Tapestry

Tapestry / Foto: Spieltroll

Vom Hype und den Enttäuschungen über Tapestry im letzten Jahr nichts mitbekommen zu haben ist nahezu unmöglich. Zur Messe in Essen war das Spiel in aller Munde und einige wenige konnten auf der Messe ein Exemplar ergattern. Im Vorfeld war das Stonemaier-Spiel schon sehnsüchtig erwartet worden, denn es versprach in gewohnter Manier eine ganze Menge. Ein Zivilisationsspiel von Stonemaier in besonderer Optik mit tollem Material sollte es sein. Das Cover war ja schon vorab bekannt und sah super aus. Auch das es farbige 3D-Gebäude geben sollte, schien die Leute zu begeistern. Dann trudelten nach und nach die ersten Spielberichte und Rezensionen ein und die Ernüchterung vielerorts war riesengroß, schien Tapestry doch nicht das Überspiel zu sein, dass sich einige erhofft hatten. Einige andere wiederum fanden es trotzdem ziemlich gut und spaßig. Waren die Erwartungen also einfach zu groß oder ist Tapestry einfach wirklich nicht gut? Stonemaier hat durch seine Art natürlich auch ziemlich viele Fanboys and -girls, die alles was der Meister veröffentlicht in den Himmel loben und genausoviele Leute finden Stonemaier Games auch ziemlich doof. Ist Tapestry also gefangen zwischen den Lagern der Lover und Hater? Ich gebe zu, ich habe ersteinmal einen riesigen Bogen um Tapestry gemacht und sich den Rauch verziehen lassen. Von der Prämisse her sprach mich das Spiel aber schon sehr an und so ist es nun, nachdem sich die Aufregung gelegt hat, Zeit für mich, sich mit Tapestry zu beschäftigen.

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Pharaon

Pharaon / Foto: Spieltroll

Kurz vor der Spiel 19 in Essen bin ich letztes Jahr auf das Spiel Pharaon gestossen, dass sich für mich so interessant anhörte, dass ich mir gleich ein Exemplar in Essen sichern wollte. Das war tatsächlich auch überhaupt kein Problem, denn anscheinend war ich mit meiner Meinung fast alleine. Catch Up Games hatten schon im Jahr davor mit Fertility/Min-Amun ein Spiel mit ägyptischem Thema herausgebracht, was ich ganz gut fand. Pharaon schien mir auf den ersten Blick ein wenig komplexer und war vor allem schön anzuschauen, zumindest ließen das die ersten Bilder erahnen. Was Pharaon aber für mich zu einem wirklich interessanten Spiel macht, ist die Mischung des Ressourcen-Managements mit Worker-Placement-Mechanik. Soll heißen, in diesem Spiel sind die Ressourcen gleichzeitig auch unsere Arbeiter, die wir benötigen, um bestimmte Aktionen ausführen zu können. Darüber hinaus sollten alle Solospieler bei Pharaon hellhörig werden, denn es verfügt über einen phantastisch gut funktionierenen Solomodus, den man in verschiedenen Schwierigkeitsgraden absolvieren kann.

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Imperial Settlers

Ignacy Trzewiczek gelang hier in meinen Augen ein fantastisches Spiel, dass sich zurecht bis heute großer Beliebtheit erfreut. Imperial Settlers aus dem Jahr 2014 basiert spielmechanisch auf seinem Spiel „51st State“ und behandelt dabei den Aufbau einer Zivilisation. Technisch gesehen ist es ein Kartenspiel, denn es gibt kein Spielbrett. Lediglich eine Punkteleiste und einige Auslagen, sowie Ressourcenmarker befinden sich noch zusätzlich in der großen Spieleschachtel. Der Hauptteil des Spiels basiert aber auf Karten, die die Spieler vor sich auslegen. Es gibt auch durchaus viel Kritik an Imperial Settlers, da es nicht das interaktivste Spiel ist. Die Spieler agieren abwechselnd in ihrer Auslage und wetteifern vor sich hin, aber die Beeinflussung des Gegners hat hierbei nicht die höchste Priorität und kommt nur gelegentlich vor. Meiner Meinung nach tut man das aber in vielen Spielen und man unterhält sich ja trotzdem über das, was da vor sich geht und versucht besser zu sein als seine Gegenspieler. Ich empfinde die Imperial Settlers aber als sehr gelungenes Spiel, da es über tolle Mechanismen und einen hohen Wiederspielreiz verfügt. Die Bezeichnung als „Autistenspiel“, wie es schon genannt wurde, finde ich absolut nicht zutreffend und auch sehr übertrieben. Wer sich aufgrund solcher Aussagen dieses Spiel entgehen lässt, sollte nocheinmal nachdenken, ob die ganzen Auszeichnungen, die auf der Schachtel prangen, nicht doch etwas zu sagen haben.

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