MicroMacro: Crime City – Full House

MicroMacro: Crime City – Full House

Im letzten Jahr schlug MicroMacro in der Spieleszene ein wie eine Bombe. Boom! Jeder hat davon gesprochen, darüber berichtet und die Genialität des Spiels abgefeiert. Das Ganze nahm seinen Lauf und MicroMacro wurde zu einem der erfolgreichsten Spiele der letzten Jahre. Der Preis für das Spiel des Jahres war ihm sicher und wurde 2021 an Johannes Sich den Autoren vergeben. Falls ihr es nicht kennt, in MicroMacro lösen wir Kriminalfälle auf einem rieseigen schwarzweißen Wimmelbild. Wir bekommen einen Fall geschildert, müssen ihn suchen und dann den Tathergang ermitteln. Der Clou ist nämlich, das die Verbrechen zeitversetzt dargestellt sind. Man sieht also wie der Opfer, Täter, Zeugen usw. an den Ort des Geschehens gekommen sind. Dadaruch ergeben sich kleine Kriminalgeschichten, die wir quer durch die Stadt verfolgen müssen. Ein tolles Prinzip, welches bei uns dazu führte, dass wir das Spiel an zwei Tagen mit jeweils ein paar Stunden Zeit durchgesuchtet haben. Es ist einfach viel zu kurz. Nun ist bereits der Nachfolger erschienen und alle haben sich gefragt, ob etwas verändert wurde, oder wir einfach Nachschub bekommen würden.

Worum geht es?

Es hat sich nichts geändert, ich zitiere mich hier einfach selbst aus dem letzten Jahr: „In MicroMacro – Crime City sind die Spieler Detektive, die beauftragt werden 16 Kriminalfälle in Form von Diebstählen, Morden und Überfällen aufzuklären. Wir bekommen immer wieder einzelne Teilaufgaben gestellt, die wir auf der riesigen Wimmelbildkarte entdecken und weiterverfolgen müssen. Solange bis wir alle Aufgaben, die zu einem Kriminalfall gestellt werden lösen können. Dann widmen wir uns dem nächsten Fall.“

MicroMacro: Crime City – Full House – Spielinhalt /Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Okay, damit ich mich nicht erneut selbst zitieren muss, werde ich hier auf die kleinen Unterschiede zum ersten Spiel etwas genauer eingehen. Wer sich das Spielprinzip etwas genauer erklären lassen möchte, den verweise ich an dieser Stelle auf meine Review zum ersten Teil.

MicroMacro: Crime City – Full House – Szene vom Stadtplan / Foto: Spieltroll

Die Verpackung sieht fast identisch aus. Lediglich der grüne Zusatz „Full House“ ist hinzugekommen und es sind drei Figuren zu sehen. Darüber hinaus hat sich die Edition Spielwiese ein neues Logo gegönnt. Der Rest mutet gleich an und auch beim zweiten Teil kann man direkt im Laden schon loslegen und den ersten Fall auf der Packung lösen.

MicroMacro: Crime City – Full House – Elternhinweise / Foto: Spieltroll

Auch in dieser Ausgabe gibt es wieder „nur“ 16 Fälle, die verschiedene Längen und Schwierigkeitsgrade aufweisen. Die Schwierigkeitsgrade sind wieder mit eins bis fünf Sternen angegeben. Das erste Spiel hat die breite Masse überzeugt und wenn Kritik geübt wurde, dann waren es in der Regel zwei Punkte. Zum einen wurde die Länge bedauert. Das Spielerlebnis war leider zu schnell vorbei und zum zweiten wurde kritisiert, das einige der Fälle schon Themen anschnitten, die man seinen jüngeren Kindern nicht unbedingt zumuten wollte. Das Spiel aber durch seine Anmutung auch für Familien gedacht ist und die Altersangabe bei acht Jahren losgeht. Das dort aber jemand mit einem Kopf in einer Tasche durch die Stadt marschiert und ähnliche Dinge will man seinen Jüngsen ja eventuell nicht erklären müssen. Die Autoren und die Redaktion haben sich das in diesem Punkt aber zu Herzen genommen und den Fällen noch eine Alterseinschätzung spendiert, so dass man die etwas härteren Fälle sofort auch von Außen erkennt. Sehr löblich.

MicroMacro: Crime City – Full House – Spielszene / Foto: Spieltroll

Wir empfanden im ersten Spiel auch den Schwierigkeitsgrad insgesamt als zu leicht. Dazu muss man sagen, dass man MicroMacro auf zwei Arten erleben kann. Das eine ist der leichte Weg, der für Anfänger der bessere ist, da man hier einfach die Karten als Vorgabe liest und dann versucht das gefragte herauszufinden. Das leitet einen schon recht gut durch den Fall ist aber auch deutlich einfacher, als die Varainte für Fortgeschrittene, bei der man sich nur die erste Karte anschaut und dann versucht auf eigene Faust den Fall zu rekonstruieren. Das ist deutlich spannender und herausfordernder. MicroMacro war uns trotzdem zu leicht. Bei Full House empfinden wir den Schwierigkeitsgrad in dieser Variante als ein wenig angezogen. Es ist schwieriger geworden und die Fälle sind durchaus weiter verzweigt und haben Nebenschauplätze. Das gefiel meiner Frau und mir sehr gut. Durchsichtige, verschiedenfarbige Plastikchips wären übrigens eine sinnvolle Ergänzung des Spielmaterials.

MicroMacro: Crime City – Full House – Einführungsfall / Foto: Spieltroll

Was sollte noch erwähnt werden? Oh ja, wie erwartet passt diese Karte nahtlos an die des ersten MicroMacros und zeigt uns, dass es wohl noch mindestens zwei weitere Spiele geben könnte. Vielleicht gibt es irgendwann ja noch Verbrechen die sich durch alle Stadtviertel ziehen und so die Spiele miteinander verbinden. Um nochmal auf den Umfang zurück zu kommen, der ist ziemlich identisch mit dem ersten Teil. Es gibt 16 neue Fälle, wobei das ist nur bedingt richig, denn Fall Nummer eins „Der Sombrero“ ist identisch mit Fall eins des ersten Spiels „Der Zylinder“. Dieser Fall dient aber auch zur Einführung in das Spiel. Einige der neuen Fälle sind außerdem etwas umfangreicher als die aus dem ersten Spiel.

Das Fazit

Ich kann hier eigentlich nur das gleiche Fazit ziehen, wie bei dem Vorgänger. Wer das erste nicht mochte, wird auch diesen Teil nicht mögen. Wer das erste liebte, darf auch hier bedingungslos zugreifen. Es gibt keine großartigen Veränderungen, außer unser subjektives empfinden, dass der Schwierigkeitsgrad ein wenig angezogen hat und das die Verbrechen mitunter etwas verzweigter daherkommen, so dass sich die Spielzeit etwas ausdehnte. Das führte bei uns auch dazu, dass Full House nicht ganz so eine Sogwirkung entfachte, wie das erste Spiel, dass wir sofort immer weiter spielen wollten. Insgesamt haben wir für Full House diesmal eine Woche gebraucht, weil die Fälle ein wenig umfangreicher waren und wir nicht so viele am Stück spielen wollten. Mal schauen was da noch so kommt. Das war mit Sicherheit nicht das letzte MicroMacro. Vielleicht kommen irgendwann auch noch andere Städte und andere Settings.


  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autor(en): Johannes Sich
  • Illustrator(en): Daniel Goll, Tobias Jochinke, Johannes Sich
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
  • Dauer: 5-30 Minuten (pro Fall)

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