Ja, ich weiss, Kräutergarten ist nicht mehr das neueste Spiel, aber wir haben es jetzt erst entdeckt. 2017 kam Herbaceous, so der englische Originaltitel, auf den Markt und erst 2020 kam eine deutsche Version dieses Set-Collection-Füllers heraus. Quality Beast nahm sich dieses kleinen Kartenspiels an. Beth Sobel ist für das bezaubernde Artwork verantwortlich welches ich hübsch aber durchaus reduziert finde. Es hat, so glaube ich, keine besonders große Verbreitung gefunden, zumindest lief es mir bisher nicht oft über den Weg. Auf boardgamegeek.com, war es zumindest im Jahr 2017 für das beste Kartenspiel nominiert. Nachdem ich es einige Partien gespielt habe, weiss ich auch warum.
Ich gebe zu, es gab eine Zeit in der war ich ein wenig übersättigt von Polyominos. Gefühlt kamen vor ein paar Jahren wöchentlich neue Spiele mit den kleinen verschiedengeformten Steinchen oder Plättchen heraus. Inzwischen ist das mit Roll & Writes sogar noch schlimmer, da kommt gefühlt jeden Tag ein neues auf den Markt. Project L kam 2020 heraus und ich konnte die Steinchen einfach nicht mehr sehen. So verwundert es nicht, dass ich Project L zwar wahrgenommen habe, aber es mir wirklich ziemlich egal war. Inzwischen habe ich aber sehr viel Positives über das Spiel gehört, so dass ich es mir doch gerne nochmal anschauen wollte. Ich habe es kurzerhand einfach gekauft und erhoffte mir ein etwas anderes Erlebnis, als bei all den anderen Puzzle-Polyominosspielen zuvor, denn bei Project L handelt es sich um einen Engine Builder mit den kleinen Steinchen. Das fand ich dann doch so interessant, dass ich es nachholen musste. Als es dann ankam war ich bereits kurz nach dem Auspacken das erste mal überrascht: Project L ist wesentlich kleiner als ich vermutet hätte. Aber es sieht verdammt edel aus.
Vor ein paar Jahren in Essen ist mir diese Trilogie aufgefallen, da sie mich in ihrer optischen Gestaltung vom Cover her an einen typischen nordischen Thriller erinnerten. Damals gab es die Spiele nur in englischer Sprache, aber sie sollten bald auf Deutsch herauskommen. Irgendwie habe ich sie dann aber doch aus den Augen verloren und erst vor Kurzem, als eine zweite Serie angekündigt wurde bei Game Factory wiederentdeckt. Meine Frau liest sehr gerne all diese skandinavischen Krimis und Thriller und da wir ja bekanntlich auch auf all diese Exit-/Escape-/Rätsel- und Deduktionsspiele stehen, schien uns die Wahl hier nur logisch. Zunächst haben wir uns nur Teil eins zugelegt, aber wie ihr seht ist es dabei nicht geblieben, denn wir wollten wissen wie es weitergeht. Das ist sicherlich schonmal ein Hinweis auf ein Qualitätsmerkmal, aber lasst euch sagen dieses Spiel, und ich betrachte hier die Gesamtheit aller drei Teile, ist zumindest von seiner Story her ein ganz besonderes. Ob man es dennoch spielen muss? Lasst euch (natürlich spoilerfrei) überraschen…
Selten kommt es vor, dass ich hier reine Solospiele vorstelle und meinen Senf dazu abgebe, denn ich bin eigentlich gar nicht ein so großer Fan davon mich alleine hinzusetzen und ein Spiel zu spielen. Irgendetwas rätseln, wenn ich alleine bin, kommt da schon öfter vor. Bisher habe ich hier nur einige wenige reine Solospiele besprochen. Darunter das hervorragende Coffee Roaster mit Bagbuilding und Push Your Luck-Mechanik, was mich eine zeitlang ziemlich intensiv begleitet hat. Oder auch das zwiespältige Der Unterhändler, welches ich rein von der Story, die es erzählen will, zwar toll finde, aber dessen Mechanik mit der Vermeidung von Glück, mich trotzdem nicht überzeugen konnte. Auf diesem Teil des Spielemarkts hat sich eine Menge getan. Mit Under Falling Skies kam vor gut zwei Jahren bereits ein weiterer Vertreter des reinen Solospiels auf die Bildfläche und auch dieses Spiel klang für mich damals relativ interessant, so dass ich es mir direkt zugelegt habe. Anfänglich war ich schon von der gesamten Mechanik des Spiels angetan und habe es immer mal wieder gespielt. Leider ist es vorerst dabei geblieben und ich habe nie eine Review dazu verfasst, denn in der Schachtel lauerte noch ein ziemlich unfangreicher Kampagnenteil, ohne den ich Under Falling Skies auf gar keinen Fall rezensieren wollte. Bis vor ein paar Wochen hat es gedauert, bis ich Zeit und Lust dazu fand, mich der Kampagne zu widmen. Eieiei, es war ein riesiger Fehler, Under Falling Skies solange einfach im Regal stehen zu lassen, denn das normale Spiel, dient eigentlich nur dazu die Grundregeln des Spiels zu erlernen, um auf die Kampagne vorbereitet zu sein. Lest selbst.
Hidden Games – Professor Charlies Reise um die Welt
Die Hidden Games haben es uns in letzter Zeit ja sehr angetan und wir haben vor die ganze Serie zu spielen, da uns die Fälle eigentlich alle überzeugt haben. Im Portfolio der Hidden Games sticht ein Spiel allerdings ein wenig heraus und das ist Professor Charlies Reise um die Welt, der sich zunächst einmal optisch deutlich abhebt, kommt er doch in einer Schachtel und nicht in einem Umschlag daher und sieht dabei auch nicht aus wie ein normaler brauner Briefumschlag, sondern wie ein Luftpostbrief mit dem charakteristischen rotblauen Rand. Auch spielerisch soll es hier mal keinen Kriminalfall geben sondern eher soetwas wie eine Schnitzeljagd. Klang für uns interessant genug es einmal zu probieren. Auch diesmal ging es gleich mitten in die Vollen und es konnte direkt losgespielt werden. Ich versuche wie immer bei den Hidden Games spoilerfrei zu bleiben.
Harry Potter Hogwarts Battle – Charms and Potions Expansion
Wir haben ein bißchen länger gebraucht, bis wir auch die zweite Erweiterung für eines unserer Lieblingsspiele Harry Potter Hogwarts Battle, komplett durchgespielt haben. Deshalb kommt erst Anfang 2022 unsere Einschätzung zu dieser Erweiterung, etwas mehr als ein Jahr, nachdem wir sie in der englischen Version vorliegen hatten. Ja, wir spielen Harry Potter Hogwarts Battle auf englisch und das hat den Grund, dass wir das Spiel schon sehr lange, bevor es von KOSMOS überhaupt lokalisiert worden ist, schon für uns entdeckt hatten. Da wir sehr begeistert von ihm waren und nach wie vor sind, mussten wir natürlich auch dei Erweiterungen spielen und wir entschließen uns dazu, diese ebenfalls in englisch zu kaufen, anstatt auf die deutsche Version umzusteigen. Ein Freund berichtete mir dann, dass die deutsche Version qualitativ nicht gut wäre, was ich aber selbst nicht beurteilen kann, da ich noch nie eine solche Version in der Hand hatte. Also entspricht das nur Hörensagen. Inzwischen ist auch diese Erweiterung in Deutschland angekommen und wurde erneut von KOSMOS herausgebracht. Hier höre ich aber ebenfalls nichts gutes über die Qualität der Karten, sie sollen sogar von der Größe abweichen, was natürlich total unverständlich ist. Aber ich betone das nochmal ganz deutlich, ich beziehe mich hier auf die englsche Originalfassung von The Op. Während Harry Potter Hogwarts Battle, dessen Schwierigkeitsgrad mit steigenden Spielerzahlen fällt, durch The Monsters Box of Monsters (der ersten Erweiterung) deutlich schwieriger wurde, wird er mit dieser Erweiterung wieder zurückgestellt auf das normale Niveau.
Gestaltet euer Traumland steht da auf der Schachtel und trotz des abstrakten Themas, war wohl eine Aussage über ein Spiel über Träume, nie so wahr. Dreamscape wirkt in jeder Hinsicht ersteinmal sehr besonders. Als ich zum erstenmal auf das Spiel aufmerksam wurde, war das zunächst einmal wegen der Optik der Spieleschachtel. Diese ist wunderschön gestaltet und die Illustrationen wirken ein bißchen so, als ob sie aus einem Kinderbuch entsprungen sind. Schaut man sich dann das Material des Spiels und die Gestaltung des Inhalts an, wird einem schnell bewusst, das man sich hier wahnsinnig viel Mühe mit dem Thema gegeben hat. Erst dann wird einem klar, worum es tatsächlich in diesem Spiel geht und der Satz unten auf dem Cover erscheint einem wirklich ziemlich passend. Wir gestalten hier tatsächlich Träume. Wir visualisieren sie durch Landschaften. Das mag auf den einen oder anderen ersteinmal abschreckend wirken, ich aber mag Spiele die nicht immer die ausgelutschten thematischen Pfade beschreiten. All das macht Dreamscape ersteinmal zu einem wirklich interessanten Kandidaten. Seltsam nur, dass es um das Spiel relativ ruhig geblieben ist.