Village Green

Village Green

Ein weiteres Spiel das in der Spieleschmiede lokalisiert wurde erreichte mich ebenfalls kurz vor dem Umzug und aufgrund der Tatsache, dass es sich bei Village Green um ein kleines Kartenspiel handelt, haben wir es auch sogar noch zwischen bereits gepackten Kartons gespielt. Das Spiel ist von Peer Sylvester und wurde von Osprey Games veröffentlicht, mit denen er schon vorher zusammengearbeitet hat. Die Spiele von Peer Sylvester gefallen mir in der Regel aus irgendeinem Grund sehr gut. Auf Village Green war ich daher recht gespannt. Ähnlich wie Phil-Walker Harding hat er sehr klare und simple Designs. Meist schnörkellos und gradlinig, was die Spiele einfach zu spielen macht. Doch immer auch auf eine gewisse Weise fordernd. Village Green kommt dabei noch so schön pitoresk daher, dass ich mich im Vorfeld richtig auf das Spiel gefreut habe. „Ein Spiel um grüne Daumen und grandiose Gärten“ verspricht die Verpackung. Das schaue ich mir doch mal näher an…

Worum geht es?

Einen grünen Daumen braucht man nicht um Village Green zu spielen, eher schon einen gewissen Sinn für Planung, denn und das sthet im krassen Gegensatz zur netten Verpackung. Village Green fordert einen dann doch mehr als es zunächst vermuten lässt. Thematisch planen wir hier unsere Gärten, die wir aus verschiedenen Karten zusammensetzen. Dabei stellen wir uns im Verlauf des Spiels selbst Aufgaben, die wir erfüllen wollen und bauen unseren Garten durch verschiedene Sorten Blumen, Bäume, Pavillons usw. zu einem schönen Ort. Wer es am Ende vermag die selbstgesteckten Ziele am besten erfüllt zu haben und die meisten Punkte erzielt gewinnt.

Village Green – Spielmaterial / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Village Green sieht dabei nicht nur otisch harmlos aus, sondern gaukelt die Harmlosigkeit auch zu Beginn des Spiels noch vor. Das Spiel spaltet sich in zwei Kartendecks auf. Es gibt ein 60 Karten umfassendes Deck mit den Gartenkarten und ein weiteres mit nur 30, dass uns die Auszeichnungen liefert. Darüber hinaus gibt es noch fünf Dorfkarten als Startkarten für die bis zu fünf Spieler, sowie eine Startspielerkarte.

Village Green – Spielstart / Foto: Spieltroll

Das Spiel ist schnell aufgebaut. Sollte man mit vier oder fünf Spielern spielen wollen, so sollte man wissen, das Village Green zwar ein kleines Kartenspiel ist, aber sehr viel Platz auf dem Tisch benötigen wird, weil jeder Spieler vier mal vier Karten auf dem Tisch als Gitter ausbreiten wird. Da ist schon etwas Platz gefragt. Jeder nimmt sich also eine Dorfkarte und legt sie als Start seines Gitters oben links in die Ecke. Jeder bekommt darüber hinaus drei der Auszeichnungskarten in einer Reihe daneben ausgeteilt. Von den Gartenkarten erhält jeder nochmal drei als verdeckte Starthand. Je nach Spieleranzahl werden noch davor Karten aus dem Gartenstapel entfernt, um die Spiellänge anzupassen. Die beiden Decks werden in die Mitte des Tisches gelegt und daneben je drei Karten als Auslage aufgedeckt. Wer zuketzt eine Pflanze gegossen hat wird Startspieler und es kann sofort loslegen.

Village Green – Auslage / Foto: Spieltroll

Bis hierhin denkt noch jeder: „Das sieht alles ganz nett aus!“ Wenn man an der Reihe ist kann man eines von zwei Dinge tun. Entweder man zieht eine Gartenkarte und spielt eine oder man zieht eine Auszeichnungskarte und spielt eine. Zusätzlich zu diesen beiden Aktionen hat man einmal im Spiel die Möglichkeit seine Dorfkarte umzudrehen und dann eine der beiden Auslagen auszutauschen oder eine Gartenkarte auszuwählen und eine zu Platzieren, wobei die Karte eine beliebige andere überbauen darf, was ansonsten nicht erlaubt ist.

Village Green – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Entscheidet man sich für die erste Option, so zieht man entweder eine Karte aus der Auslage oder nimmt die oberste Verdeckte der Gartenkarten und spielt anschließend eine der Karten, die man nun auf der Hand hat in sein Gitter, wobei die Karten nie in die oberste Reihe in der schon die Auszeichnungskarten liegen, noch unter der Dorfkarte platziert werden dürfen, denn auch dieses Plätze sind Auszeichnungskarten vorbehalten. Auf die neun anderen „Felder“ dürfen sie aber gelegt werden. Außerdem ist es erlaubt keine Karte zu spielen wenn man dafür eine Karte wieder unter den Stapel schiebt. Ein paar Einbauregeln sind aber zu beachten. Alle orthogonal angrenzenden Karten müssen passen. Das heißt die Blumensorte oder die Farbe muss stimmen und das in jede Richtung. Gartenkarten dürfen auch in der Regel nicht überbaut werden. Die Ausnahme ist die einmalige Sonderfähigkeit und Rasenkarten, die extra dafür da sind später überbaut zu werden.

Village Green – Auszeichnungskarten / Foto: Spieltroll

Die zweite Möglichkeit betrifft die Auszeichnungskarten. Auch hier nehme ich eine aus der Auslage oder ziehe verdeckt. Bei diesen Karten ist es aber zwingend sie zu spielen. Ich darf sie weder auf die Hand nehmen noch abwerfen. Sie werden sofort eingebaut. Die Auszeichnungskarten liegen nur in der obersten Reihe und in der erste Spalte des Gitters. Diese Karten dürfen auch überbaut werden. Sie zeigen dem Spieler wofür er am Ende der Partie Punkte bekommt und er sollte versuchen möglichst viele zu erfüllen. Diese Karten beziehen sich in der Regel auf besondere Komponente, die auf den Gartenkarten zu finden sind. Das können die Blumen, Farben, Bäume, Teiche, Rasenflächen oder Gebäude sein. Zum Beispiel könnte man drei Punkte für jede rote Rose bekommen oder für jedes Set aus einem Pavillion und drei verschiedenen Bäumen gibt es vier Punkte. Die 30 Karten sind alle unterschiedlich.

Village Green – Punktebeispiel / Foto: Spieltroll

Bei der ersten Gartenkarte die man einbaut ist noch alles okay. Bei der zweiten denkt man dann noch: „Ich muss aber aufpassen.“ Bei der dritten Karte beginnt es im Gehirn klick zu machen und schlagartig merkt man das Village Green gar nicht mal ein so nettes Spiel ist. Es fordert schon einges an Denkvermögen heraus.

Das Spiel geht solange weiter bis entweder ein Spieler alle neun Gartenkarten die in seinem Gitter möglich sind in seinen Garten gelegt hat, das Gartenkarten oder das Auszeichnungsdeck aufgebraucht ist. Das Spiel geht dann noch solange weiter bis alle gleich oft an der Reihe waren. Anschließend werden die Punkte gezählt.

Das Fazit

Village Green hat mich wirklich überrascht. Ich erwartete ein nettes kleines Kartenspiel bei dem wir einen Garten bauen. Mit zuvielen Details hatte ich mich im Vorfeld gar nicht belastet. Ich spielte die erste Partie mit meiner Frau und es war genau wie ich beschrieb. Wir scherzten noch rum und fanden das alles ganz nett anzusehen und dann kam die dritte Karte und es wurde ruhig. Das Grübeln begann. Village Green wird mit zunehmender Spieldauer zu einer kleinen Puzzleherausforderung, bei der man gerne versuchen möchte das beste herauszuholen. Dann kommt aber wieder eine Punktekarte zum Vorschein, die einem aussichtreiche Punkteerträge liefert. Vielleicht hat man sogar noch passende Karten auf der Hand. Klappt das aber noch alles, oder kann mein Gegner schon schnell „zu machen“. Die Optik ist sehr „tuffig“ und vielleicht nicht jedermans Sache, aber das Spiel ist wirklich nicht zu verachten. Wiedereinmal hat Peer Sylvester es geschafft mich mit einem seiner Spiele zu überzeugen. Jeder der auf Lege- und Puzzlespiele steht, sollte auf Village Green mal ein bis zwei Augen werfen und eine Probepartie wagen. Es könnte gefallen. Bei uns ist es auf jeden Fall auch wegen der Größe in die Sammlung eingezogen. Auch für nur zwei Spieler ein echt schönes Spiel.


  • Verlag: Kobold Spieleverlag
  • Autor(en): Peer Sylvester
  • Illustrator(en): Joanna Rosa
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
  • Dauer: 30 Minuten

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