Penny Papers Adventures – Im Tempel von Apikhabou

Penny Papers Adventures – Im Tempel von Apikhabou

Wenn es im letzten Jahr ein Genre gab, in dem man mit neuen Spielen regelrcht bombadiert wurde, dann ist es wohl das Roll´n´Write-Genre. Fast jeder Verlag brachte seinen eigenen Beitrag zu diesem Bereich ein und thematisch konnte es unterschiedlicher kaum sein. Einige Vertreter sind letztes Jahr auch bei mir hängengeblieben, allen voran müssen hier natürlich das hervorragende und zum Kennerspiel des Jahres nominierte Ganz Schön Clever!, das thematisch und grafisch sehr schön umgesetzte Welcome To…, von dem es in Zukunft noch weitere Spin Offs geben wird und das Entdecker-Roll´n´Write Würfelland genannt werden, zu denen ihr Reviews hier auf dem Blog finden könnt. Hier soll es nun um den Beitrag von Sit Down! und Pegasus zu diesem Genre gehen. Penny Papers Adventures heißt gleich eine ganze Reihe von Roll´n´Writes, von denen „Im Tempel von Apikhabou“ das erste und zugänglichste darstellt.

Worum geht es?

In der Penny Papers Reihe spielen die Spieler die Abenteurerin und Forscherin Penny Papers und ihrem treuen Gefährten Dakota Smith, die versuchen altertümliche Orte zu erforschen. Im hier vorliegenden Teil untersuchen sie den Tempel von Apikhabou, zu dem sie erst kürzlich den Eingang entdeckt haben. Die Spieler versuchen im Wettstreit jeweils in ihrem eigenen Tempel die meisten Punkte zu erzielen. Die Gegner versuchen das zu torpedieren, in dem sie ihnen Mumien auf den Hals jagen.

Wie läuft das ab?

Auf der Packung prangt das 1-100 Spieler Logo und so könnten theoretisch tatsächlich bis zu 100 Leute mit dem Inhalt zwei Runden Penny Papers spielen. Der Inhalt der Schachtel ist sehr überschaubar, denn es befinden sich lediglich ein 100 Seiten starker Spielblock, sowie drei spezielle, sehr schöne Holzwürfel in der Box. Die Würfel sind sehr groß und zeigen jeweils die Würfelaugen von eins bis fünf und auf der Position der sechs befindet sich jeweils ein anderes Symbol. Der Spielblock ist mit einem Vordruck des Tempels versehen und zeigt jede Menge Kästchen in denen wir Eintragungen vornehmen können. Auf der Rückseite jedes Zettels befindet sich noch ein zweiter, etwas anders gestalteter, Tempel.

Spielmaterial Penny Papers Adventures – Im Tempel von Apikhabou / Foto: Spieltroll

Soviel zum Spielmaterial, die Spieler müssen selber noch Stifte dazu beitragen und dann kann es losgehen. Jeder Mitspieler erhält einen Zettel vom Tempelblock und trägt zunächst seine Initialien in die obere linke Ecke ein. Danach würfelt irgendwer die drei Würfel, wer, ist tatsächlich total egal. Man kann einen Spieler bestimmen, abwechselnd würfeln oder sonst wie verfahren. Das Würfelergebnis ist dann für alle Spieler verbindlich. Was die Spieler daraus machen ist aber ihre eigene Sache. Auf dem Tempelzettel sind diverse Kästchen abgebildet. Einige von ihnen enthalten ein Türsymbol. Die Spieler müssen im Laufe des Spiels die Kästchen befüllen und sobald alle Felder ohne Türen belegt sind, ist das Spiel vorbei und die Punkte werden gezählt.

Würfel Penny Papers Adventures – Im Tempel von Apikhabou / Foto: Spieltroll

Zurück zum Würfelwurf. Die Spieler dürfen, sofern die Würfel dreimal Würfelaugen zeigen, eine Zahl in eines der Kästchen des Tempels schreiben, das entweder das Ergebnis eines einzelnen Würfels, oder die Summe aller drei Würfel, oder aber auch das Ergebnis von zwei Würfeln, die man zusammenaddiert, sein kann. Die Spieler haben hier freie Wahl, welche Kombination sie auswählen. Kommt allerdings eines oder mehrere der anderen Symbole hinzu ändern sich die Möglichkeiten. Würfelt man den Kopf von Penny Papers, so ignoriert man die Zahlenwürfel und darf sich ein Ergebnis von 1-15 aussuchen und in eines der Kästchen schreiben. Das zweite Symbol ist der grüne Dietrich von Dakota Smith, der es schafft Türen damit zu öffnen. Sollte man dieses Symbol im Wurf haben, so darf man die Zahl auf ein Türenfeld eintragen. Sollte sowohl Penny, als auch der Dietrich gewürfelt werden, so darf man sogar eine beliebige Zahl auf ein Türenfeld eintragen. Wird aber das Gefahrensymbol der Mumie gewürfelt, so werden sämtliche Zettel in die Mitte gelegt und jeder zieht sich einen anderen raus. Dann trägt jeder Spieler auf dem Zettel den er gerade gezogen hat, eine Mumie in ein Kästchen ein. Anschließend bekommt jeder seinen Zettel zurück.

Mumien bringen zum Spielende zwei Minuspunkte, solange sie nicht durchgestrichen sind. Eine Mumie zu streichen ist möglich, in dem in eines der angrenzenden (auch diagonal) Felder eine 9 eingetragen wird. Eine 9 kann auch mehrere Mumien vertreiben. Nur Mumien dürfen weggestrichen werden und bringen dann am Ende sogar zwei Bonuspunkte. Sämtliche anderen Ergebnisse stehen fest, sobald man sie eingetragen hat und dürfen nicht mehr verändert werden.

Ausgefüllter Zettel Penny Papers Adventures – Im Tempel von Apikhabou / Foto: Spieltroll

Wenn dann alle Felder, die keine Tür enthalten, mit zahlen versehen worden sind, endet das Spiel und die Spieler zählen ihre Punkte aus. Dazu sind unter dem Tempel vier Kreise mit Symbolen aufgedruckt, die nun mit Punkten befüllt und im Kreis ganz rechts aufaddiert werden können. Auf drei Arten kann man im Tempel von Apikhabou Punkte machen. In den ersten Kreis trägt man je einen Punkt pro Feld für die längste ununterbrochene Folge von angrenzenden, aufsteigenden Zahlen ein. Also maximal 15 Punkte wenn man es geschafft hat eine Kette der Zahlen von eins bis fünfzehn auf seinem Zettel einzutragen. Im zweiten Kras trägt man punkte für jede Gruppe mit drei Gleichen, aneinander angrenzenden Zahlen ein. Soll heißen, drei Achten bringen drei Punkte, drei Dreien bringen drei Punkte usw. Jeder der Zahlen darf dabei aber auch nur einmal Punkten. In den letzten Kreis kommen die Mumienpunkte. Wie schon erwähnt zei Punkte Abzug für jede nicht durchgestrichene Mumie und zwei Punkte Bonus für eine durchgestrichene. Die meisten Punkte gewinnen wie üblich.

Tempelvariante Penny Papers Adventures – Im Tempel von Apikhabou / Foto: Spieltroll

Auch eine Solovariante ist möglich, dabei geht es aber nur darum so viele Punkte wie möglich zu machen und sich selber zu schlagen.

Das Fazit

Henri Kermarrec hat hier ein charmantes kleines Roll´n´Write geschaffen, das nicht zu schwierig und zu komplex ist, so dass es auch bereits die Jüngeren schon mitspielen können und die Großen noch immer Spaß daran haben. Die Idee mit der Rahmenhandlung einer Forscherin und Entdeckerin bringt dem Ganzen eine Geschichte, die die Fantasie anregt. Penny Papers ist schnell gespielt und das ideale Spiel für eine kleine Partie am Nachmittag, oder zur Eröffnunf oder das Ende eines Spieleabends. Die fünfzehn Minuten hat man doch meistens über. Die Spielidee ist jetzt natürlich auch nicht der Überflieger, aber ich glaube man will ja das Rad auch nicht neu erfinden. Chramantes kleines Spiel für Zwischendurch. Macht auf jeden Fall Lust die anderen etwas komplexeren Teile der Reihe auszuprobieren.


  • Verlag: Sit Down!/Pegasus Spiele
  • Autor(en): Henri Kermarrec
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 1 – 100
  • Dauer: 15 – 20 Minuten


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