibt es noch je fünf Würfel in den Früchtefarben, sowie zwei kleine Holzmarker für verdorbene Früchte. Mehr ist in der kleinen Schachtel gar nicht drin.

Obsthain – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Man benötigt für eine Partie nur neun Karten, also mischt man die achtzehn Karten und teilt sie in zwei Stapel, so kann man direkt zweimal hintereinander spielen. Eine Karte deckt man als Startkarte auf und legt sie vor sich ab. Zwei weitere Karten nimmt man auf die Hand und schon kann es losgehen. Ziel ist es möglichst viele gleiche Bäume abzudecken. Dabei darf man nicht ungestraft Bäume mit anderen überdecken. Sollte ddas passieren, so legt man auf den Baum mit dem man einen falschen Baum überdeckt hat eine faule Frucht. Für eine Partie hat man aber nur zwei zur Verfügung, was einen schon zur Vorsicht anhalten sollte. Auf jeden Baum den man richtig überdeckt hat, legt man einen Würfel in der entsprechenden Farbe mit der Eins nach oben. Dann zieht man eine Karte vom Stapel nach und versucht die nächse Karte einzubauen. Man sollte wieder möglicht viele gleiche Bäume überdecken. Felder auf denen bereits eine Faule Frucht liegt, darf man auf gar keinen Fall überdecken. Diese sind für den Rest der Partie gesperrt. Überbaut man einen Baum mit einem Würfel darauf, so dreht man den Würfel anschließend auf die drei. Bei einer weiteren Überbauung auf eine sechs und als letztes auf den Obstkorb. Die anderen beiden Seiten der Würfel sind nur mit Blättern verziert und haben keine Bedeutung.

Obsthain – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Man überbaut also solange Karten mit anderen Karten, bis alle neun Karten verbaut sind. Wichtig ist, dass man immer mindestens ein Feld überlappend anbaut. Da die Punkte immer ein bißchen mehr ansteigen ist es wichtig möglichst viele Bäume mehrfach zu überbauen, um auf viele Punkte zu kommen. Am Ende zählt jeder Würfel soviele Punkte wie er anzeigt, bzw. das Obstkörbchen ist zehn Punkte wert. Für eine Faule Frucht zieht man drei Punkte wieder ab. Die Anleitung bietet hier auch noch eine kleine Tabelle mit Vergleichsmöglichkeiten wie gut man denn gewesen ist.

Obsthain – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Wie kann man Obsthain jetzt Online spielen? Das ist ganz einfach, zumindest wenn jeder ein Spiel hat, denn die 18 Karten sind nummeriert und so kann ein Spielleiter ein Deck mischen und die Karten ziehen und anschließend suchen sich die Mitspieler die gleiche Karte heraus. So können auch auf Entfernung mehrere Leute die gleiche Partie spielen und versuchen das beste Ergebnis zu erzielen.

Das Fazit

Eine sehr kurze Rezension für ein sehr kurzes Spiel, aber ich finde es trotz seines Umfangs sehr kurzweilig. Es liegt in der Natur dieses Spielformats, dass diese nicht für die Ewigkeit gemacht sind. Irgendwann wird einen das Spiel nicht mehr fordern oder langweilen, aber ich finde Obsthain sehr gelungen und momentan spiele ich immer mal wieder gern eine Partie davon Zwischendurch um ein wenig abzuschalten. Ich sitze am Tisch, mische die Karten und verbringe 20 Minuten mit zwei interessanten Kartenpuzzeln, bei denen ich versuche die besten Punkte herauszuholen.

Natürlich kennt man nach einer Weile die Karten und weiß, was es da so zu beachten gibt und wie man am besten planen sollte, um viele Punkte zu machen. Um eine sehr punkteträchtige Partie zu spielen, muss von Beginn an alles passen und man braucht ein paar frühe Überbauungen um die maximalen Punkte zu bekommen, denn später wird es immer schwieriger solche Würfel noch mit passenden Karten zu überbauen, weil irgendwas immer nicht passen will.

Obsthain ist ein schnelles, kleines Puzzle-Legespiel für Zwischendurch, das mir bisher jede Menge Spaß gebracht hat und viel mehr kann man von einer solch kleinen Schachtel für den Preis auch gar nicht erwarten. Sehr gelungenes Micro- oder sogar Nanospiel!


  • Verlag: Board Game Circus
  • Autor(en): Mark Tuck
  • Illustrator(en): Mark Tuck
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Spieleranzahl: 1 Spieler
  • Dauer: 5 – 10 Minuten

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