Lost Cities

Lost Cities / Foto: boardgamegeek.com

Fesselnde Expedition für zwei verspricht das Lost Cities Cover aus der KOSMOS Spieleserie „Für Zwei Spieler“ und das tut es tatsächlich schon seit 1999. Lost Cities ist ein Spiel von Reiner Knizia und gehört seit nun mehr über zwanzig Jahren zum Portfolio von KOSMOS, es wird alle paar Jahre neu aufgelegt und findet anscheinend immer noch Käufer. Allerdings hat das Spiel mit fesselnden Expeditionen genausoviel zu tun wie Äpfel mit rostigen Schrauben. Soll heißen, Lost Cities hat einfach überhaupt kein Thema, aber dass muss ja nichts heißen, denn Reiner Knizia ist ein Meister seines Fachs und weiß eigentlich was er tut. Wer Lost Cities noch nicht kennt, sollte es kennenlernen, um auch im nächsten Urlaub ein schönes unkompliziertes Urlaubsspiel dabei zu haben.

Worum geht es ?

Lost Cities versucht uns, wie bereits erwähnt, zu verkaufen das es ein Thema hat indem wir Expeditionen in entlegende Gebiete ausführen und versuchen aus diesen Expeditionen die meisten Ruhmespunkte zu erlangen, um uns mit unserem Gegenüber zu messen. Dazu legen wir Expeditionsrouten (Zahlenkarten mit Werten von zwei bis zehn) in fünf Farben aus und müssen mit besonderen Wett-Karten versuchen besonders ruhmreiche Expeditionen zu legen. Das machen wir über den Verlauf von drei Runden und wer danach die meisten Ruhmespunkte verdient hat ist der Gewinner.

Lost Cities – Spielaufbau / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab ?

Man kann Lost Cities in einer Minute aufbauen und in drei Minuten erklären. Aber in dem Spiel steckt schon ein bißchen mehr Substanz, damit es auch über viele Partien Spaß bringen kann. Das Spielmaterial ist nciht besonders reichhaltig. Es besteht aus einem unnötigen Spielplan und 60 Spielkarten, die sich in 45 Expeditionskarten in fünf Farben mit den Werten 2 bis 10, sowie 15 Wettkarten (drei je Farbe) aufteilen. Das Spielbrett wird zwischen die beiden Spieler gelegt und zeigt einfach fünf farbige Ablagefelder, die mit den Kartenfarben übereinstimmen. Die Karten werden alle zusammen gemischt und anschließend erhält jeder Spieler genau acht Stück. Die restlichen Karten werden als Nachziehstapel neben dem Spielbrett bereitgelegt. Um später die Punkte zu notieren, sollte man sich Papier und Stift bereitlegen.

Lost Cities – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Die Spieler versuchen nun in einer Runde soviele Punkte wie möglich zu erzielen. Wenn ein Spieler an der Reihe ist tut er genau zwei Dinge und darf dabei immer zwischen zwei Optionen wählen. Dann ist der Gegenspieler dran. Als erstes muss er eine Karte von seiner Hand ausspielen und dabei darf er sich entscheiden die Karte unterhalb des Spielbretts auf seine Seite an den farblich entsprechenden Ablagestapel anzulegen. Er kann eine neue Reihe beginnen oder legt die Karte an eine bestehende Reihe an. Jede Reihe die er beginnt ist thematisch gesehen eine neue Expedition die den Spieler ersteinmal Geld kostet und am Ende prinzipiell 20 Minuspunkte einbringt. Man sollte also nicht zuviele Expeditionsrouten aufeinmal planen. Wenn er die Karte nicht in eine Expeditionsreihe ablegen will, so legt er sie auf den farbig passenden Ablagestapel. Als zweites in seiner Runde nimmt sich der Spieler eine Karte und dabei hat er die Wahl eine Karte vom Nachziehstapel zu ziehen, oder er nimmt sich die oberste Karte eines der fünf Ablagestapel, wenn dort eine Karte liegt. Er darf aber nicht die Karte nehmen, die er eventuell gerade selber dort abgelegt hat. Das ist es auch schon, dann ist der Gegenspieler dran und macht genau das selbe. Dies machen beide Spieler solange, bis die letzte Karte vom Nachziehstapel gezogen wird, dann endet das Spiel sofort und die Punkte werden ausgezählt.

Lost Cities – Expeditionsreihe / Foto: Spieltroll

Die Spieler müssen bei ihren Expeditionsreihen darauf achten, dass die Reihen immer weiter ansteigen. Also zuerst müssen die niedrigen Werte gelegt werden und später dann bis maximal zur zehn rauf. Jede Karte ist in jeder Farbe genau einmal im Spiel. Die Wettkarten machen Reihen dabei lukrativer, denn sie verdoppeln die Punkte, legt man sogar zwei oder drei in eine Reihe ist es möglich die Punkte zu verdrei- oder gar zu vervierfachen. Das doofe ist nur, Wettkarten müssen als allererstes in einer Reihe gelegt werden und dürfen später nicht mehr hinzukommen wenn man schon Zahlenkarten gelegt hat. Wettkarten verdoppeln dabei aber nicht nur positive Punkte, sondern verdoppeln generell das Ergebnis. Sollte es jemand schaffen eine sehr lange Expeditionsreihe mit mindestens acht Karten auszulegen (Wettkarten zählen mit), so erhält man nach der Multiplikation der Wette noch einen Bonus von 20 Punkten.

So zählen die Kontrahenten also am Schluß ihre Punkte für jede ihrer begonnen Reihen. Jede begonnene Reihe startet mit 20 Minuspunkten und jede gelegt Karte zählt ihren Wert in Punkten dazu. Das daraus resultierende Ergebnis wird mit den Wettkarten verrechnet und zum Schluß kommt ein etwaiger Bonus dazu. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Runde oder das Spiel, je nachdem wie viele Partein man vrher ausgemacht hat.

Lost Cities – kurz vor Ende einer Partie / Foto: Spieltroll

Das Fazit

Reiner Knizia, der Doktor der Mathematik ist bekannt für seine eher mechanisch mathematischen Spiele und Lost Cities ist eines der Paradebeispiele. Das Thema ist total aufgesetzt und hat letztlich überhaupt nichts mit den Kartenreihen zu tun. Aber das ist bei Lost Cities tatsächlich egal. Es stört mcih nicht im geringsten. Das Spiel ist eines dieser typischen Urlaubsspiele für mich, mit denen man sich gerne mal in einer freien Minute am Abend die Zeit vertreiben kann. Wenn man es spielt ist es recht kurzweilig, erfordert aber auch nicht zuviel anstrengende Denkarbeit und immer mal wieder ein paar Runden sind durchaus gut. Aber mehr ist es dann einfach auch nicht und will es auch gar nicht sein. Ein netter kleiner Zeitvertreib der nicht lange im Gedächtnis bleibt und auch für Wenigspieler gut geeignet ist. Der Verlag hat inzwischen viele weitere Varianten auch für mehr Spieler veröffentlicht und diese Version wurde in der letzten Auflage leicht verändert, indem eine sechste Farbe hinzugefügt wurde und das Spiel nun Lost Cities – Das Duell heißt.


  • Verlag: KOSMOS
  • Autor(en): Reiner Knizia
  • Illustrator(en): Claus Stephan, Franz Vohwinkel
  • Erscheinungsjahr: 1999
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Dauer: 30 Minuten

2 Gedanken zu „Lost Cities“

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