Escape Tales – Low Memory

Escape Tales – Low Memory

Nachdem uns der erste Teil – The Awakening – der Escape Tales Serie so gut gefallen hat, stand für uns fest, dass wir auch den zweiten, bereits angekündigten Teil, der aber komplett eigenständig spielbar ist und nichts mit The Awakening zu tun hat, spielen wollten. KOSMOS veröffentlichte auch diesen Teil im Jahr 2020 und wir kauften ihn direkt nach Veröffentlichung. Dann passierte lange Zeit ersteinmal gar nichts, denn aus irgendeinem Grund hatten wir dann doch nie Lust Low Memory zu spielen. Ich kann nicht genau sagen woran es lag. Die Spielzeit wurde als länger als beim Vorgänger angegben und wir fanden es eigentlich ganz gut, The Awakening in einem Rutsch mit kurzen Pausen gespielt zu haben. Das würde mit Low Memory aber deutlich schwieriger werden. Auch das Thema, dass wohl in der nahen Zukunft angesiedelt sein sollte, zog uns auch nicht direkt in seinen Bann. Low Memory lag tatsächlich bis letzte Woche noch komplett ungeöffnet bei uns herum, bis wir uns trauten und es erwartete uns Folgendes:

Worum geht es?

In diesem zweiten Teil der Escape Tales Reihe schlüpfen die Spieler in die Rolle von Elizabeth Weber, einer Forscherin aus einem modernen Labor. Zu Beginn erfährt man nicht mehr von ihrem Beruf. Sie lebt mit ihrem Mann Ben und ihrer Tochter Joan in einem topmodernen Haus in den Bergen und freut sich schon auf den Familienurlaub. Ihr Mann und die Tochter sind bereits losgefahren und Elizabeth will in den nächsten Tagen nachkommen, wenn sie ihr Forschungsprojekt abgeschlossen hat. Ben ist ein angesehener Sicherheitsspezialist und hat das Haus in eine digitale Festung verwandelt, weil er es als Versuchsobjekt benutzt. Die Arbeitstasche für den nächsten Tag wird gepackt und Elizabeth geht zu Bett. Die Handlung setzt dann am nächsten Tag ein, wenn sie erwacht.

Escape Tales: Low Memory – Spielmaterial

Wie läuft das ab?

Escape Tales: Low Memory – Story Buch 1 / Foto: Spieltroll

Die Prämisse ist genau das, was ich geschildert habe, es gibt aber noch ein kleines vorgelagertes Tutorial, indem man das Spiel erlernen kann. Dabei geht es nur darum aus Bens Büro herauszukommen, indem man sich ausversehen einsperrt. Das Tutorial ist nicht lang und führt einen gut in die Spielweise ein. Das Spiel funktioniert im Kern genauso wie sein Vorgänger, weswegen ich zunächst empfehlen möchte sich meine Review zu Escape Tales – The Awakening durchzulesen, um zu erfahren, wie das Spiel genau funktioniert. In dieser Review werde ich nur noch auf die Änderungen, die es durchaus gibt, zu sprechen kommen. Auch die Spielanleitung beinhaltet ganz am Ende einen Abschnitt indem man alles zusammengefasst bekommt, worin sich die beiden Spiele unterscheiden.

Zunächst sollte erwähnt werden, dass die Spielzeit mit dreimal 150 Minuten angegeben ist, was wesentlich länger ist, als der erste Teil The Awakening. Man muss also mehr Zeit mitbringen und auch die einzelnen Abschnitte, bis sich die Pausen anbieten sind also länger, was man einplanen sollte.

Escape Tales: Low Memory – Stresskarten / Foto: Spieltroll

Die Verzweiflungskarten, die uns mit weiteren Aktionsscheiben versorgen heißen in diesem Spiel einfach nur Stresskarten und funktionieren ansonsten genauso. Stress entspricht in diesem Szenario nur eher den Gefühlen und Begebenheiten unserer Hauptfigur. Jeder Teil der Geschichte hat überdies seinen eigenen Satz an Stresskarten. Die Geschichte ist ganz klar in drei Teile geteilt (wenn wir das Tutorial nicht mitrechnen) und jeder Teil hat genauso sein eigenes Heft mit Abschnitten. Zu jedem dieser Teile gehören die entsprechenden Stresskarten und wenn wir mit einem neuen Heft anfangen legen wir alle Stresskarten ab, die wir nicht gebraucht haben und bekommen neue. Natürlich sollten wir darauf achten, die drei Teile in der richtigen Reihenfolge zu spielen, ansonsten könnte es mit dem Verständnis der Geschichte ein wenig hapern.

Escape Tales: Low Memory – Aktions- und Fortschrittsscheiben / Foto: Spieltroll

Neben den Aktionsscheiben, mit denen wir die Sektionen auf den Plankarten markieren, die wir schon untersucht haben gibt es als Besonderheit in Low Memory auch noch sogenannte Fortschritts-Scheiben. Diese werden wir von Zeit zu Zeit im Spiel benötigen und auch vom Spiel genaue Instruktionen bekommen, wie wir sie einzusetzen haben. Hier möchte ich nicht spoilern.

Low Memory enthält auch keine sogenannten Ausgangskarten mehr, die es in The Awakening noch gab. Dort war es möglich einen Ausgang zu entdecken und sich noch weiter in den vorhandenen Umgebungen umzusehen und erst später durch einen Ausgang in eine neue Szene zu kommen. Das ist hier nicht mehr möglich. An ihre Stelle treten Karten auf denen wir eine Entscheidung treffen müssen und das sofort. An diesen Stellen entscheidet sich in der Regel, wie die Geschichte weiter verlaufen wird. Außerdem werden sich in Low Memory keine Rätsel mehr über mehrere Räume hinweg ziehen. Mehrere Karten sind möglich und oftmals wahrscheinlich, aber man kann sich sicher sein, dass man alle Karten in einem Bereich auffinden kann.

Escape Tales: Low Memory – Kartenstapel / Foto: Spieltroll

Zu guter letzt gibt es einen neuen Typ Karten in unserem Kartenstapel und das sind Storykarten, die wir anhand von drei Symbolen erkennen können. Diese Karten heben entscheidende Elemente der Geschichte hervor und sie sind die einzigen Karten, die wir von Heft zu Heft behalten werden. Man könnte sie also als wichtige Storyschnipsel beschreiben, die wir für später benötigen.

Das sind alle Unterschiede. Der Rest des Spiels läuft genauso ab, wie bei Escape Tales – The Awakening beschrieben. Low Memory verrät einem deutlich, wann man einen Teil abgeschlossen hat und den nächsten betritt und dies sind genau die Momente um eine Pause einzulegen.

Das Fazit

Escape Tales – Low Memory hat uns ebenfalls ganz gut gefallen. Die Story ist ganz anders gelagert als beim Vorgänger und hat uns tatsächlich insofern überrascht, als das wir uns nicht an der Sci-Fi-Ausrichtung der Geschichte gestört haben. Nahe Zukunft beschreibt es ganz gut. Die Story im allgemeinen kommt mit ein paar Überraschungen daher und ist okay erzählt. Die Rätsel passen sich auch gut in die Geschichte ein. Ich kann hier leider nicht viel mehr ins Detail gehen, sonst müsste ich spoilern. Die Rätsel sind im Großen und Ganzen gelungen und haben uns Spaß gemacht, lediglich eins oder zwei waren ein wenig unsauber, da unserer Meinung nach nicht ganz genau erklärt wurde, wie die Lösung einzugeben ist oder aber zwei Lösungen in Frage kamen. Allerdings war keines davon ein größeres Ärgernis. Die Appanbindung funktionierte wie beim Vorgänger absolut tadellos. In der App gab es auch eine Warnuung vor einer fehlerhaften Karte, die man sich dann gleich in der App in ihrer neuen Version anschauen konnte. Ein kleiner verzeihbarer Fehler, der insgesamt schnell behoben werden konnte. Zum Glück haben wir das Spiel solange liegen lassen. Am Anfnag soll das noch bei einigen für Verwirrung gesorgt haben, weil sie partout nicht weiterkamen.

Escape Tales: Low Memory – Raumkarten / Foto: Spieltroll

Die neuen Elemente von Low Memory empfand ich als durchaus gelungene Variationen des Spielprinzips, dass mit The Awakening vorgestellt wurde. Die Spielzeit hat im großen und ganzen gepasst. Für den ersten Abschnitt haben wir nicht solange gebraucht, dafür dauerte der Mittlere länger als angegeben und bei Teil drei lagen wir genau im Zeitrahmen, so dass wir die Zeitangabe bestätigen können. Das Material ist insgesamt gut und man kann das Spiel ohne Probleme weiterreichen, weil man nichts zerstört oder verbraucht. KOSMOS hat das ganze mit 18+ gekennzeichnet, was ich ein bißchen übertrieben finde. Ja, auch in Low Memory geht es um erwachsene Themen, aber übertreiben sollte man dabei auch nicht. Eine gewisse geistige Reife wird benötigt, aber mehr auch nicht. Beim Vorgänger fand ich das deutlich angebrachter. Insgesamt ist die Geschichte hier zwar auch nicht ganz einfach, aber nicht ganz so schwermütig wie der Vorgänger.

Wer also auf Escape Rooms steht und sich durch eine Geschichte rätseln möchte, der sollte sich die Escape Tales-Serie ruhig mal anschauen. Ich kann auch Low Memory nur empfehlen und hoffe das die Serie noch ein paar Geschcihten bekommt. Der nächste Teil liegt mir bereits vor, auch wenn er nicht mehr von KOSMOS kommen wird.


  • Verlag: KOSMOS
  • Autor(en): Jakub Caban, Bartosz Idzikowsk
  • Illustrator(en): Magdalena Klepacz, Jakub Fajtanowski
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Spieleranzahl: 1-4 Spieler
  • Dauer: 3 x 150 Minuten

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